Münchens Bunt-Mafia erzwingt Schließung von Pizzeria – Inhaber bediente Pegida

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Ein Italiener musste seine Pizzeria im Münchner Stadtteil Sendlingen aufgeben. Er hatte sich geweigert, Pegida-Spaziergänger auszuschließen. Ein SPD-Kommunalpolitiker konnte das nicht dulden und setzte alle Hebel in Bewegung, den Gastronom zu vernichten.

Gemütlich muss es in der kleinen Traditions-Pizzeria Casa Mia zugegangen sein. „Casa mia bedeutet: mein Zuhause“, beschreibt die Münchner Regionalzeitung TZ die Gaststube. „Und das war es für viele Sendlinger: Regelmäßig aßen sie hier eine rasche Pizza oder einen köstlichen Fisch. Sie kamen für ein günstiges Mittagsmenü oder saßen abends stundenlang bei einem Glas Bier. Alle hatten sie Platz im Ristorante von Giovanni Costa. Doch dieses ‚alle‘ ist dem sizilianischen Wirt nun zum Verhängnis geworden.“

Seit Freitag ist im Casa Mia der Ofen aus. Der Familie Costa wurde der Pachtvertrag gekündigt. An der Tür heftet ein Zettel, auf dem sie sich von den Sendlingern verabschiedet. Besonderen „Dank“ sprechen die Costas dem Bezirksausschuss zu, sowie den „mutigen Leuten, die im Schutze der Nacht unsere Mauern besudelt haben“. Was war passiert?

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Pegida-Organisatoren hatten sich seit 2015 montags im Casa mia zum Essen getroffen. Bei Kommunalpolitikern schrillten die Alarmglocken. „Wir wollen kein braunes Bier in Sendling!“ erklärte Ernst Dill (SPD), Rechtsextremismus-Beauftragter im Bezirksausschuss.

Foto: bayernistfrei.com

Dill besuchte Wirt Costa mit zwei Briefen im Gepäck. Im ersten forderte Dills Genosse, der Ausschussvorsitzende Markus Lutz,  den Italiener auf, Pegida-Spaziergängern den Zutritt zu seinem Lokal zu verweigern. „Sie sind nicht verpflichtet, an diese Leute zu vermieten, für sie zu reservieren oder sie zu bewirten“, stand darin geschrieben.

Der zweite Brief war von Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und von Conrad Mayer vom Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband signiert. Dieses Schreiben richtete sich an alle Gastronomen der Stadt. Die Unterzeichner legen fest, dass München bunt und weltoffen sei. Jedoch: „Bedauerlicherweise gab es auch 2014 wieder eine Reihe von Fällen, in denen Gaststättenbetreiber ihre Räumlichkeiten extrem rechten Gruppierungen überlassen haben – zumeist aus Unkenntnis, um wen es sich dabei handelt, und aus Unsicherheit angesichts der eigenen juristischen Möglichkeiten.“

Wie die Neue Züricher Zeitung (NZZ) berichtet, zeigte Costa sich uneinsichtig. „Ich habe dem gesagt, dass ich mit Politik nichts am Hut habe“, so der Pizzabäcker. Die Pegida-Leute hätten Bier getrunken, Spaghetti gegessen und niemanden belästigt. „Warum soll ich die rausschmeißen?“ Costa zufolge habe Dill ihm daraufhin gedroht: Wenn er gegen die Pegida-Leute kein Hausverbot verhänge, werde er richtig Ärger bekommen. Der 71-jährige Rechtsanwalt relativiert. Er habe Costa nur seine Meinung gesagt: „Wir wollen die hier nicht.“ Sendling sei traditionell – aufgepasst – „extrem ausländerfreundlich“.

Das bewies sogleich die örtliche Antifa. Die denunzierte das Restaurant als „montäglichen Nazitreffpunkt“ und schmierte „Nazis, verpisst Euch“ an die Fassade. Die Umsätze brachen daraufhin ein.

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Dill will damit nichts zu tun gehabt haben. In jedem Fall hielt er die Stellung. Am 6. März 2016 schreibt Pegida-Bayern: „Immer wieder tauchten SPD-Funktionäre und Buntstasi-Aktivisten in und neben dem Lokal auf, so auch an diesem Abend. Mehrere Vertreter der SPD Sendling (darunter als Hauptaktivist der Vorsitzende Ernst Dill, bisweilen begleitet von seinen Kollegen Markus Lutz, Wolfgang Treml und Louisa Pehle) waren anwesend. Dill wurde von unserer Seite in Argumentation verwickelt und erwies sich als ähnlich gestrickt wie Ralf Stegner und Dieter Reiter: ‚Versteht doch endlich, wir wollen Euch nicht hier, wir wollen keine Weimarer Verhältnisse. Und jetzt will ich in Ruhe mein Bier trinken.'“

Dill, so berichtet es die TZ, habe den Italiener praktisch erpresst, ihm „Hoffnung gemacht, dass sein Umsatz hochschnelle, wenn er mit dem Attribut ‚Pegida-frei‘ werbe“. Schließlich habe er den Fall der Brauerei Anheuser-Busch InBev, gemeldet. Die ist nicht nur Lieferant des Casa mia, sondern auch der Verpächter.

Ernst Dill will kein braunes Bier. (Foto: bezirksausschuss-sendling.de)

Laut TZ verpflichtete die Brauerei ihren Pächter vertraglich, sich einzuschalten, sobald er „einschlägige politische Umtriebe“ bemerke! „Aber das ist Unsinn“, zitiert das Blatt den Wirt. „Die Leute kamen einzeln. Sie reden unter sich. Soll ich jeden nach seiner Gesinnung fragen? Ich bin Wirt und kein Spion!“

Im Mai erreicht Costa nach 14 Jahren die Kündigung des Pachtvertrags. „Sorge ums Image“, vermutet er als Motivation der Brauerei. Seine Existenz sei am Ende. Nun wolle er sich „erstmal ausruhen von den Deutschen“.

Wieder verschwindet in Sendling ein Nachbarschaftsrestaurant, sagte eine Anwohnerin der SZ. Ehemalige Gäste seien „geschockt“ und „todtraurig“. Das Casa mia sei ein „Laden des alten Schlages“, in dem das Preis-Leistungs-Verhältnis noch gepasst habe. „Wer weiß, was jetzt kommt.“

Ja, diese Frage drängt sich in der Tat auf. Doch wird dem Regime der Gesinnungs-Stasilanten nicht bald Einhalt geboten, wird der Preis für gute Pizza noch das geringste Problem sein.

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Immerhin: Einen ganz kleinen Trost gibt es doch. Seitdem sich Dills Kreuzzug gegen das Casa mia rumgesprochen hat, machen fassungslose Bürger sich auf der Google-Seite von dessen Anwaltskanzlei Luft. Als „hinterhältiger und ekliger Gesinnungsschnüffler“ und „Intoleranter Existenzvernichter“ wird er bezeichnet. Ich empfehle intolerante Menschen wie diesen Herrn generell nicht zu unterstützen“, schreibt ein Kommentator.

Wenn sich dieses Engagement noch vom Internet auf die Straße überträgt, dürfte die Ära der Dills schnell vorüber sein…

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Über den Autor

Jürgen Elsässer

Jürgen Elsässer, Jahrgang 1957, arbeitete seit Mitte der neunziger Jahre vorwiegend für linke Medien wie Junge Welt, Konkret, Freitag, Neues Deutschland. Nachdem dort das Meinungsklima immer restriktiver wurde, ging er unabhängige Wege. Heute ist er Chefredakteur von COMPACT-Magazin. Alle Onlineartikel des Autors

 

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