Monopol-Presse bestätigt NSU-Bericht von COMPACT – nach einem Jahr!

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_von Kristin von Appen

Über die Investigation der Monopol-Medien kann man nur staunen. Mit einem Jahr Verspätung verkauft sie Informationen zur NSU als neu, die COMPACT-Leser schon seit einem Jahr kennen. Heute, am 02.März 2015, publizierte „Die Welt“ einen Artikel über den NSU-Prozess. Im Fokus: Der aktuelle NSU-Untersuchungsausschuss über den angeblichen Selbstmord des Zeugen Florian Heilig. Der 21jährige verbrannte am 16. September 2013 in seinem Auto. Am gleichen Tag, als er beim LKA zum Mord an der Polizistin Michele Kiesewetter aussagen sollte. Als Todesursache nahm die Polizei Selbstmord an. Florian Heilig habe sich aus Liebeskummer selbst abgefackelt…

Schon im Januar 2014 widersprach COMPACT der Selbstmordthese, vermutete stattdessen Mord. Unterstützung boten Florians Heiligs Eltern, die uns damals ihr erstes Interview gaben. Darin bekannte die Mutter: „Wir glauben nicht an den Selbstmord. Mein Mann und ich nicht, unsere Kinder nicht, niemand von seinen Freunden.“ Heute, am 02. März 2015 verkündet Die Welt als Neuigkeit: „Der NSU-Untersuchungsausschuss in Stuttgart hat Familienangehörige eines jungen Mannes befragt, der am frühen Morgen des 16. September 2013 in einem brennenden Fahrzeug in Stuttgart starb. Vater und Schwester des 21-Jährigen machten der Polizei am Montag in Stuttgart schwere Vorwürfe und warfen den Ermittlern schlampige Arbeit vor. Die Beamten seien von Anfang an von einem Suizid ausgegangen und hätten diese These nie wieder infrage gestellt, sagte der Vater von Florian H.“

Es kommt noch besser. In COMPACT 1/2013 erklärte die Mutter außerdem: „Bevor er (Florian) losfuhr, bekam er einen Anruf der ihn total verstört hat. Er sagte zu mir nur: ,Ich komme aus dieser Scheiße nie wieder raus.’“ Und heute als Welt-erschütternde Erkenntnis der Monopolpresse: „Florian H. hatte nach Aussage seines Vaters wenige Stunden vor seinem Tod einen Anruf bekommen, der ihn zutiefst verstört habe. Er hat uns nur gesagt: ,Ich kann machen, was ich will: Aus der Scheiße komme ich nie wieder raus.'“

Noch ein Beispiel: Gegenüber COMPACT sagte der Vater: „Entscheidend ist, dass Florian schon im Mai 2011 beim LKA aussagte und von einem Treffen in Öhringen berichtete, bei dem Mitglieder des NSU mit einer weiteren neonazistischen Zelle zusammengekommen ist, der sogenannten Neoschutzstaffel oder NSS.“ Der Interviewer, Jürgen Elsässer, kommentierte: „Mai 2011 – das war ein halbes Jahr, bevor die Namen des Trios bekannt wurden und bevor die Welt von der Existenz der NSU erfahren sollte.“ Ein Jahr später kam das auch bei der Welt an: „Der Vater beteuerte, auch schon vor dem 4. November 2011, also vor dem Auffliegen der Terrorzelle, aus Florian H.s Erzählungen vom NSU gehört zu haben. ,Für uns war der NSU lange bekannt.’“

Dass COMPACT als Vorläufer in der Welt keine Erwähnung findet, ist selbstverständlich. Zumal Springers Blatt selbst jetzt den damaligen COMPACT-Informationsvorsprung immer noch nicht aufgeholt hat. So schreibt Die Welt: „Der Vater deutete an, dass sein Sohn wohl wusste, wer hinter dem Mord an Kiesewetter steckt: Florian H. habe den Prozess gegen das mutmaßliche NSU-Mitglied Beate Zschäpe vor dem Oberlandesgericht München einmal als reine Farce bezeichnet.“ COMPACT-Leser aber erfuhren bereits durch Florian Heiligs Mutter, warum der das so sah: „Als unser Sohn nach dem offiziellen Selbstmord von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt am 4. November 2011 aus den Medien vom NSU erfuhr, sagte er zu mir: ,Das war alles ganz anders. Die Presse lügt doch nur. Das wurde von höherer Stelle organisiert. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie viele Beamte und hochgestellte Rechtsanwälte, ja sogar Politiker in diese Sache verwickelt sind.’“ Wie viele Jahre wird es dauern, bis der NSU-Untersuchungsausschuss und die Monopol-Presse das aufarbeiten bzw.(nach)drucken werden? Von den anderen Informationen, die der COMPACT-Artikel enthält, ganz zu schweigen.

Aber kein Problem: Wer den Artikel und das Interview noch nicht kennt, kann den Download von Heft 1/2014 hier anfordern. Motto: In COMPACT lesen Sie heute, was die Monopol-Presse sich erst in einigen Jahren zu drucken traut.

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