Sie campiert in einem Fußballstadion bei Tijuana (Mexiko) – die sogenannte „Migranten-Karawane“ aus Honduras. Ihr Ziel: die USA. Aber die Grenze ist gesperrt. Also warten, endloses Warten. Und die Zahl der Einreisewilligen steigt. Derzeit sind es circa 2000. In der nächsten Woche soll die Zahl auf etwa 10.000 steigen.

    Dass die Migranten bis zu einem halben Jahr warten müssen, bis ihr Antrag an der US-Grenze bearbeitet ist, sorgt bei zahlreichen Bürgern in der knapp anderthalb Millionen Einwohner zählenden Stadt für Unmut. Denn trotz mancher Solidar-Aktion und Unterstützungen durch Einheimische schildert der Bürgermeister Juan Manuel Gastélum den Massenansturm als Überforderung seiner Stadt, die in der Vergangenheit durch Drogenkriege bereits sehr geschwächt wurde. Er bezeichnet die Migranten als „Lawine“; Tijuana sei darauf nicht vorbereitet.

    Diese Leute kommen mit einem aggressiven Plan, sind unverschämt

    Gegenüber dem Fernsehsender Milenio sagte Gastélum: „Diese Leute kommen mit einem aggressiven Plan, sie sind unverschämt und fordern die Sicherheitskräfte heraus.“ Inzwischen hat sich eine Protestbewegung mit mehreren hundert Mitgliedern in der Stadt gebildet. Ein Versuch, das Fußballstadion zu stürmen, wurde durch Sicherheitskräfte gestoppt.

    Deren Anführer, Evan Revelin, sagte in einem Gespräch mit der Bild-Zeitung: „Wir werden unsere Stadt jetzt selbst schützen.“ Man wolle um die Stadt herum Checkpoints errichten, um weitere Masseneinwanderung zu kontrollieren. Lupe Aragoule (42), ebenfalls in der Protestbewegung aktiv, fordert gar: „Die sollten alle zurückgeschickt werden. Es war ein Fehler, sie ins Land zu lassen. Ich verstehe, dass Donald Trump von einer Invasion spricht. Es ist nichts anderes.“

    Die USA jedenfalls werden in diesem Konflikt nicht einlenken. Im Gegenteil. Präsident Donald Trump twitterte in Anspielung auf die Worte von Bürgermeister Gastélum: „Auch die USA sind auf solch eine Invasion schlecht vorbereitet” und empfahl den Migranten aus Honduras, nach Hause zu gehen. Außerdem wurden inzwischen 5000 Soldaten und 2000 Reservisten an der südlichen Grenze stationiert, der Grenzzaun zwischen Tijuna und San Diego mit zusätzlichem Stacheldraht verstärkt. Dies womöglich als Reaktion drauf, dass vor wenigen Tagen bereits circa 20 Personen den Zaun erklommen hatten.

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