#MeToo ist out. Stattdessen startet jetzt #MeTwo. Diesmal sollen Migranten unter diesem Hashtag über Alltags-Diskriminierung berichten. Über den Auslöser sind die Medien geteilter Meinung.

    Eine Tragik, die auf allem Erfolgreichem lastet: Eine Fortsetzung ist unvermeidbar. Das gilt auch für politische Aktionen. Ende 2017 startete nach Enthüllungen über den Filmproduzenten Harvey Weinstein die #MeToo-Offensive, die vor allem westliche Frauen undifferenziert zu „Opfern“ stilisierte. Egal, ob vergewaltigt oder bloß blöd angesprochen: Solche Differenzierungen erlaubte das Hashtag nicht. Bald kam es auch bei nicht-sexueller Aggression zur Anwendung.

    Jetzt wiederholt sich diese Aktion: Diesmal sollen Migranten unter #MeTwo ihre Erfahrung mit Diskriminierung leaken. Allerdings werden in den Medien gleich zwei mögliche Auslöser genannt. Die Version des Spiegels und der meisten andern Mainstream-Medien: Als Fußballspieler Mesut Özil die deutsche Nationalmannschaft verließ, war dies die Geburtstunde einer neuen Rassismusdebatte – und damit auch von #MeTwo. Initiator soll demnach der Aktivist Ali Can gewesen sein.

    Heute aber leitete Bild die #MeTwo-Genese von einem Musik-Video ab, das Rapper Eko Fresh (34) am 20. Juli publiziert und auf youtube bereits zwei Millionen Klicks erhalten hat. Titel: „Aber”. Darin streiten sich – ein wenig klischeehaft – ein Deutsch-Türke und ein AfD-Wähler. Rapper Eko Fresh spielt den Moderator und ruft im Finale beide Seiten zur inneren Abrüstung auf:

    Eko Fresh: „Ich habe versucht, in beiden Perspektiven zu zeigen, wovon diejenigen überzeugt sind. Und Argumente zu liefern, die total weit verbreitet sind in der jeweiligen Community.“

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    Eben weil Fresh auf Dialog und Runterfahren setzt, ist sein Video eher nicht als Startschuss für #MeTwo zu vermuten, da diese Bewegung tendenziell eine einseitige Anklage und Selbst-Viktimisierung bedient. Wie es auch der Vorläufer #metoo getan hat.

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