Willkommen in Deutschland: Der Konflikt zwischen der Türkei und kurdischen Kämpfern im Nordwesten Syriens brach am Montag am Abfertigungsschalter der Turkish Airlines aus.

    Über 100 Kurden protestierten am Montag mitten im Terminal B des Flughafen Hannover, nur wenige Meter vom Schalter der türkischen Luftlinie entfernt. Unter lauten “Terrorist Erdogan”-Rufen prallten sie auf Anhänger des türkischen Präsidenten. Es kam zu einer ungeheuren Massenschlägerei, bei der auch Fahnen zum Einsatz kamen. (siehe Video oben) “Beruhigt Euch” fleht hörbar eine Frau. Sie wird nicht ahnen, mit wem sie es zu tun hat.

    Die Türkei unterdrückt die verhassten Kurden, denen nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches ein eigener Staat verwehrt wurde, gewaltsam. Seit Samstag fährt Ankara eine Militäroperation gegen kurdische Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Syrien. COMPACT berichtete. Die Kurden hatten sich dort im Kampf gegen den Islamischen Staat als besonders zuverlässig erwiesen – sie kämpften um Raum für sich selbst.

    In COMPACT 08/17 heißt es:

    „Das ist Eroberung, die sich als Befreiung maskiert“, schreibt der assyrische Autor Max Joseph, der vor einem nationalistischen Kurdistan warnt, das aus allen Staaten in der Region Territorien herausreißen und ethnisch säubern könnte. Human Rights Watch berichtete bereits im Juni 2014 von einem sich anbahnenden Apartheid-Regime in kurdisch besetzten Gebieten Syriens. Amnesty International warf der kurdischen Volksverteidigungseinheit YPG im Oktober 2016 vor, Araber und Turkmenen aus befreiten Gebieten zu vertreiben. Ganze Dörfer würden zerstört. Die Kurden weisen derlei Anschuldigen als türkische Propaganda zurück.

    Nach zahlreichen vergangenen Zusammenstößen der verfeindeten Parteien hat sich der Konflikt nun erneut in Deutschland entladen. Schlechte Zeiten für die, “die schon länger hier leben”…

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