Dieser Tage hat Manfred Weber (CSU) in Athen den Wahlkampf eröffnet. Der Spitzenkandidat von Union beziehungsweise EVP zur Europawahl und mögliche Nachfolger Jean-Claude Junckers als Kommissionspräsident gab dabei ein klares Feindbild aus: die „Nationalisten“. Gemeint sind damit Kräfte wie Lega, FPÖ, AfD oder Rassemblement National, die so stark wie nie ins Straßburger Parlament einziehen werden.

    Wörtlich sagte Weber bei seinen Freunden von der Nea Dimokratia in Athen: „Die Nationalisten sind die Feinde, gegen die wir 2019 kämpfen.“ Auch wenn er dabei auf die nicht eingelösten Wahlsprechen der linken griechischen Regierungspartei Syriza anspielte, ist klar, dass eigentlich jene patriotischen Parteien gemeint sind, die sich in der neuen Europäischen Allianz der Menschen und Nationen (EAPN) zusammengeschlossen haben.

    Folgende Auflistung zeigt, wer bisher dabei ist:

    Die bisherigen Partner der EAPN. | Bild: Facebook-Seite der AfD

    Mit der Rechtspartei Vox wird heute Abend in Spanien ein weiterer potenzieller Partner der EAPN einen fulminanten Sieg einfahren, aus dem Stand mit einem zweistelligen Ergebnis ins Parlament einziehen und möglicherweise – wie Lega, FPÖ und EKRE – an einer Mitte-Rechts-Regierung beteiligt werden. In Großbritannien ist Nigel Farages neue Brexit Party auf dem Vormarsch. Diverse Umfragen sehen sie mit 25 Prozent – wie Marine Le Pens RN in Frankreich oder Salvinis Lega in Italien – als stärkste Partei, und selbst für die inzwischen auf Anti-Migrations-Politik spezialisierte UKIP, für die unter anderem der bekannte islamkritische Aktivist Tommy Robinson antritt, sind noch um die sieben Prozent drin. Weitere Parteien, etwa aus den Niederlanden oder den mittel- und osteuropäischen Staaten werden sich voraussichtlich schon bald dem patriotischen Parteienbündnis EAPN anschließen. All diese politischen Kräfte stehen für ein Europa der Vaterländer, einen Bund souveräner Nationen.

    Manfred Weber ist hingegen ein Eurokrat reinsten Wassers, der sogar aktive Politik gegen deutsche Interessen betreiben will. Dies machte er in Warschau deutlich, als er in einem Interview ankündigte, im Falle seiner Wahl zum EU-Kommissionspräsidenten das deutsch-russische Pipeline-Projekt Nord Stream 2 torpedieren zu wollen. Die erste Trasse der Ostsee-Leitung bringt schon seit Jahren zuverlässig und günstig Erdgas von Russland nach Deutschland. Mit der zweiten Trasse soll das Volumen ausgeweitet werden. Wie abgebrüht kann man sein, um aus rein politischen Interessen die Energiesicherheit Deutschlands aufs Spiel zu setzen?

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    Weber gehört zu jenen Pseudo-Konservativen, die der Dresdner Rechtsanwalt und AfD-Europakandidat Maximilian Krah – einer unserer Interviewpartner in der aktuellen Ausgabe 5/2019 von COMPACT – in seinem Vlog als Hauptgegner kennzeichnete.

    Während linke Parteien offen sagen, was ihnen vorschwebt, betreiben Parteien wie die CDU und auch CSU-Mann Weber die gleiche Politik, nur hintenrum. So werden bürgerliche Wähler, die niemals Grüne oder Rote wählen würden, auf die Leimrute gelockt, um letztendlich doch linke Politik serviert zu bekommen.

    Hier das vollständige Video von Maximilian Krah:

    https://youtu.be/pgXVolf2u8w

    Krah hat recht! Leute wie der Spitzenkandidat der Union zur Europawahl sind nicht das kleinere, sondern das größere Übel. Das macht auch unser Autor Sven Reuth in seinem Weber-Porträt in der aktuellen Ausgabe 5/2019 von COMPACT deutlich, die seit gestern am Kiosk erhältlich ist. Reuth beschreibt den Bayern darin als „ein mitunter sehr wandlungsfähiges politisches Chamäleon“, das sich „hinter der Fassade des Everybody‘s Darling“ verbirgt. Es folgt ein Auszug, der viel über den CSU-Mann aussagt:

    Und so bringt sich auch der «Mamfred», wie sein Vorname südlich von Franken ausgesprochen wird, als Erntehelfer, Messdiener und in der Katholischen Landjugendbewegung ein. Mit 16 Jahren tritt er der Jungen Union bei, ein Jahr später der CSU. Zum politischen Erweckungserlebnis gerät ihm die große Münchener Lichterkette gegen Rechts, zu der sich im Dezember 1992 rund 300.000 Menschen in der Innenstadt versammeln. Während der damalige bayerische Ministerpräsident Max Streibl das Ereignis meidet und lieber den traditionellen Christkindlmarkt in Bad Kohlgrub in seinem Wahlkreis Garmisch-Partenkirchen eröffnet, ist der junge Manfred von der politischen Teufelsaustreibung regelrecht gebannt. Bis heute ist er stolz wie Oskar darauf, dass er in der Hallertau wenig später eine eigene Lichterkette anmeldet, denn schließlich «war es schon verdächtig für einen CSUler, dass eine seiner ersten politischen Aktionen mit 20» in einer solchen Gesinnungsdemonstration besteht, wie er später gegenüber der Süddeutschen Zeitung äußert.

    Bei seinen Parteikollegen scheint die Begeisterung weniger groß gewesen zu sein. Bei der Wahl zum stellvertretenden JU-Kreisvorsitzenden, die im Pürkwanger Hof in Wildenberg stattfindet, fällt er durch, wie er überhaupt lange mit der CSU-Basis fremdelt. Der Weg in die Parteispitze ist zunächst mit Niederlagen gepflastert. Er unterliegt sowohl beim Kampf um den JU-Bezirksvorsitz in Niederbayern wie auch beim Ringen um ein Landtagsmandat bei den Wahlen des Jahres 1998. 2002 gewinnt er einen Sitz im Kreistag von Kelheim, doch das dürfte für einen Mann mit seinem Ehrgeiz nicht einmal ein Trostpreis gewesen sein. Im selben Jahr erreicht er dann doch noch das Maximilianeum, er zieht allerdings lediglich als Nachrücker in den Bayerischen Landtag ein.

    Den vollständigen Beitrag „Das politische Chamäleon: Manfred Weber (CSU) will EU-Chef werden“ können Sie in COMPACT 5/2019 lesen. Jetzt am Kiosk oder über unseren Online-Shop zu bestellen. Oder beginnen Sie mit dieser Ausgabe Ihr Abo. Alle Artikel der Hefte können Abonnenten auch bequem online mit Zugang über Digital+ lesen. Den Digitalpass kann man sich auch als Nichtabonnent schon ab 0,95 Euro im Monat sichern.

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