#Mäh Too – Ritualkritisches Hashtag sorgt für Nazi-Vorwürfe

25

#Mäh Too – ist das eine Parodie auf #metoo oder #Me Two? Nein, es handelt sich um einen Protest gegen das Schächten. Natürlich folgt der Nazi-Vorwurf auf der Stelle. Dabei wäre eine umfassende Tierschutzdebatte, vor allem in Bezug auf die Nahrungsindustrie, mehr als überfällig.

Vor einem halben Jahr raste #metoo durch das Internet: Sind wir nicht alle Vergewaltigungsopfer? Dann kam, als Reaktion auf Özils Kündigung bei der deutschen Nationalmannschaft, das #MeTwoo: Sind wir nicht alle verschmähte Profi-Fußballer? Seit einigen Tagen kleben in Hannover an Wänden und Pfählen Aufkleber mit der neuesten Variante, „MähToo“, in weißen Buchstaben, quer durch einen roten Blutfleck geschrieben.

Wer nicht auf die gleichnamige Internetseite klickt, den belehren Transporter, die durch Hannover, Salzgitter, Wolfsburg oder Braunschweig fuhren: Auf ihnen prangt das Foto eines Lamms mit der Denkblase: „Ich heiße Heidrun und gehöre hierher. Eid al-Adha nicht….“. Eid al-Adha meint ein islamisches Opferfest.

Die Assoziationskette kann rattern: Es geht gegen das Schächten von Tieren. Gegen eine religiös motivierte Art der Schlachtung, bei der das Tier lebendig ausblutet. Auch Tierschützer haben diese Art der Tötung wiederholt angeprangert. Anders die Grünen, die im Namen der Toleranz weiterhin zulassen möchten. Vor knapp drei Jahren hieß es auf t-online:

„Nach Ansicht von Volker Beck, Innenexperte der Bundestagsfraktion der Grünen, auch durch die Bereitschaft, religiöse Bedürfnisse der Flüchtlinge zu akzeptieren. Als Beispiele nannte Beck den Umgang mit Kopfbedeckungen oder das Schächten von Tieren.“

Als klar wurde, dass die AfD-Landesvorsitzende Dana Guth Inititaorin der #Mäh Too-Aktion war, kannte die Hannover Allgemeine Zeitung (HAZ) kein Halten mehr: „Mähtoo“: Islamfeindliche Sticker aufgetaucht“ lautete die Überschrift. Darunter heißt es: „Die Kampagne ,Mähtoo# kritisiert das Schächten von Tieren als Quälerei, an einigen Laternen in Hannover sind entsprechende Sticker aufgetaucht.

Die muslimische Gemeinde kritisiert die Aktion und fühlt sich an die Nazizeit erinnert.“ Letzteres vor allem, weil man in Salzgitter einen solchen #Mäh-Too-Sticker an die Außenwand einer Moschee geklebt hatte. Das habe die Betroffene an die Zeichnung von Davidsternen auf den Fenstern jüdischer Läden erinnert.

Okay, jetzt stellen wir die Nazikeule mal beiseite und bemühen uns um Rationalität:

Tierschutz ist kein Rassismus oder Hass gegen eine Religion. Beipiel: Tierschützer wettern zu Ostern regelmäßig über das Massenschlachten von „Osterlämmern“. Fordern eine vegetarische Alternative. Trotzdem wird man diese Tierschützer kaum als „antichristlich“ bezeichnen wollen.

Religionen sollten regelmäßig ihre rituellen Grundlagen infrage stellen bzw. sich für Reformen öffnen. Soviel Säkularisierung muss sein. Die Schächtung stammt aus einer Zeit, in der Blut als Träger der Seele galt. Die Seele aber durfte man nicht essen. Sie musste den Körper zuvor via Ausblutung völlig verlassen haben. Ohne diese Seelentheorie aber macht die Schächtung keinen Sinn.

Wer dennoch an ihr festhalten möchte, muss konsequenterweise auch Blutspenden ablehnen, weil man durch sie – nach der antiken Auffasung – den Teil einer fremden Seele erhalten würde. Die Zeugen Jehovas lehnen aus genau diesem Grunde eine Blutransfusion ab, was viele Chirurgen in Konflikte treibt: Wie sollen sie einem Kind beispielweise das Herz operieren, wenn sie im Notfall keine Transfusion veornehmen dürfen, weil die Religion der Eltern das verbietet? Wer dies kritisiert, wird auch nicht als Anti-Zeugen-Jehova-Hasser bezeichnet.

COMPACT-Magazin August 2018 – Jetzt am guten Kiosk oder hier zu bestellen!

Vielleicht sollte man eine Debatte über Schlachtungsmethoden mit einer allgemeinen Kritik an der Tierhaltung in der modernen Nahrungsindustrie verbinden. Denn jeder weiß, wie furchtbar es dort zugeht. Nicht umsonst wechseln immer mehr Zeitgenossen zum Vegetarismus oder Veganismus.

Über den Autor

25 Kommentare

  1. DerSchnitter_Maxx am

    Eine gestörte Welt ohne Grenzen … bringt eben nichts besseres hervor … eher das Gegenteil – sie wird immer gestörter … logisch – oder !?

  2. „ … religiöse Bedürfnisse der Flüchtlinge zu akzeptieren. Als Beispiele nannte Beck den Umgang mit Kopfbedeckungen oder das Schächten von Tieren.“

    Ich muss hier gar nichts akzeptieren! Ich muss auf niemanden Rücksicht nehmen, wenn jemand aus einem anderen Kulturkreis in unser Land kommt. Unser Land, unsere Regeln! Wem es nicht passt sollte von hier verschwinden. Wenn ich selber in ein anderes Land gehe habe ich selbst Rücksicht zu nehmen auf die dortigen Einwohner. Wenn es mir nicht zusagt wird auch nicht rumgemotzt, sondern ich habe wieder zu gehen.

    Lest mal den Artikel IHR HABT DAS RECHT ZU GEHEN! auf vera-lengsfeld.de vom 2. August 2018
    (Link darf ich leider ja nicht posten)

  3. Vor der NAZI-Keule ist nichts und niemand sicher. Selbst meine geliebten Negerküsse heißen jetzt anders. Wenn ich es entsetzlich finde, Lämmern die Kehle durchzuschneiden, bin ich ein NAZI. Wenn Muslimen etwas nicht passt, wird die besagte Keule geschwungen. Das Beklagenswerte daran ist, dass vorlaute und selbsternannte Antifaschisten, solchen Vorwürfen ohne Falsifikation Beifall spenden. Das von Bismarck eingeführte Prinzip der Solidargemeinschaft ist hinfällig, das Prinzip der Daseinsvorsorge gibt es nicht mehr. Generationenverträge sind in einer gespaltenen Gesellschaft unmöglich. Die Gesellschaft löst sich in Gewalt auf. Die viel besungenen deutschen Tugenden, wie z.B. die Wanderschaft, geraten in Verruf, werden nicht mehr gewürdigt. Nur wer etwas zu würdigen weiß, z.B. Gastfreundschaft , hat auch Würde im Sinne von Kant. Solche ohne Würde, darf man auch so behandeln.

    • Doch,vor der Nazi-Keule ist jeder sicher,der darauf pfeift,ein Nazi genannt zu werden, sie kann ihm dann nichts tun.Die Nazis waren Menschen,in allen Schattierungen. Und heutige Nazis (Ich habe in meinen Leben genau einen (!) kennengelernt) sind im Besitz aller Menschen-und Bürger-Rechte.

  4. Drachentöter am

    Na da wohl der Autor vergessen das es auch bei einer anderen Religion üblich ist, leider. Da wagt sich kein deutsches Gericht ran. Wenn ich mich richtig erriner war das mit dem Beschneiden ebenso.

  5. Es wechseln deshalb immer mehr Zeitgenossen zum Vegetarismus,weil immer mehr Zeitgenossen eine weiche Birne haben. Meine Hündin lehnt fleischlose Kost entschieden ab und ich esse schon aus Solidarität mit ihr Fleisch (wenn auch nicht aus der selben Schüssel,klaro?).

    COMPACT: Na, wenn Ihre Hündin für Sie den Speiseplan macht. Wie schmeckt den Schappi so?

    • @compact: Etwa wie Leberwurst. Aber meine Chefin isst Dosenfutter nur im Notfall.wau!

  6. Es wird Niemand gezwungen,Fleisch zu essen. Jeder hat das Recht,sich Adolf Hitler,den bekannten Vegetarier, zum Vorbild zu nehmen. Niemand hat das Recht,seine Entscheidung gegen Fleischgenuss anderen Menschen aufzunötigen oder Fleischesser zu bedrängen,zu schockieren oder sonstwie zu beeinträchtigen.Sonst kann es,z.B. von mir, was auf die Birne geben.

    • Lügen haben kurze Beine am

      Wegen was war der bekannt? Als Vegetarier? Rufen die auf den Demos: Vegetarier raus.
      Keine Chance der Vegetarierpropaganda. Das deutsche Volk ist das Vegetariervolk. Wir sind schuld am Vegetarierkrieg. Die Lage ist ernst: Wir brauchen mehr Zivilcourage gegen Vegetarier und selbstverstädlich auch mehr Geld. Der Reichskanzler Adolf Hitler hat das deutsche ,strenge Tierschutzgesetz eingeführt. Keine Lobby für das Schächten von Tieren in Deutschland. Verbieten.

  7. Mähh, daß Schächten als antiislamische Keule zu benutzen wird Euch nicht gelingen,denn die gläubigen Juden wollen auch Schächten,und wenn die Sponsoren der Anti-Islam-Kampagne es wollen,dann beißt Ihr Euch eher die Zähne aus. Jedes Schlachten bringt unabänderlich ein begrenztes Maß an Leiden mit sich. Die logische Alternative:Veganer werden.Die überfallen inzwischen schon Metzgereien.

    • Beobachterin am

      TierSchG
      (1) Ein warmblütiges Tier darf nur geschlachtet werden, wenn es vor Beginn des Blutentzugs zum Zweck des Schlachtens betäubt worden ist.

      (Behörden können Ausnahmegenehmigungen erteilen.)

      @Sokrates sollte es Ihre Religion verbieten Fleisch zu verzehren, das nicht nach Ritus geschlachtet wurde, verzichten Sie bitte selbst auf Fleisch. Der Islam diktiert hier nicht die Regeln.

    • @ SOKRATES

      Offensichtlich weiß kaum ein Tierschützer und Kommentarschreiber
      was Schächten ist.
      Die Moslems haben das Schächten nicht erfunden. Das ist eine, auf der
      ganzen Welt bekannte, archaische Methode ein Tier zu töten, um es
      anschließend zu verzehren. Schon die Babylonier, die alten Ägypter,
      die Mayas, die Neanterthaler und die guten Christen haben das getan.

      Es gab damals (bei den Steinzeitmenschen) nur die Möglichkeit ein Tier
      vor dem Schächten mit einem großen Stein zu betäuben, damit es den
      Schmerz nicht spürt.
      Ist auch nicht gerade human, aber Giftspritzen, wie in amerikanischen
      Todeszellen, gab es damals auch noch nicht.

  8. Lügen haben kurze Beine am

    Ich finde das gut, Deutschand hat/hatte ein gutes Tierschutzgesetz. Nachdenkliche Aufklärung der AfD, nur Juden schächten auch.
    Das arme weiße Lämmchen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Die sehen immer einfach nur süß aus, wenn die auf der Weide rumhüpfen oder bei der Mutter trinken. Tiere schächten!!!! Es ist 2018, Gott braucht keine Opfer mehr. Vom Tempel steht nur die Klagemauer. Dafür hat Israel jetzt eine USA Botschaft in der heiligen Stadt Jerusalem… Nun, Tiere schlachten geht anders, da muss das Tier nicht unnötig leiden. Ich bin auch gegen die Beschneidung von Jungen. Wo bleibt das Selbstbestimmungsrecht über den Körper der Männer? Das hat die jüdische Lobby erfolgreich verhindert.
    Die CDU hat die höchsten Spenden von den Konzernen eingefahren. Bestechung machen die Gesetze in Deutschland.
    Israel sagt, das die EU schwach ist, Trump kann sie getrost im Bezug auf den Iran, ignorieren.

    Was dieser großkotzige Staat vergessen hat: Israel boykottieren. Auch wenn für solche Informationsveranstaltungen keine Räume mehr zur Verfügung gestellt werden.

    Wieviel Atomwaffen hat Israel? Wer überprüft das? Wer erklärt dem Staat Israel den Krieg, wegen Atomdeal, wie beim Iran? Da ist die höchste Alarmstufe angebracht und nicht das bisserl Uran vom Iran. Vielleicht stehen die israelischen Soldaten ja auf Ohrfeigen von iranischen Frauen oder doch mehr auf Teenager?

    • Fischer's Fritz am

      @LÜGEN HABEN…
      "… Juden schächten auch, Beschneidung von Jungen, Israels Atomwaffen.."

      Wir wollen hier doch nicht ins Antisemitsche abgleiten. (Ironie Ende)

  9. Mir Verlaub, irgend wovon müssen die Menschen doch leben. Und wenn sie Fleisch verzehren wollen,
    müssen sie Tiere töten. (Können doch nicht alle Sauerampfer fressen.) Menschen haben schon immer
    Tiere geschächtet, denn sonst wären wir schon ausgestorben. Schließlich haben wir als Jäger und Sammler
    einst angefangen (Grüne Stadtmenschen, die ihr Kalbschnitzel bei Aldi kaufen, können das nicht verstehen.) Wenn die Tiere ausgeblutet sind, dann sind sie halt tot und dienen uns als Nahrung. Wo ist das Problem?
    Wenn ein Löwe ein Zebra bei lebendigem Leib zerreißt, regt sich kein gutmenschlicher Tierschützer auf.
    Und wenn ein Einwanderer ein deutsches Mädchen schächtet, dann wird das von einigen Gutmenschen sogar noch relativiert und verdrängt. (Aber das hat mit Religion und Tierschutz nichts zu tun.)
    Übrigens: Pflanzen sind auch Lebewesen, die vor dem Verzehr oder während des Verzehrs getötet werden.
    Schämt Euch, Ihr Vegetarier und Veganer!

    • "Menschen haben schon immer Tiere geschächtet, denn sonst wären wir schon ausgestorben. Schließlich haben wir als Jäger und Sammler einst angefangen"

      Ausgestorben wären wir schon mal gar nicht. Der Mensch ist ja nicht von Fleisch abhängig. Was das Schächten anbelangt, Jäger haben bestimmt nicht damit angefangen, Sammler schon gar nicht. Jäger töten das Tier normalerweise sofort, ebenso werden die Zuchttiere beim Schlachter sofort getötet (wenn es richtig gemacht wird) und laufen nicht langsam aus und verrecken dabei ganz langsam. Das ist der Unterschied.

      • Lügen haben kurze Beine am

        Das haben sie richtig sachlich beschrieben. So muss es sein. Tierretter filmen manchmal schlimme Zustände, da zappeln die Tiere, weil sie noch leben. Beim Biofleisch auch nicht sonderllch besser. Die werden nicht mit Pfeil und Bogen erlegt.
        Deswegen eine gute Schlachterausbildung und nicht immer Billigarbeiter, dieses schnell und noch schneller arbeiten. Ein guter Lohn gehört dazu. Für den Arbeiter und den Bauern. Die verdienen ja gar nichts mit der Milch. Ein Bauer sollte vom Hof leben können statt noch nebenbei zu arbeiten.

    • @Andor+ Aristotl: Schön,daß wir uns wenigstens in einem Punkt mal völlig einig sind.

    • Lügen haben kurze Beine am

      Kein Fleisch von geschächteten Tieren weder in Deutschand; noch in anderen kultivierten Ländern. Sie können Aas essen, also tote Tiere, Das macht der Geier auch.

  10. Beobachterin am

    Stark! Diese Diskussion ist unbedingt notwendig und überfällig. Schächten ohne Betäubung ! ist in Deutschland durch den Tierschutz verboten. Trotzdem wird es praktiziert.

    Es ist bestialisch, widerwärtig, wie lange die Tiere mit dem Tod ringen. (YT > HALAL – Fleisch für Muslime (Schlachten – Schächten ohne Betäubung)) Nach 60 sec. habe ich das Video ausgemacht, genug gesehen, es ist mir einfach zu grausam.

    • Beobachterin am

      Frage @compact: Kann man #MähToo-Aufkleber kaufen? Die Aktion damit unterstützen.

      COMPACT: Für solche Fragen müssen ie sich direkt an die Website wenden.

    • Was glauben Sie denn,wie im Schlachthof die "gesetzlich vorgeschriebene Betäubung durchgeführt wird,Sie zartes Seelchen? Das Schächten (schneller Schnitt durch beide Halsschlagadern)ist auch nicht wesentlich schmerzhafter.

  11. Muss man ab sofort auch eine Betäubungsspritze am Angelhaken anbringen,
    die automatisch sticht, wenn der Fisch anbeißt?

    Sollen die Muslime machen, was sie wollen – aber bei sich zu Hause!

    Und was Menschenopfer angeht, so muss sich das BRD-System nicht verstecken
    (s. unkontrollierter Einlass ["Welcome"] von ich weiß nicht wie vielen Vergewaltigern und Mördern).

Bitte beachten Sie unsere Kommentarregeln.

Empfehlen Sie diesen Artikel