Lisa Fitz: Vollblutweib im Angriffsmodus

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Lisa Fitz ist eine Kabarettistin, die ihrem Metier Ehre macht: Wenn sie gegen Merkel, Maas und Konsorten schießt, bleibt kein Auge trocken. Während die Systemmedien sie heute als Verschwörungstheoretikerin verteufeln, konnte der alte Haudegen Franz Josef Strauß ihren Reizen durchaus etwas abgewinnen. Ein Auszug aus COMPACT 9/2018.

_ von Lukas Obermayr

«Das Gehirn ist keine Seife, es wird nicht weniger, wenn man es benutzt!» Diese aufklärerische Feststellung stammt von einer regelrechten Revolverschnauze, die allerdings zuerst denkt und dann spricht: von der Kabarettistin Lisa Fitz, die es wohl nicht als Beleidigung auffassen wird, wenn man sie als eine klassische Rampensau bezeichnet. Das 1951 geborene Bühnenurgestein entstammt einer bayerischen Künstlerfamilie und steht seit ihrem zehnten Lebensjahr vor Publikum. Sie studierte Musik, Ballett, Schauspiel sowie klassische Gitarre und präsentierte als erste Frau in Deutschland Soloprogramme mit eigenen Texten.

Mit Herz und Verstand

Der preisgekrönten Power-Frau – sie wurde unter anderem mit dem Deutschen Kleinkunstpreis und der Ludwig-Thoma-Medaille ausgezeichnet – wird nachgesagt, die Frauenbewegung in Deutschland nachhaltig beeinflusst zu haben. Dieser Tradition ist sie treu geblieben – aber sie hat sich gottlob nicht in altbackenen linken Stereotypen verloren. «Ich bin eine demokratisch denkende liberale Feministin, die der Meinung ist, dass auf diesem Narrenschiff etwas falsch läuft», beschreibt sie ihre Position.

Als Vollblutweib kämpft sie für ihr Geschlecht, ist aber den Männern durchaus zugetan. In ihrer Autobiografie Der lange Weg zum Ungehorsam. Erinnerungen für die Zukunft, erschienen 2011, beschreibt sie ein verhindertes Sex-Abenteuer mit dem linken Koks-Barden Konstantin Wecker und ihre Liaison mit dem anarcho-bayerischen Regisseur Franz Xaver Kroetz. Ihre erste Ehe mit Ali Khan nennt sie lebensklug «unerträglich und unersetzlich». Mittlerweile hat sie eine «heilige Herzensbindung» gefunden und ist ruhiger geworden. Den Emanzen gibt sie zu bedenken: «Wahre Emanzipation ist erst dann erreicht, wenn der Mann verschleiert zwei Schritte hinter seiner Frau hergeht und die Einkaufstüten trägt.»

Everybody’s Darling ist nicht ihr Ding, auch bekannte Namen nimmt sie sehr direkt aufs Korn. Im Fernsehsender RT erklärte sie unumwunden, dass sie Heiko Maas gerne Kunstdünger in die Schuhe schütten würde, damit er ein bisschen wachse. «Ich halte von ihm – nichts!», so Fitz im O-Ton. Obwohl überzeugte Pazifistin, verabscheut sie den faulen Frieden – und gerade diese Ablehnung jeder Kompromisselei mit dem Mainstream scheint ihr Jungbrunnen zu sein. Das «betreute Denken» ist ihr verhasst, die Meinungsfreiheit hält sie hoch. Daraus leitet die Urbayerin, ganz im Unterschied zu den «systemimmanenten Hofnarren» (Fitz über Kollegen ihrer Zunft), den wahren Auftrag eines Kabarettisten ab. Agitprop-Begriffe wie «Putinversteher», «Nazi» oder «Verschwörungstheoretiker» sind für sie Schablonen, die die Erkenntnis der Realität verhindern. «Es sind weder alle, die links sind, Stalinisten. Noch sind alle, die rechts sind, die abgehängten armen Gestalten. (…) Es gibt bei der AfD Ärzte und Richter, bei den Linken gibt es ganz verträgliche nette Leute, die keine Kommunisten sind, und im Mainstream gibt es genauso blöde Hunde, (…) es gibt alles überall», lautet ihr differenzierendes Credo.

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Da sie immer wieder lustvoll von den politisch korrekten Richtlinien abweicht, hängte man ihr die Schelle einer Verschwörungstheoretikerin um. So schrieb zu Jahresanfang die Welt: «Die Kabarettistin Lisa Fitz hat ihren neuen Song ”Ich sehe was, was du nicht siehst” auf Youtube veröffentlicht. In ihrem Text bediene sie sich klassischer antisemitischer Verschwörungstheorien, urteilt eine Expertin.» Was hatte sie Schlimmes gesungen? «Der Schattenstaat, die Schurkenbank, der Gierkonzern / Wer nennt die Namen und die Sünden dieser feinen Herrn? / Der Rothschilds, Rockefeller, Soros & Konsorten, / die auf dem Scheißeberg des Teufels Dollars horten» , lautet es in der inkriminierten Textpassage. Die Verleumder bezeichnete Fitz als «Papageienhorde», da einer nur die Schmähung vom anderen nachplappere. «Wenn ich Erdogan kritisiere, bin ich nicht türkenfeindlich. Wenn ich als Pazifistin die Kriegspolitik der USA kritisiere, bin ich nicht amerikafeindlich. Und wenn ich reiche Bankhäuser kritisiere, bin ich nicht einen Hauch antisemitisch», gab sie den Denunzianten zurück.

In ihrer Selbstdarstellung bezeichnet sie sich als Freigeist mit liberaler Gesinnung. Würde sie wie viele ihrer Kollegen gegen die verordneten Feindbilder schießen, also gegen Putin oder Orban statt gegen die NATO oder gegen das Christentum statt gegen den Islam, dann wäre ihr sicherlich so manche moralinsaure Aufregung erspart geblieben. Sie spricht in diesem Zusammenhang von einem «neudeutschen Empörialismus» mit «viel Meinung, wenig Ahnung». Ihr selbst hingegen kann man schwerlich Ahnungslosigkeit vorwerfen, den Koran zum Beispiel hat sie komplett gelesen. (…)

Dies ist ein Textauszug aus COMPACT 9/2018. Ab morgen kam Kiosk oder hier bestellen. Falls Sie mit dieser Ausgabe Ihr Abo beginnen möchten, klicken Sie bitte auf das Bild oben.

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