Zweierlei Maß: Markus Söder muss sich für das Wort „Asyltourismus” entschuldigen, während ein linker Journalist den CSU-Politiker Horst Seehofer als „Schwein” bezeichnet und ihm einen “Sarrazin-Schlaganfall” wünscht, nichts zu bereuen hat…

    Gerade Mainstreampolitiker und -Journalisten beklagen gerne die Verrohung von Sprache und Umgangsformen. Dabei lassen sie keinen Zweifel, dass diese Feststellung nur auf den politischen Gegner gemünzt ist. Selbst wenn man Antifa & Co weglässt, ist diese Behauptung schlicht falsch. Zudem wird verschwiegen, wie unterschiedlich die tolerierten Standards für beide Seiten gehalten sind.

    Nehmen wir zwei aktuelle Beispiele: Da ist Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und sein Begriff vom „Asyltourismus“. Der bezog sich auf das Phänomen, dass Migranten trotz Einreiseverbot nach Deutschland kommen. Dass sie beispielsweise in Spanien einen Asylantrag gestellt hätten, ihr Verfahren aber von Deutschland aus betrieben.

    Andrea Nahles (SPD) warf Söder vor, mit diesem Begriff Hetze zu betreiben und „wie die AfD” zu reden. Die SPD hatte im bayerischen Landtag gar eine Begriffsdefinition gefordert, andernfalls wollte man vor Bayerns Verfassungsgerichtshof klagen.

    Söder versprach daraufhin: „Für mich persönlich gilt: Ich werde das Wort Asyltourismus nicht wieder verwenden, wenn es jemanden verletzt“.

    Screenshot Twitter

    Jetzt die linke Seite: Der Journalist Robert Niedermeier, dessen Artikel  in der antideutschen Jungle World erscheinen, schoss gestern einen Tweet ab, mit dem er scheinbar sogar Deniz Yücel übertreffen wollte: „Wünsche mir zu meinen Geburtstag, dass Journalisten, die die Gelegenheit dazu bekommen, Seehofer zu bespucken, ohrfeigen, treten, beleidigen und mit Essensabfälle bewerfen… Einen Sarrazin-Schlaganfall sei ihm auch gegönnt.“

    Nun ist dieser Tweet inzwischen „verschwunden“. Ob Twitter (das laut Medienbereicht angeblich eine Million Konten pro Tag wegen Fake-News gesperrt hat), ihn in den Orkus sandte, ist unklar. Jedenfalls sind weitere Sätze von Niedermeier weiterhin zu lesen: „#Seehofer angreifen – Bürgerpflicht“, „Ein Schwein namens Horst“ und „Ich entschuldige mich aufrichtig bei allen Schweinen, #Seehofer ein Schwein genannt zu haben.“

    COMPACT-Magazin im Juni 2018
    COMPACT-Magazin im Juni 2018, Mein BAMF- Merkels tiefer Sturz.

    Niedermeiers Konto ist weder gesperrt, noch wird er mit einer Anzeige rechnen müssen. Zweierlei Maßstäbe im politischen Diskurs…

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