Libyscher Ministerpräsident droht Europa mit gigantischer Flüchtlingswelle – Unterstützt Trump nun Haftar?

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In Tripolis droht die Übergangsregierung nun mit der Flüchtlingswaffe

_von Sven Reuth

 In Libyen halten die schweren Kämpfe rund um die Hauptstadt Tripolis zwischen den Milizen, die dem Ministerpräsidenten Fayiz as-Sarradsch unterstehen, und der Libysch Nationalen Armee (LNA) des früheren Gaddafi-Generals Chalifa Haftar an. Die Offensive der LNA scheint weiterhin in den Außenbezirken der Hauptstadt festzustecken.

Unterdessen hat sich der international teilweise anerkannte Ministerpräsident Fayiz as-Sarradsch, der faktisch aber nur über das im Nordwesten des Landes liegende Tripolitanien herrscht, am vergangenen Donnerstag in einem Interview mit der Tageszeitung „Welt“ geäußert. Er forderte die internationale Gemeinschaft auf, seiner Regierung beizustehen. Im Fall des Sturzes seiner Regierung erwartet er einen Massenansturm von in Libyen befindlichen Migranten auf Europa.

Wörtlich sagte as-Sarradsch: „Die Folgen der Attacke betreffen auch die illegale Einwanderung und den Terrorismus: Sollte diese Offensive weitergehen, wäre die Sicherheit noch weniger kontrollierbar, in dieser Hinsicht gibt es bereits einige Anzeichen. Auf libyschem Territorium gibt es 800.000 illegale Einwanderer. Sie werden einen Weg finden, nach Europa zu kommen, und unter ihnen sind auch infiltrierte Terroristen und Kriminelle.“

Noch weiter ging der stellvertretende libysche Ministerpräsident Ahmed Maitiiq, der zum radikalen Flügel der islamistischen Muslimbrüder gezählt wird. In einem Interview mit der italienischen Zeitung „La Repubblica“ sagte er seinem Land „30 Jahre Bürgerkrieg, 30 Jahre Herrschaft des IS und 30 Jahre Verwüstung“ voraus, falls es nicht gelänge Haftar zu stoppen. Mit einer solchen Aussage lenkt Maitiiq aber auch davon ab, dass die Regierung as-Sarradsch selbst von Milizen gestützt wird, deren islamistische Ideologie nicht weit von der entfernt ist, die auch die Terrormiliz „Islamischer Staat“ vertritt.

Stellvertreterkrieg in Libyen

In den deutschen Medien wird immer von der „international anerkannten“ Regierung von as-Sarradsch gesprochen. Diese formelhafte Aussage ist aber im Grunde genommen irreführend und wird den inneren Verhältnissen, die in Libyen herrschen, nicht gerecht. Die Übergangsregierung in Tripolis wird nicht einmal vom libyschen Parlament, dem im ostlibyschen Tobruk tagenden und mehrheitlich säkular ausgerichteten Abgeordnetenrat, anerkannt. Auch auf internationaler Ebene hat Chalifa Haftar, der vom „Spiegel“ einmal als „Wladimir Putins Wüstenfuchs“ bezeichnet wurde, viele bedeutende Unterstützer. Dazu gehört mit Saudi-Arabien, Ägypten und den Vereinigten Arabischen Emiraten ein Netzwerk arabischer Staaten, das den wachsenden Einfluss der Muslimbruderschaft in der Region eindämmen möchte. Der derzeitigen Regierung in Tripolis wird ein enges Verhältnis zur Muslimbruderschaft nachgesagt, sie wird auch von Staaten wie Katar oder der Türkei unterstützt, die als internationale Unterstützer dieser Organisation gelten.

In Libyen geht es um einen geopolitischen Machtpoker. Lesen Sie dazu auch unser Compact Spezial zum Endkampf um die neue Weltordnung.

Ein weiterer Unterstützer Haftars ist Frankreich, das den ehemaligen Gaddafi-General angeblich auch über die eigene militärische Präsenz in der Region, die beispielsweise durch das sogenannte „G5 Sahel“-Antiterrormandat gegeben ist, unterstützt. Paris geht es wohl vor allem um die Interessen der eigenen Ölindustrie, was wiederum Italien auf die Palme bringt, das eng mit der Regierung in Tripolis kooperiert und mit dieser ein Abkommen zum Schutz der eigenen Küsten vor illegaler Migration geschlossen hat.

Russland unterstützt mit Haftar einen Soldaten, der noch in der Sowjetunion militärisch ausgebildet wurde und der als absolut zuverlässiger Kämpfer gegen den Islamismus gilt. Der libysche Feldmarschall wurde vor zwei Jahren mit militärischen Ehren auf dem russischen Flugzeugträger „Admiral Kusnezow“ begrüßt, als dieser vor der ostlibyschen Küste ankerte.

Nun scheint Haftar auch Unterstützung aus Washington zu bekommen. Das Weiße Haus veröffentlichte am Karfreitag eine Presseerklärung, in dem von einem Telefonat des US-Präsidenten mit Haftar berichtet wird, das schon am Montag stattfand.

Trump lobte in dem Gespräch „die bedeutende Rolle von Feldmarschall Haftar bei der Bekämpfung des Terrorismus und der Sicherung der Ölressourcen Libyens“. Die beiden Politiker hätten außerdem „eine gemeinsame Vision für den Übergang Libyens zu einem stabilen, demokratischen politischen System“ besprochen.

Das klingt nicht gerade so, als würde man im Weißen Haus noch auf as-Sarradsch setzen. Trotzdem kann auch Trump Haftar nicht die Eroberung von Tripolis abnehmen. Die gestaltet sich wohl wesentlich schwieriger als gedacht, da mittlerweile auch islamistische Milizen aus der Großstadt Misrata, die ebenfalls in der von der libyschen Übergangsregierung kontrollierten Zone liegt, in Tripolis eingetroffen sind und den Verteidigungsring um die Hauptstadt verstärken.

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15 Kommentare

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    rumpelstielz am

    Muslime sind nicht in der Lage selbstbestimmt zu leben. Die Selbstbefreiung aus Religion und Herrscherhörigkeit dauert 50Jahre. In Staaten in denen der Religionswahn herrscht gibt es Fanatiker und grenzenlos dumme Leute. Als man Gaddafi dem Pöbel opferte hoffte man die befreien sich – das Gegenteil passierte. Gaddafi war gut – zu uns und zu Syrern.
    Mit Assad ist es genau so. Reicht den Verbrecherstaaten VSA D Gbr F I nicht, was sie in Syrien schufen und in Irak…

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    I
    Ich waere mal ein wenig vorsichtig, was die Beurteilung Haftars angeht. Zwar ist er (scheinbar) ein Feind des Islam und der Muslimbruederschaft aber immernoch ein CIA-Agent mit US-Staatsbuergerschaft. Trump hat jetzt, wenn auch nur andeutungsweise, die Katze aus dem Sack gelassen. Haftar ist “sein Mann”. Da Haftar bei der Eroberung Libyens nicht nur mit der Hilfe der arabischen Laender wie SA etc., sondern auch Israels (was gerne verschwiegen wird) rechnen kann, wird ihm die Eroberung auch gelingen. Somit wird ein CIA-Agent in Libyen plaziert, der zwar die Oellieferungen an den Westen garantiert aber auch eine Lenkwaffe, die USRAEL-hoerig ist, was bedeutet, dass das Dirigieren der Fluechtlingsstroeme weiterhin in den Haenden der Urheber ist. Dies zum ersten. Zweitens werden Haftars westl. Unterstuetzer niemals zulassen, dass Libyen wieder zu dem wird was es unter Gaddafi war. Ein bluehendes Land, stark und maechtig, so maechtig, dass es den Westen, speziell aber Israel, herausfordern konnte, weshalb Gaddafi sterben musste.

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    II
    Und zwar auch durch den CIA-Agenten Haftar, der nach eigenen Aussagen eine Militaerdiktatur errichten will. Drittens waere ein Libyen unter Haftar vermutlich ein USRAEL-treuer Weggefaehrte auf dem Marsch nach Damaskus und Teheran. Bis hierher waere also die erste Positionierung Haftars fuer mich klar. Wenn da nicht Russland waere. (Wikipedia-Chalifa Haftar-Buergerkrieg). Haftar wurde in der SU ausgebildet, floh aber ins US-Exil und wurde dort langjaehriger Mitarbeiter der groessten Verbrecherorganisation der Welt, CIA.
    Haftar verspricht die Vertraege Gaddafis mit RU wieder aufleben zu lassen, was fuer RU Waffenexporte in Milliardenhoehe bedeutet. RU bzw. Putin scheint das geostrategische Spiel viel besser zu beherrschen als die Pappnasen in der EU. Das dabei auch eine Menge Geld durch Oel und Gas im Spiel ist ist klar. Sollte sich Haftar also gaenzlich auf die Seite von RU schlagen, ergeben sich wieder ganz andere Konstellationen. Also Vorsicht bei diesem Araber.

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    Im übrigen ist das mit der Invasion libyscher Flüchtlinge nichts Neues. Man google mal nach dem Testament von Oberst Gaddhafi. Dann findet man ein interessantes Video.

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    Sachsendreier am

    Ehrlich, welches Land auf Großkaffnukistan ist nicht voller Korruption, Hass auf westliche Lebensart und überbordende Gewalt? Und welche Regierung dort ist denn ihrem Volk eine Stütze? Keine. Diese Regierungen sind nur dafür da, sich und ihren Clans ungeheure Vorteile zu schaffen… In unseren Staatsmedien wird seit Tagen gebetsmühlenartig von den leidenden Kindern Libyens gesprochen. Was vermuten lässt, dass wir Mediennutzer eingestimmt werden sollen in eine salbungsvolle Aufnahme etlicher Notleidender aus diesem neuen Kriegsgebiet. Was letztendlich hier in Scharen ankommen wird, wenn tatsächlich diese arge Vermutung meinerseits wahr werden sollte, mag man sich nicht vorstellen, wenn man sich die paar geruhsamen Ostertage nicht auch noch verderben möchte. Vermeiden wir also intensives Grübeln, genießen wir das herrliche Wetter. Danke und wundervolle Ostern, unermüdliches COMPACT-Team! Ebenfalls schöne Ostern, liebe User-Gemeinschaft!

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    heidi heidegger am

    Feldmarschall Haftar?? D i e Art von Beförderung kenne ich doch noch aus den 40ern, ähemm. Neinein, das muss der fliessend französisch sprechende Agent 0SS117 ran (weltmännischer Frauenschwarm unn datt..moi!), mit einem dressierten unverfressenen Jack Russell Terrier „Jack“..Flocky brennt schon vor Eifersucht..die weitgereiste @Gabi als Sekretärin äh Saboteurin muss auch mit, sonst wirds mir fad unter lauter Nafris..demnächst in diesem Forum (als Kurz-Drehbuch-Treatment, hihi). 🙂

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      Jeder hasst die Antifa am

      Dein Flocky soll ihn also in den Haftarsch beißen nach dem du ihn von der Leine gelassen hast. Aukidauki

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      heidi heidegger am

      verflixtes Tripolis äh Kairo (ganz egal, Mann!), ein einziges Spionage-Nest jedenfalls, also wir schreiben das Jahr 1955 und Gabis Nafri-Brieffreundin ihrer Oma "Larmina" et moi machen da rum im Maghreb (ohmann!, die Rotblonde im anderen OSS117-Film ist viel goiler, ey!). also hier:

      [ OSS 117 Cairo nest of spies – part 2 eng. sub ] /watch?v=K3qRZOT75k4

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    Wie hieß es doch einmal, wie bekommt man 11 englische Fußballspieler in eine Telefonzelle, man muß nur eine Büchse Bier in die Selbige werfen. Ich habe schon mehrfach die CDU auf ihrer Seite angefragt, wie viele Migranten, ich drücke es mal so vorsichtig aus, die noch in unsere Telefonzelle lassen wollen … natürlich keine Antwort und wer diese Organisation mit einem Schäuble, der nicht einmal eine AfD Vizebundestagspräsidenten dulden will, endlich, um der sogenannten Demokratie endlich mal wieder ein wenig davon geben, für was die eigentlich stehen soll.

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      heidi heidegger am

      *schmunzel* Also: Basketbälle (in Massen) über Afrika abwerfen und über Pakistan ein‘ Haufen Cricket-Zeugs?? schön wärs ja, wanns ditt klappen würde, hihi.

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        Jeder hasst die Antifa am

        Liefre lieber eine Ladung Ziegen dorthin damit sie was zu fressen haben aukidauki

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      Jeder hasst die Antifa am

      Wie bekommt man 11 Asylanten in einen Trabbi, man legt dort deutsche Pässe rein.

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    Dass Präsident Trump mit Herrn Haftar "wohlwollend" gesprochen hat, ist eine interessante Info! Wenn das so bliebe, würde dies ja auf eine "Spaltung" innerhalb des westlichen Bündnisses hindeuten. Allerdings habe ich eher den Verdacht, dass man Trump mal wieder weichklopfen und am Ende die Nato erneut ihr Unwesen in Libyen treiben wird.

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    DerSchnitter_Maxx am

    Die, die immer … kreischen, drohen und fordern … sind natürlich wie immer und immer wieder -nur- die Bessermenschen … 😉

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