Lebensgefährlich: Trump geht gegen die Fed vor – damit greift er die Finanz-Mächte direkt an

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„Trumps großer Tabubruch“, schrieb die „Welt“ Ende August, als der US-Präsident zum ersten Mal gegen die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) laut wurde. Seither vergeht kein Monat, in dem er nicht nachgelegt hätte. Der Mann ist mutig – oder lebensmüde.

Die „Welt“ fuhr fort: „Es ist eine Einmischung, wie es sie lange nicht mehr gab. Der Verstoß gegen ein ungeschriebenes Gesetz. Seit Jahrzehnten hatte niemand mehr so etwas gewagt. Aber Donald Trump kümmert das wohl nicht.“ Das „ungeschriebene Gesetz“ besagt, dass die Politik sich aus der Geldpoilitik heraushalten soll, weil das die „unabhängigen Fachleute“ besser können. Was in den Mainstream-Medien nie dazugesagt wird: Die Fed wird zwar von vermeintlich „unabhängigen Fachleuten“ geführt, aber sie ist im Besitz der großen Privatbanken, die dadurch Staat und Ökonomie der Supermacht steuern. Aber Trump ist offensichtlich nicht bereit, dieses „ungeschriebene Gesetz zu akzeptieren.

„Ich denke, die Fed ist verrückt geworden“, legte der US-Präsident Anfang Oktober nach. Ende November dann: „Ich denke, die Fed ist ein viel größeres Problem als China.“ Und vorgestern bezeichnete er die Fed als „töricht“ (foolish). Vordergründig geht es um die Fragen der Zinsen: Die Fed erhöhte diese im laufenden Jahr mehrfach und will offensichtlich an dieser Politik festhalten. Trump befürchtet hingegen, dass durch die Verteuerung der Kreditaufnahme die Realwirtschaft stranguliert wird, weil ihr Kapital für dringende Investitionen fehlt. Die Fed begründet ihr Handeln mit der Sorge um die Geldwertstabilität. Doch das ist vorgeschoben: Seit 2008 hat die Fed nämlich so viel Geld in die Zirkulation gepumpt wie nie zuvor – Geldschöpfung aus dem Nichts, ohne realwirtschaftliche Grundlage. Doch dieses Geld kam dem Finanzsektor zugute, den Banken der Wall Street – während die Niedrigzinspolitik von Trump der Industrie und den Verbrauchern helfen würde. Das ist der Unterschied: Die Fed unterstützt das Finanz-Casino, in dem ihre Besitzer das große Rad drehen – Trump dagegen die Realwirtschaft.

Die Macht des Geldes und dunkle Machenschaften

Dieser Konflikt durchzieht die amerikanische Geschichte seit der Fed-Gründung 1913 – diese und andere „Kriminalitätsgeschichten des Großen Geldes“ sind Thema der neuen COMPACT-Spezial „Finanz-Mächte“ (hier bestellen). Die 84-seitige Ausgabe widmet ein längeres Kapitel ganz der US-Notenbank, nach ihrem Gründungsort als „Monster von Jekyll Island“ bezeichnet. Darin heißt es:

Die New York Times ließ am 2. Dezember 1981 ihre Leser wissen, dass die Fed zu den drei geheimsten Institutionen in Washington gehöre. Ihre Befehle erhielten die Banker «von außen», also von ihren Besitzern, den Großbanken, deren Geschäftsanteile ebenfalls streng geheim sind. Wer die Besitzer sind? Obwohl sich seit 1913 durch zahllose Bankrotte, Aufkäufe und Verschmelzungen die Namen und Besitzverhältnisse vieler Gründungsaktionäre verändert haben, ließen sich diese aber zumindest für die tonangebende Regionalbank der Federal Reserve, die Fed New York, doch einigermaßen rekonstruieren: Demnach hält JP Morgan Chase – also die Familien Rockefeller und Morgan – 38 Prozent und die Citibank (gleichfalls Rockefeller) 17 Prozent. Auch Goldman Sachs und Morgan Stanley dürften größere Aktienanteile besitzen. Die Mitgliederliste 1983 umfasste insgesamt 27 Banken. An der gesamten Fed-Gruppe werden den rein amerikanischen Banken insgesamt Anteile von 66 Prozent, den alten europäischen Bankhäusern (direkt oder indirekt über US-Banken) 26 Prozent zugeschrieben.

Das Inhaltsverzeichnis des Kapitals zur Federal Reserve („Das Fed-Monster“) in COMPACT-Spezial „Finanzmächte. Kriminalgeschichte des Großen Geldes“:

Das Fed-Monster

Das Ungeheuer von Jekyll Island
Die Geburt der Federal Reserve

Die Fed und der Krieg
Mit Papiergeld und Bomben

Der Greenback und die Räuberbarone
Interview zur amerikanischen Notenbank

«Rockefeller kann nie verlieren»
Ron Paul bekämpft das Banken-Monster

Sowohl die Ermordung von US-Präsident Abraham Lincoln wie von John F. Kenney wird mit dem Kartell der Privatbanken in Verbindung gebracht: Lincoln gab zur Finanzierung des Bürgerkrieges Anfang der 1860er Jahre Dollarnoten direkt von der US-Regierung heraus, unter Umgehung der Privatbanken – und John F. Kennedy wollte genau dieses Modell 1963 auch wieder aufgreifen. Wenn Trump jetzt ebenfalls das Geldmonopol der Oligarchen über die Fed brechen will, lebt er gefährlich…. Aber das weiß er In COMPACT-Spezial „Finanz-Mächte“ dokumentieren wir eine Rede von ihm zu diesem Komplex. Trump sagte im Wahlkampf 2016:

Dies ist ein Kampf um das Überleben unserer Nation. Diese Wahl entscheidet, ob wir eine freie Nation sind oder ob wir nur in einer Illusion von Demokratie leben und tatsächlich von einer kleinen Handvoll globaler Interessengruppen kontrolliert werden, die das System manipulieren. Dies ist keine Verschwörung, sondern Realität – und Sie und ich wissen das genau.

Der Kampf mit den Finanz-Mächten spitzt sich zu: Trump gegen die Fed, das Brexit-Volk gegen die City of London, die Gelbwesten gegen den Rothschild-Mann Macron… Mit COMPACT-Spezial „Finanz-Mächte. Kriminalgeschichte des Großen Geldes“ haben Sie ein faktengesättigtes Nachschlagewerk über diese globalen Strippenzieher. Hier bestellen!

 

 

Über den Autor

Jürgen Elsässer

Jürgen Elsässer, Jahrgang 1957, arbeitete seit Mitte der neunziger Jahre vorwiegend für linke Medien wie Junge Welt, Konkret, Freitag, Neues Deutschland. Nachdem dort das Meinungsklima immer restriktiver wurde, ging er unabhängige Wege. Heute ist er Chefredakteur von COMPACT-Magazin. Alle Onlineartikel des Autors

 

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