Lachen mit den Meistersingern

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Eine Neuproduktion von Richard Wagners Meistersinger von Nürnberg an der Staatsoper Berlin (Premiere am 3./4. Oktober 2015)

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_von Lasse Söderstrup

Im März 2015 schrieb Daniel Barenboim, dass er „aus einem ganz bestimmten Grund“ Richard Wagners Meistersinger von Nürnberg für die Eröffnung der Saison 2015/2016 ausgesucht hätte, und er kündigte die Premiere einer Neuproduktion unserer Nationaloper für den derzeitigen Nationalfeiertag, den 3. Oktober, an. Er betrachte, so Barenboim, die Meistersinger als eine „Würdigung deutscher Kultur in all ihrer Vielfalt“; der „25. Jahrestag der Deutschen Einheit“ sei „ein wunderbarer, froher Anlass für solch eine Würdigung“. Es sei ihm „wichtig“, „dass wir die deutsche Geschichte, Kunst und Kultur (…) nicht auf diese zwölf Jahre der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft reduzieren“.

Seit dieser Ankündigung fieberte ich gespannt und neugierig dem 3. Oktober entgegen. – Nun war es so weit, und – ich muss es vorwegnehmen – es war eine begeisternde Aufführung: ein großartiges Theatererlebnis, das sich übrigens über zwei Tage hinzog: der dritte Aufzug wurde ausnahmsweise am nächsten Mittag gegeben. Der Matinée-Charakter der Vorstellung tat dem Ganzen sehr gut. Die Tageszeiten von Stück und Wirklichkeit entsprachen sich außerdem somit. Schon seit langem machte ich mir Gedanken über eine Inszenierung nach einer nationalen Revolution, nach einer Rückgewinnung unserer Souveränität. Für mich stand immer fest, dass wir, sollten wir es noch einmal schaffen, Herr im eigenen Haus zu werden, diesen Sieg unbedingt mit einer festlichen Aufführung der Meistersinger feiern sollten. Und natürlich würde dies an einem 9. November stattfinden, unserem wirklichen Nationalfeiertag.

Ich wollte eine Mischung aus Zukunfts-Traum und Noch-Wirklichkeit unseres volklichen Lebens entwerfen, wollte die „Lehrbuben und Gesellen“ in den Trachten, die wir heute – etwa von Gerüstbauern oder Straßenarbeitern – kennen, auftreten lassen, die „Bürger und Frauen aller Zünfte“ so darstellen, wie sie sich heute kleiden und bewegen – dies aber in ihrer würdigsten und anmutigsten Weise. Ich wollte das Volk zünftig und kernig darstellen, wie es ja zum Teil noch ist, wollte dies besonders herausarbeiten und dem Volke zeigen: So seid ihr! Ihr seid nicht klein und eingeschüchtert! Ich wollte die Inszenierung in unsere Gegenwart bringen, wobei Ausstattung und Kostüme auch Rückgriffe in unsere Folklore vornehmen sollten, immer aber in realistischer, nie in musealer Weise – doch immer ein klein wenig deutscher als wir sind, um die Bühne pädagogisch zu nutzen. Stets nach vorn gerichtet als Anstoß hin zu einem neuen Aufblühen unserer wundervollen und reichen Kultur – dies auf der Bühne quasi vorwegnehmend. Gewinnen wollte ich für diese Inszenierung Wladimir Jurowski, der mit seinem Dirigat der Meistersinger-Aufführung von Glyndebourne 2012 die Prüfung bereits meisterlich bestanden hat. Vor kurzen erst erging die frohe Kunde, dass der Rolf-Reuter-Schüler den Posten des Chefdirigenten am Rundfunk-Sinfonieorchester angetreten hat, was nicht nur das Berliner Tolstoi-Institut, sondern alle Freunde der deutsch-russischen Zusammenarbeit mit Freude erfüllt. Den Hans Sachs hätte ich – um auf die diesjährige Premiere zu kommen – durchaus so dargestellt, wie es die Regisseurin Andrea Moses jetzt getan hat: hemdsärmelig, wuchtig, arbeitsam, leistungsstark und souverän: Chef eines mittelständischen Unternehmens, ein echter BRD-Haudegen – ganz hervorragend von Wolfgang Koch dargestellt und gesungen.

Andrea Moses hat die Oper nicht wirklich in der Gegenwart, vielmehr in der BRD der 60er bis 80er Jahre angesiedelt: das Bühnenbild (Jan Pappelbaum) mit seinen Holztäfelungen erinnert an Sitzungssäle in Bonn, die „Lehrbuben und Gesellen“ sind Saaldiener etwa des Parlamentes, der David – beachtlich von Stephan Rügamer gesungen und gespielt – ist ihr Abteilungsleiter. Anklänge an die DDR fehlen, was etwas überrascht, stammt Andrea Moses doch aus der DDR und hat an deren Institutionen und in Moskau ihre Ausbildung genossen.

Doch gegenwärtig ist die Inszenierung dann doch wieder insofern, als unsere Gegenwart nun mal großwestdeutsch geprägt ist, und so treten die Meister dann als Chefs großer deutscher Unternehmen auf, was mit einer großen Werbetafel dargestellt wird, auf der – ähnlich wie bei Interviews nach einem Fußballspiel – die Schriftzüge der Pogners, Vogelsangs, Kothners, Zorns usw. prangen, Layouts bekannter Marken parodierend. Das geschieht in einer liebenswürdigen Ironie und bricht und bremst in der Schlussszene auf keine destruktive Art das Pathos: Hans Sachs steckt sich nach erfolgreicher Lancierung Stolzings erst mal eine Zigarette an. Brandmeldeposten sind omnipräsent, denn es wird nicht wenig geraucht auf der Bühne. Eva steckt sich öfters eine an, etwa wenn sie mit Sachs kokettiert oder mit Lene konspiriert.

Der erste Teil des zweiten Aufzugs spielt nachts auf einem Hochhaus unter den Leuchtreklamen für die Firmen Sachs und Eisslinger. Hier wirkt die Bühne deprimierend und kalt: Deutschland gibt es nicht mehr, ist völlig verödet und sich selbst entfremdet. Dieser Teil hat – das ist auch der wagner‘schen Vorlage geschuldet – Längen, kontrastiert dadurch umso mehr mit der furiosen finalen Prügelszene, die Andrea Moses – aber auch Daniel Barenboim und dem Orchester – ganz besonders gut gelingt. Man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen möchte, so turbulent geht es zu – viel zu schnell; man möchte die Szene sofort noch fünf weitere male sehen: bunt, lebendig, und überaus witzig ist sie mit ihren FC-Union-Fans, mit ihren Meistern in Bademänteln und asiatischen Nutten, mit Punks und Nazis – alles kloppt sich wild durcheinander wie in einer Orgie, bei der – Paradoxie als Prinzip – eines auffällt: Gemeinsamkeit und Zugehörigkeit. Plötzlich tritt auch die Regenbogen-Fraktion samt übergroßer Flagge auf und mischt sich ein, alles gerät außer Rand und Band, nur ein Rabbi schleicht sich angesichts des Furors davon und sucht das Weite im Zuschauerraum. Doch die Kulmination der Komik bringt ein buddhistischer Mönch, der plötzlich unter den Prügelnden auftaucht und am Bühnenrand herumirrt und sein Gewand fast verliert. Barenboim steigert sich in Ekstase, das Publikum ist hellauf begeistert und hält zur lauten Musik das Lachen nicht zurück. Schließlich weht über der ganzen Szenerie plötzlich eine riesige Fahne der Russischen Föderation, so als ob Putin schon in Deutschland wäre, für Ordnung zu sorgen. (Bei der Berliner Erstaufführung 1870 verschwand übrigens in dieser Szene die Trennung von Bühne und Zuschauerraum, in dem es nur noch Toben, Pfeifen und Schreien gab. Anderswo sollen in Opernhäusern schon Revolutionen ausgebrochen sein.)

Apropos „Komik“: auf diese legt Andrea Moses besonderen Wert. Wagners „Lachen soll man! Lachen!“ steht als Motto über ihrer Arbeit – mit großem Erfolg! Ich hätte nie für möglich gehalten, dass der spezifisch wagner‘sche Humor, der ja fast von vor zwei Jahrhunderten stammt, heute noch so gut auf der Bühne umgesetzt werden kann! Besonders gelingt Andrea Moses das beim großen Auftritt Beckmessers im dritten Aufzug: hier wird das ganze Publikum von Gelächter erfasst und erste Tränen fließen – wenig später solche vor Vaterlandsliebe. Markus Werba spielt außerordentlich gut, doch am erstaunlichsten ist, wie sehr hier auch der Text – die verrückte Ableitung aus Stolzings Vorlage „Morgenlich leuchtend“ – unmittelbar verständlich ist und die Komik bewirkt. Es ist zu hoffen, dass Andrea Moses bald die Gelegenheit bekommen wird, den Ring zu inszenieren – alleine schon aus der Neugier heraus, wie sie die Siegfried-Komik meistern wird.

Dennoch ist der Beifall am Ende des zweiten Aufzuges – obzwar lang – verhalten, sogar ein Buhruf ist zu vernehmen. Das lag wohl an besagten Längen und dem wirklich total trostlosen anfänglichen Bühnenbild (am Ende kämpft ein Punk, an einer Leuchtreklame hängend, ums Überleben und stürzt ab).Ganz und gar gelungen dann die Festwiesen-Szene am Ende des dritten Aufzuges, die vor dem neugebauten Berliner Schloss spielt (das sich freilich am Ende in die Lüfte davonmacht): Jetzt vermehrt sich das Schwarz-Rot-Gold, das schon vorher nicht gerade sparsam (und etwas zu belehrend und metapherhaft) eingesetzt wird, in Form von Blumen, Luftballons, Schärpen, Bändern usw. – und schließlich wehen sogar schwarz-weiß-rote Fahnen über der Szenerie, die aber – ähnlich der denkwürdigen Merkel’schen Geste gegenüber CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe – geflissentlich wieder heruntergerissen werden. Gepasst – wir denken an den Auftritt des Thronanwärters auf der 4. Compact-Konferenz – hat es jedenfalls.

Ein schönes Nebeneinander aus Spaß und Pathos, eine ernsthafte, tiefgründige Heiterkeit entsteht – dem Sommermärchen von 2006 nicht unähnlich. Klaus Florian Vogt als Walther von Stolzing ist etwas zu fein, zu weiblich: der Lohengrin, den er so gut gegeben hat, scheint er selber zu sein; von ihm kommt er nicht richtig weg; der genitale Charakter, der er sein sollte, ist er jedenfalls nicht. Ganz hervorragend besetzt ist mit Jürgen Linn der Balthasar Zorn; großen Applaus erhält auch Graham Clark für seinen Kunz Vogelgesang. Star-Wagner-Bassist Kwangchul Youn hat für den Veit Pogner etwas von einer Fehlbesetzung – aber das mag an Vorbildern wie Karl Ridderbusch unter Karajan liegen.

Aber der Star des Abends ist ohne Zweifel Andrea Moses, die am Ende immer wieder herausgeklatscht wird und sich, gemeinsam mit Maestro Barenboim, riesig über ihren Erfolg freut. Sie hat genau das getan, was eine gute Arbeit mit Wagner-Material ausmacht: den ganzen Sinn des Geschehens mithilfe von Gestik, Mimik und Textverständlichkeit herauszuarbeiten (selbst Opernlaien brauchten keine Obertitel). Alles ist wahrhaftes Schauspiel, das unmittelbar nachvollzogen wird. Transparenter kann man z.B. kaum die Szene darstellen, in der Sachs Stolzing beim Abfassen seines Preisliedes hilft. – Meister Wagner hätte seine Freude daran gehabt. Man wird in die Szenen förmlich hineingesogen, ist ganz Teil von ihr. Dies wird zusätzlich dadurch bewirkt, dass der Zuschauerraum mehrmals zur Bühne und auch ausgeleuchtet wird.

Gehen Sie wieder einmal in die Oper! Die Qualität der allermeisten Produktionen an deutschen Häusern ist erstaunlich hoch (stellvertretend sei Graham Vicks Tristan im vorigen Jahr an der Deutschen Oper genannt). Und echte Musik zu erleben, ist etwas ganz anderes als Musik von der Konserve zu konsumieren: welche Orchesterstimmen man dann entdeckt und gar das erste Mal richtig hört!

Andrea Moses‘ Regiearbeit ist unbedingt zu empfehlen – ich gehe davon aus, dass sie in der nächsten Saison wieder auf dem Spielplan steht. Ersatzweise zu empfehlen ist bis dahin Philipp Stölzls ebenfalls sehr gute Inszenierung des Fliegenden Holländers – auch in der Berliner Staatsoper im Schillertheater – am 12., 15., 20., 22. oder 25. November 2015. – Und natürlich meine Inszenierung der Meistersinger nach der nationalen Revolution.

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Über den Autor

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31 Kommentare

    • Weil Mozart anders als Wagner Freimaurer war? Schon klar.
      Ihr „Katholiken“ seid so was von leicht zu durchschauen …

      • Weil Mozart für deutsche Musik steht, und Wagner für undeutsche, bzw. anti-deutsche Musik. Ein typischer „décadent“ und Verfallsskribent. Das Freimaurertum Mozarts ist zwar abzulehnen, spielt aber für die Beurteilung seiner Musik [so gut wie] keine Rolle.

      • HELMUT HERZBERG am

        Jetzt übertreiben sie aber, GABI

        Mozart war zwar ein Musikus, aber ansonsten ein Kleingeist, dem das Gedankengut der Freimaurer wohl zeitlebens verborgen blieb. Allein die Freimaurer hatten einen „publikativen“ Effekt, denn solch ein „Genius“ macht sich für die Außendarstellung immer gut.

      • @MM/HH
        Ja, ja, Musik gelungen, Patient tot. Versteh schon (zwinker, zwinker).
        Ma-ha-bone, die Herren …

      • „Gedankengut der Freimaurerei“ – der war auch gut. GIbt es negatives Gedankengut? Kann man negativ denken? KAnn man so etwas überhaupt „denken“ nennen?

  1. Bei allem Verständnis: Aber dieser Daueraufruf „Abo-abschließen“ am Anfang eines jeden Artikels nervt mittlerweile ungemein, und klingt zudem so ´geldgeil´.
    *
    Sorry, aber ist so.

    • Ich verstehe das schon. Compact Einnahmen sind wichtig, weil Elsässer&Co einen Plan haben, wie man jetzige negative Strukturen verändern kann. Seit Jahren arbeitet Compact daran, praxisnahe Wege zu finden, wie man verschiedene gesellschaftliche Probleme in den Griff bekommt. Das ist zeit- und kostenaufwendig. Wenn man bedenkt, wieviel Geld und Einfluss all jenen zur Verfügung stehen, die Mitverursacher dieser Probleme sind!

  2. Stefan Simon am

    Ich kann diese Art Inszneirung nicht mehr sehen. Wagners „Meistersinger“ haben es nicht nötig, in irgendeine andere Zeit hineingezerrt oder sonstwie aktualisiert zu werden. Die zeitlose Schlußaussage, dass es nicht auf den Staat sondern auf die Kultiur ankommt, würde auch in einer Inszenierung deutlich werden (und gerade dort), die Wagners Regieanweisungen folgt. Gerade in der heutigen Zeit ist diese Aussage sehr aktuell. Es ist nicht nowtwendig, eine Oper „heutig“ zu machen, das sind Phrasen, die ich in Rezensionen schon nicht mehr hören kann. Dann auch noch von „Längen“ zu sprechen die der wagnerschen „Vorlage“ geschuldet sind, ist der Gipfel der Unverschämtheit. Das Werk ist keine „Vorlage“, sondern sollte „in Szene gesetzt“ werden und zwar so, wie es in der Partitur steht! Sollte es Längen geben ist dies nicht dem Werk, sondern dem Regisseur anzulasten, die Partitur enthält nämlich keine solchen. Der Regisseur hat kein Künstler zu sein, sondern ein Handwerker. Wenn er das nicht sein will oder kann, sollte er sich eine eigene Oper schreiben. Es ist schade, dass man werktreue Inszenierungen allerhöchstens noch in den USA zu sehen bekommt und wenn man diese sich anschaut, wird einem schnell klar, wie spannend Wagner im Original sein kann. Es enttäuschend, dass hier bei compact dem Regietheater das Wort geredet wird; denn selbiges ist nicht zuletzt für den Verlust an Kultur in unserem Land verantwortlich.

    • Lieber @ Stefan,

      sehr gut erkannt und genauso empfinde ich es auch.

      Außerdem unterstellt der Regisseur, daß Wagner es genauso gewollt hätte, wie er (der Regisseur) es inszeniert hat. – Ganz schön selbstherrlich von ihm.

      Auch die Tatsache, daß er die Regenbogenfahne gewählt hat. Da unterstelle ich einfach mal, daß genau dies Wagner nicht gewollt hätte!

      • @Anja: „Auch die Tatsache, daß er die Regenbogenfahne gewählt hat. Da unterstelle ich einfach mal, daß genau dies Wagner nicht gewollt hätte!“ Weiß man nicht: Immerhin hat Wagner am Ende seines Lebens, wenn er allein war, Frauenkleidung getragen und sich mit Parfums umnebelt. Er hat durchaus das Weibliche, die Anima in sich zugelassen.

      • „Ich kann diese Art Inszenierung nicht mehr sehen. Wagners „Meistersinger“ haben es nicht nötig, in irgendeine andere Zeit hineingezerrt oder sonstwie aktualisiert zu werden.(…)

        Es ist nicht notwendig, eine Oper „heutig“ zu machen, das sind Phrasen…(…)“

        Lieber @ RYMER,

        sicher haben Sie nicht unrecht, aber s. o. kann ich nur nochmal bestätigen.

      • armin_ulrich am

        Was der Komponist dachte – das ist doch egal! Was der Regisseur denkt – das ist wirklich wichtig!

      • WAgners Opern sind überflüssig und schädlich. Wer diesen Stil bevorzugt, sollte lieber Bruckners Symphonien und Messen goutieren, zumal diese hoch über Wagners Klangbiodlern stehen.

      • Jeanne Canudo am

        Schädlich, Herr Möller? Was um alles in der Welt soll an Wagners Opern schädlich sein? Gerade Parsifal ist ein ätherisch schönes Werk, das sämtliche Geheimnisse unserer abendländischen Kultur in sich trägt. Wagner war ein Kenner des alten westlichen Mysterienwissens von Initation, Transformation und Erlösung. Wagner gehört nicht beschimpft, er gehört gefeiert.

        Statt Milliarden in die „gut ausgebildeten Fachkräfte“ zu investieren, die in Horden die Grenzen überrennen, sollte man die Milliarden lieber in die Wagner-Forschung stecken. Da wäre jeder Cent gerechtfertigt.

        Perfektion in Vollendung: www.youtube.com/watch?v=AQOfIENN2tk sowie www.youtube.com/watch?v=k9KR_DnMB5s

        Aber auch der Ring des Nibelungen: www.youtube.com/watch?v=-HujjNQPv2U

        Nur ein versteinertes Herz kann da verschlossen bleiben!

      • Gegen Wagnerforschung habe ich nicht das Geringste. Da würde so allerhand abträgliches für die Wagner-Anhänger herauskommen. Verbieten sollte man die Wagner-Opern allerdings nicht. Es reicht wenn man die Festspiele abschafft.

      • Nur zum Verständnis Ihres Gedankenganges: Sie haben deshalb nichts gegen Wagnerforschung, weil da abträgliches für Wagner-Anhänger herauskäme? „Sie sind mir ja ein sauberer Gesell“ (Siegfried)
        Wir Wagneranhänger können, jenen, die an ihm und Werk herumbeckmessern ja ein wunderbares „Vergeh, frevelnder Gauch!“ oder „Krumm und grau, krieche Kröte“ (Rheingold) entgegenlachen.
        Das befreit fast so, wie ein jauchzender Walkürenritt. Wo immer der Schuh Sie drückt, verachten Sie mir die Meister nicht!

      • Jeanne Canudo am

        Soviel dann also zur Wagnerforschung. Meine eigentliche Frage zur „Schädlichkeit“ steht damit aber noch immer im Raum.

      • Immerhin hat Wagner den doch recht schädlichen Nationalsozialismus erfunden, bzw. alle seine verpesteten Elemente zu einem „Gesamtkunstwerk“ zusammengefügt. Es ist schon ziemlich unverfroren, dies zu verschweigen. Hitler war Wagnerianer, und nichts als das. Seine gesamte Politik basiert auf dem hybriden Versuch, Deutschland gemäß Wagners Vorgaben zu inszenieren, inclusive abschließender Götterdämmerung mit Walkürenritt.

      • „Seine gesamte Politik basiert auf dem hybriden Versuch, Deutschland gemäß Wagners Vorgaben zu inszenieren, inclusive abschließender Götterdämmerung mit Walkürenritt.“

        @Martin

        Die abschließende Götterdämmerung mit Walkürenritt hat ja wohl ganz offensichtlich Merkel in Deutschland eingeleitet…!

      • Angela Merkel | Das Unglaubliche Video | Verbreiten!

        https://www.youtube.com/watch?v=yLb_H-v38HQ

      • Jeanne Canudo am

        Inklusive Walkürenritt? Sicherlich nicht. Ihre Ausführung haut dann doch die stärkste Brynhild um!

      • HELMUT HERZBERG am

        Denkt der Herr Möller denn auch,
        wo wir doch hier bei dem alten Mysterienwissen sind,
        daß der Doktor Faust ein für das germanische Wesen schädlicher Geist war ?

        P. S. : Ich meine natürlich die historische Gestalt Doktor Faust
        und nicht eine der Figuren ähnlichen Namens, die von den zahlreichen Literaten
        erfunden wurden !

      • Ich sehe, wir haben hier einen echten „Faust“-Forscher, der durchblickt. Schreiben Sie doch mal für Elsässer eine kurze Faust-Geschichte. Der freut sich bestimmt! (Ich gehöre übrigens zu den Deutschen, die Goethens Faust noch praktisch auswendig kennen.)

      • HELMUT HERZBERG am

        Haben sie das gelesen, Herr Elsässer ?

        Der Herr Möller schlägt vor, daß ich da mal eine kurze „Faust-Geschichte“, wie er es nennt, für sie schreiben soll.
        Was meinen Sie, wie ich das verstehen soll ?

        Ach ja, Herr Möller,
        ist der Doktor Faust ebenso schädlich für das germanische Wesen wie es Wagner Ihrer Meinung nach war ?

      • HELMUT HERZBERG am

        Sie wissen ja, Herr Möller, daß wir selten einer Meinung sind –
        aber wir werden damit leben müssen.

        Goethes Faust, den Sie praktisch auswendig kennen, ist gerade gut genug, um einem interessierten Leser den Weg zum wahren Doktor Faust zu weisen – mehr nicht.

        Und wenn man dann mehr über den wahren Doktor Faust gelernt hat, Arbeiten zu diesem Thema verfaßt hat und Vorträge gehalten –
        dann mein lieber Herr Möller, kann man nur noch den Kopf schütteln über den Vielschreiber Goethe, der selbst einen Furz aus seinem Allerwertesten noch eines Gedichtes würdig fand und so der Mitwelt nicht vorenthalten wollte,

      • Mir ist Goethe total egal. War halt Schulstoff in der DDR, Faust 1 und 2 und einges mehr von dem Frankfurter Meister. Aus Langeweile habe ich im Unterricht alles durchgelesen. Goethe war letztlich eine sinistre Figur, sicherlich auch Illuminate, wie sein Chef. Für Deutschland wäre es kein Verlust, wenn Goethe weitgehend in den Hintergrund gedrängt würde. Aber das ist wohl schon geschehen.

  3. armin_ulrich am

    „Doch die Kulmination der Komik bringt ein buddhistischer Mönch, der plötzlich unter den Prügelnden auftaucht und am Bühnenrand herumirrt und sein Gewand fast verliert.“
    Meistens verliert einer der SängerInnen in modernen Aufführungen das Gewand ganz, wie hier:
    http://www.tagesspiegel.de/kultur/empfohlen-ab-16-jahren-der-freischuetz-schlacht-in-der-wolfsschlucht/6129570.html
    Daß der Mönch das Gewand nicht ganz verliert, spricht für ihn.

  4. armin_ulrich am

    Und dabei bieten doch die Meistersinger durch ihre Verortung in Nürnberg genug Verbindungen zu den „zwölf Jahren der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft“:
    Ist Nürnberg nicht der Ort der Reichsparteitage? Ist Nürnberg nicht der Ort der Spielzeugmesse?
    Man sollte beides brutalstmöglich zusammenführen: Die SängerInnen in SA-Uniformen mit einem großen Aufziehschlüssel im Rücken roboterhaft über die Bühne marschierend ….. lach!

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