Kultmannschaft Island: Die Rückkehr der Wikinger

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Die Isländer und ihre Fans sind spätestens seit der EM 2016 in Frankreich absoluter Kult. In Russland nehmen die blonden Recken nun erstmals an einer Weltmeisterschaft teil. Ein Beitrag aus COMPACT-Spezial «Nationalsport Fußball».

_ von Sven Reuth

Im Jahr 862 nach Christus wurde dem Nordmann Rurik und seinen Brüdern von slawischen Stämmen die Herrschaft über das Land zwischen den Newa und Oka angetragen, «weil es keine Ordnung in ihm gibt», wie der Mönch Nestor in seiner altrussischen Chronik berichtete. Zwischen dem Baltikum und der Krim entstand ein erster Staat in dieser Region, die Kiewer Rus, der durch den Fernhandel mit Pelzen, Honig und Sklaven zu Wohlstand gelangte und sogar der damaligen Weltmetropole Byzanz zahlreiche Handelsprivilegien abtrotzte. Die vornehmsten russischen Adelsgeschlechter führten später ihre Ahnenreihe auf die skandinavischen Eroberer, die Waräger, zurück.

Im Sommer dieses Jahres kehren die Wikinger nach Russland zurück – allerdings ohne Drachenboote und Langschwerter, dafür aber in Form der isländischen Nationalmannschaft und zahlreicher Schlachtenbummler aus dem hohen Norden.

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COMPACT Spezial 17 Fußball

Tatsächlich hat Island die Geschichte des Fußballs schon jetzt um ein einzigartiges Kapitel bereichert: Noch nie hat sich ein Land mit so geringer Einwohnerzahl – auf der Insel leben gerade einmal so viele Menschen wie in Bielefeld oder in Chemnitz – für eine Fußball-Weltmeisterschaft qualifiziert. Damit wird ein Märchen fortgeschrieben, das bei der Europameisterschaft in Frankreich vor zwei Jahren begann. Mit Kraft, Mannschaftsgeist und großer taktischer Disziplin stürmten die Wikinger damals ins Viertelfinale und schalteten auf dem Weg dorthin das Team des Fußball-Mutterlands England aus. Nach solchen Erfolgen hatten die Spieler noch die Energie, mit ihren treuen Fans ihren ikonographischen Jubel zu zelebrieren, der in lauten «Huh!»-Rufen wie ein vieltausendfacher Donnerschlag durch die Stadien hallte.

Jeder zwölfte der 340.000 Einwohner Islands hatte sich nach zuverlässigen Schätzungen auf den Weg nach Frankreich gemacht, um die eigene Mannschaft anzufeuern. Eine ähnliche Völkerwanderung steht nun auch Russland bevor. Und in der ganzen Welt stellt man sich vor allem eine Frage: Wie sieht eigentlich die Talentförderung in einem Land aus, das mit einer so schmalen Basis an potenziellen Spielern so erfolgreich ist?

Mit Thor in die Schlacht

Tatsächlich wurden auf der Insel im Nordwestatlantik enorme Anstrengungen unternommen, um zu den besten Fußballnationen aufzuschließen. In den Zeiten vor der Finanzkrise, von der das Land im Jahr 2007 ergriffen wurde, investierte man in moderne Fußballhallen, in denen ganzjährig gespielt und trainiert werden kann. Außerdem besitzen knapp 800 Isländer eine A- oder B-Trainerlizenz der UEFA – ein im Vergleich zur Einwohnerzahl enorm hoher Wert.

Aber auch Quereinsteiger haben in Islands Nationalmannschaft einen Platz: So arbeitet der isländische Nationaltorwart Hannes Halldorsson, an dessen Paraden der Weltfußballer Cristiano Ronaldo bei der EM in Frankreich schier verzweifelte, neben seiner Sportlerkarriere als Filmregisseur und wog 105 Kilo, bis er abspeckte und erfolgreicher Fußballprofi wurde.

Aron Gunnarsson wiederum, der vollbärtige Mannschaftskapitän, der eine überdimensionale Tätowierung des germanischen Donnergottes Thor auf der Haut trägt, war in seiner Jugend erst Handballprofi, bevor er auf Fußball umsattelte. Das merkt man noch heute, denn seine weiten Einwürfe, die fast so gefährlich wie Eckbälle sind, stiften regelmäßig Verwirrung in der gegnerischen Hintermannschaft.

Wie schön, dass es diese Truppe von unbeugsamen Kämpfern, die so begeistert für ihr Heimatland spielt, nun auch zu einer Weltmeisterschaft geschafft hat – und dass das laute «Huh!» ihrer Anhänger durch die Stadien in Moskau, Wolgograd und Rostow am Don rollen wird!

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13 Kommentare

  1. Fussball? Geht mir am Hintern vorbei.

    Die Spieler werden wie Sklaven gehandelt.

    Alle paar Wochen stehen da andere Total-Tätowiete auf dem Platz deren Name ich nicht aussprechen kann.

    Gedopt mit abgepreßten GEZ Gelder damit die Millionen Gehälter und Ablösen bezahlt werden können.

    Und das kann mich gar nicht begeistern.

  2. Bergwanderer am

    Den Isländern und Schweizern gehört meine heimlichen Sympathien.
    Geld werde ich allerdings auf Braslien oder Portugal setzen.
    Mein deutsches Fußballherz ist – leider – irgendwann nach nach 2010 verkümmert. Bezogen auf "Jogis Rauten-Respect-Truppe". Na ja, will keinem den friedvollen Spaß nehmen. Lasst die Spiele beginnen, den € kollabieren und Merkel zur Hölle fahren.

  3. Aristoteles am

    Zu dem Bild oben eine Ergänzung:
    Mein Sohn hatte neulich Fahrradprüfung, so dass ich ihn vorher väterlich wohlmeinend
    an meinen einzigen Fehler damals erinnerte
    (ich weiß es noch wie heute, ich erhielt nur 48 von 50 Punkten):
    Ich vergaß beim Rechtsabbiegen den Arm auszustrecken.

  4. Island gehört zur germanischen Kulturachse. Isländer haben zu einem geringen Teil Erbanlagen nordamerikanischer Indianer.
    Wie das isländische Genforschungsinstitut mitteilte, wurde bei vier Familien des Landes mit insgesamt 350 Angehörigen das Gen C1E festgestellt. Dies deute darauf hin, daß sie indianische Vorfahren haben.
    Nach den Untersuchungen sei das Erbmaterial schon sehr viele Generationen in Island.
    Vermutlich hätten die Wikinger auf ihrer Rückfahrt von Neufundland eine Frau mitgebracht. Sie wäre dann die erste „Amerikanerin“ in Europa gewesen

  5. Friedrich von Steubendorf am

    Die Isländer haben ein Problem. Es sind auf ihrer Insel fremde Truppen (USA) stationiert. Das hat zur Folge, dass sich ein signifikanter Männerüberschuß in der isländischen Gesellschaft entwickelt hat, weil mache Isländerinnen fremde Soldaten heiraten, um die Insel verlassen und in ein vermeintlich aufregenderes Leben starten zu können. Island hat daraufhin in Deutschland Anzeigen geschaltet, Anzeigen, mit denen der isländische Staat ganz bewusst in Nordwest-Deutschland nach Frauen gesucht und den Versuch unternommen hat, sie für ein Leben in Island anzuwerben. Die dahinter stehenden Absicht war natürlich, sie als potentielle Ehefrauen für isländische Männer anzuwerben und zu diesem Zweck auf ihre Insel zu holen. Island begründete diese Such- und Werbekampagne ganz unbekümmert mit rassisch-ethnischer Motivation und der Absicht der Reinhaltung der Art heraus.

    Das ist schon einige Jahre her und wäre im völlig geistesgestörten Merkel-Irrenhaus, dem Rest des früheren Deutschland, undenkbar.

    Wieso wohl suchte der isländische Staat gerade in Deutschland?!

    • heidi heidegger am

      ja, weit kamen die wikinger einst die Donau und die Oder-Neisse entlanggerudert. von meinen drei polnischen ex-geliebten waren zwei weizenblond wie Thor ämm..wer von uns vieren aber damals kniete, sagt euch eure heidi "WillyB" heidegger aber (noch) nicht, hihi.

      zacknweg

    • heidi heidegger am

      "Wieso"? ja-weil das klimatisch passt. Eimsbüttel(anerinnen) sind m. e. etwas unterkühlt, wie unsere eisprinzessin, LOL, die GABI -> bussi! + <3

  6. Aristoteles am

    Der Name ‚Russe‘ kommt es dem Germanischen,
    das Ursprungswort bedeutet ‚Ruderer‘.

    Zu hoffen ist, dass Russen und Isländer nicht so babylonisiert werden wie die Deutschen.

    Völkermörder wie Anetta Kahane werden ihre imperialistischen Antonio-Stiftungen
    sicher bald auf Eroberungsfeldzug zur Insel entsenden.
    Das Problem der germanischen Völker ist der hohe Stellenwert der Frau,
    so dass sie über den ‚Feminismus‘ leicht aus den Angeln gehoben werden können.
    Man muss den selbstbewussten Frauen nur die neuste grüne Bunttheorie in den Kopf blasen,
    schon lassen sie sich zu deren Werkzeugen machen.
    Wäre ich Isländer, würde ich die Frauen ersteinmal dagegen impfen.

    Island spielt in der stärksten Gruppe und wird es voraussichtlich nicht schaffen,
    zur Freude von babylonischen Sendern wie ARD und ZDF.
    Wenigstens spielen in dem Spiel Island-Nigeria noch echte Völker gegeneinander,
    möge der bessere gewinnen.
    In der BRD-Truppe vereinigen sich hingegen Kommunismus und Kapitalismus:
    Jeder darf mitmachen, nur die Elite setzt sich durch.
    Identifikation: ‚Wir sind alle Menschen, aber wir sind die Besseren.‘

    • heidi heidegger am

      ja, weit kamen die wikinger einst die Donau und die Oder-Neisse entlanggerudert. von meinen drei polnischen ex-geliebten waren zwei weizenblond wie Thor ämm..wer von uns vieren aber damals kniete, sagt euch eure heidi "WillyB" heidegger aber (noch) nicht, hihi.

      zacknweg

  7. Vielen Dank fuer den Geschichtsunterricht. Sehr interessant.
    Ich fuerchte aber, dass wenn die Islaender im Stadion laut “Huh” rufen sich die Deutschen reflexartig ducken und panisch davonlaufen. Scherz beiseite. Es ist erfrischend diesen Zusammenhalt und auch die Maskierungen zu sehen. Tradition eben. Da stellt sich die Frage, wer es verboten hat, dass sich die Deutschen auch traditionell kleiden und Fahnen schwenken? Etwas mehr Selbstbewustsein bitte. Und-keine Angst vor Claudia Roth. Die schaut moeglicherweise nur die Tuerkeispiele. Da ist Anetta Kahane schon eine andere Nummer. Vieleicht macht sie Screenshots und wehe den Maskierten und Fahnenschwenkern wenn sie dann nach Hause kommen.
    Glueck auf ihr tapferen Wikinger!

    • heidi heidegger am

      11 irre auf nem drachenboot (zit. W. Eggert)..oder sagte unser mann im stadion damals "fanatiker"? hihi

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