Neues Heimatministerium, Kreuze in Amtsstuben, Ankündigung härterer Asylverfahren – vor der Landtagswahl in Bayern gibt sich die CSU volkstümlich. – Der folgende Artikel ist aus der aktuellen COMPACT 6/2018. Darin finden Sie viele weitere Texte zum Thema Heimat. Hier bestellen.

    _ von Petr Bystron

    Ohne Heimat keine Identität, keine Wurzeln, keine Orientierung in der Welt. Heimat ist etwas Positives: 92 Prozent der Deutschen empfinden das so, sagt das Emnid-Institut. Das lässt sich gut vermarkten. Die CSU macht es vor. Eine Partei, die zuvor zwölf Jahre lang an der Demontage unserer Heimat unter Kanzlerin Angela Merkel aktiv beteiligt war, lässt wieder Kreuze in allen Amtsstuben montieren.

    Das ist billige Schaufensterpolitik. Es hilft nichts, demonstrativ vor der Linse der DPA-Fotografen das wichtigste christliche Symbol an die Wand zu hängen, wenn man gleichzeitig Millionen muslimische Migranten ins Land lässt, unter ihnen auch solche, die jahrhundertealte Kreuze abreißen – in Kirchen, am Wegesrand und auf den Gipfeln unserer Berge.

    Auch unter der CSU-Regierung werden kampflos deutsche Sitten und Gebräuche aufgegeben: Weihnachtsmärkte werden in Wintermärkte und der Osterhase in Traditionshase umbenannt, das Martinsfest aus dem Veranstaltungskalender und der Schweinebraten aus der Speisekarte gestrichen. Die sogenannten Gäste könnten sich ja gestört fühlen… Auf die Gefühle der Einheimischen wird dabei keine Rücksicht genommen. Ein Zustand, der Unmut erzeugt und Politikverdrossenheit stärkt.

    Zwar war die Grenzöffnung im September 2015 zuerst ein Alleingang Merkels. Doch niemand in den ehemals konservativen Schwesterparteien CDU und CSU hatte den Mumm gehabt, sich dem Wahnsinn entgegenzustemmen. Alle machten brav mit. Der damalige Ministerpräsident Horst Seehofer ließ sich zwar per Gutachten die «Herrschaft des Unrechts» bestätigen, kündigte eine Verfassungsklage an, machte aber: nichts!

    Globalisten in Lederhosen

    Viele Wähler haben die Tatenlosigkeit durchschaut, sind vom aktionistischen Blender Söder ebenso enttäuscht wie vom zaudernden Seehofer. Die Umfragewerte schwächeln. Folgerichtig sind es jetzt auch genau diese beiden, die mit volkstümelndem Sound auf Tournee gehen. Der eine, Söder, darf in Bayern den Heimatverliebten mimen und in Bierzelten zünftige Reden schwingen. Die Zuhörer sollen vergessen, dass seine Schwesterpartei seit ewigen Zeiten in Berlin regiert. Das von Söder verordnete Aufhängen von Kreuzen ist Symbolpolitik der niedersten Art.

    Der andere, Seehofer, spielt in Berlin den Patrioten. Als Innenminister will er den Eindruck erwecken, er werde beim Heimatschutz durchgreifen. Die Illusion bröckelte bereits Anfang Mai, als der Hüne erläutert, es werde in seinem Ministerium «keine Volkstümelei mit Dirndl und Lederhosen» geben. Dann formuliert er: «Heimat ist der Ort, an dem wir uns zu Hause und geborgen fühlen», aber es sei natürlich völlig in Ordnung, dass es heute «auch Menschen mit mehreren Heimaten» gebe. Hoppla!

    Als Seehofer in derselben Konferenz zur Definition von Heimat auch noch den Grünen Joseph (genannt Joschka) Fischer zitiert, ist klar: Das Heimatministerium ist lediglich ein monströses Potemkinsches Dorf, eine Kulisse für ein Theaterstück, eine Inszenierung. Nachdem die Kanzlerin mit ihrer Asylpolitik die Axt an unsere innere Sicherheit, unseren inneren Frieden und unser Sozialsystem gelegt hat, soll nun Seehofer dem legitimen Widerstand ein letztes Schlafmittel verabreichen.

    Wie zuvor die – widerwillig eingeführten und völlig nutzlosen – Kontrollen bei der Einreise aus Österreich den Eindruck vermitteln sollten, es werde etwas getan, will man nun mit inszenierten Bemühungen um die Heimat Druck aus dem Kessel lassen. Aber genauso wie die Posten an lediglich fünf von über 60 Grenzübergängen den Migrantenzustrom nicht aufhalten, wird auch ein Heimatministerium die weitere Zerstörung unserer Heimat nicht stoppen. Es geht nur um den Machterhalt von CDU und CSU bei Beibehaltung der eingeschlagenen Marschrichtung.

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    Petr Bystron ist Bundestagsabgeordneter der Alternative für Deutschland. Er war zuvor zwei Jahre lang Landesvorsitzender der AfD in Bayern, die bei den Bundestagswahlen mit 12,4 Prozent das beste Ergebnis in den alten Bundesländern erzielte.

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