Am 15. Juni eröffnet Gastgeber Russland mit einem Spiel gegen Saudi-Arabien die Fußball-Weltmeisterschaft 2018. Noch nie kam eine WM zu einem besseren Zeitpunkt, bietet sie doch dem Westen die Möglichkeit, Wege aus der momentanen Eskalationsspirale zu finden, die keinem nützt. Vor allem Deutschland sollte, nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen, großes Interesse an einem partnerschaftlichen Verhältnis zu Russland haben.

    In diesem Sinne auch ist der im heutigen Bild-Interview geäußerte Wunsch von Bundestrainer Joachim „Jogi“ Löw zu verstehen, die Bundeskanzlerin möge doch wenigstens einem Spiel der deutschen Mannschaft als Besucherin beiwohnen. Wörtlich sagte er: „Ich persönlich würde mich sehr freuen, wenn Angela Merkel ein Spiel von uns in Russland besucht.“ Merkel hat sich bislang noch nicht dazu geäußert, ob sie zur WM fliegen wird.

    Man muss kein Freund der Kanzlerin sein, ja, man kann ihre Politik sogar rundherum ablehnen und doch diesem Ansinnen des Bundestrainers zustimmen. Merkel ist nun mal Repräsentantin dieses Landes, und ein Boykott des Turniers durch Politiker aus Deutschland – dem amtierenden Fußball-Weltmeister – wäre ein neuerlicher Affront gegenüber Moskau, der das deutsch-russische Verhältnis weiter trüben würde. Und das können sich selbst eingefleischte Merkel-Gegner nicht wünschen.

    Auch wenn man bei manchem, was Löw so von sich gibt, die Stirn runzeln kann – gegenüber Russland verhält er sich stets sportlich-fair und beteiligt sich nicht an Hetzkampagnen. Der Trainer hatte schon nach dem Confed Cup im letzten Jahr gesagt: „Die Russen waren großartige Gastgeber. Wir haben in den Städten, in den Stadien sehr gute Bedingungen vorgefunden. Sie haben dieses Turnier sehr gut organisiert. Und wir haben hier wirklich tolle Menschen kennengelernt.“

    Auch FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß hält nichts von WM-Boykottforderungen. Bei einem Pressegespräch mit der Rheinischen Post übte der 66-Jährige Kritik an der Russland-Politik der Bundesregierung. „Die Deutschen machen einen Riesenfehler, dass wir die Russen permanent attackieren“, so Hoeneß. „Es wäre viel besser, wenn wir kooperieren würden.“

    Unser Land, unsere Kultur, unsere Zukunft

    Solche Worte sind ein Gräuel für jene politischen Kräfte, die alles dafür tun, einem das größte Sportereignis dieses Jahres zu vergällen und voller Wut auf den russischen Bären einprügeln. In der Juni-Ausgabe von COMPACT, die ab Samstag am Kiosk erhältlich ist und schon jetzt hier bestellt werden kann, schreibt unser Fußball-Experte Sven Reuth in seinem Artikel „Zu Gast bei Freunden“ dazu:

    Die Kampagne gegen die diesjährige WM wurde (…) von dem notorischen Daniel Cohn-Bendit losgetreten – zu Beginn des Jahres 2014, als er noch Europaabgeordneter war. Angesichts des russischen Eingreifens auf der Krim wollte Dany Le Rouge Putin zurufen: „Mein Junge, wenn Du so weitermachst, wirst Du allein in Deinen Stadien sein.“ Der russische Staatspräsident gehöre isoliert, „politisch, menschlich“. Seit dieser Wortmeldung aus Straßburg verstummte das Gequake der Russland-Gegner nicht mehr. Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth fand es im März 2014 „unerträglich“, dass der deutsche IOK-Chef Thomas Bach am Rande der Eröffnung der Paralympics in Sotschi auf einem Foto zu sehen war, das zeigte, wie er dem russischen Präsidenten gerade mit einem Gläschen Sekt zuprostete. Die grüne Wutbürgerin wurde durch dieses Bild derart in Rage gebracht, dass sie sogleich forderte, Russland einfach die WM, die bereits vier Jahre zuvor an das Land vergeben worden war, „zu entziehen“.

    In diesen Chor der Verdammung stimmten auch die tonangebenden Medien ein. Ein besonders übles Beispiel dafür ist die Kolumne von Franz-Josef Wagner in der Bild vom 2. April 2018. Dort war zu lesen:

    „Putin hat die Krim überfallen, der Mörder Assad ist sein Waffenbruder, es kommt das Giftattentat in England, die Hacker-Angriffe, und, und, und. Ich mag nicht, wenn Putin Tore beklatscht wie Tote. Ich mag nicht, wie er die Mächtigen umarmt, als wären sie seine Freunde. Lieber keine WM als diese Schmierenkomödie. Das Schlimmste für Putin wäre, wenn er alleine auf seiner Ehrentribüne sitzt. Das Schlimmste für Putin wäre, wenn die großen Fußballnationen nicht unter seiner Ehrentribüne spielen. Was für eine Macht hat der Fußball. Benutzen wir sie.“

    Fairerweise muss man sagen, dass sich selbst führende Unionspolitiker auf eine derartige Hetze nicht einlassen wollen. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will einen Besuch der WM nicht ausschließen, Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) stellte klar: „Für Deutschland kommt ein WM-Boykott nicht infrage. Wir wünschen Russland, dass das ein voller Erfolg wird.“

    Für Sportsgeist und Völkerfreundschaft setzt sich auch das neue COMPACT-Spezial Nr. 17 „Nationalsport Fußball“ ein, das sich nicht nur in dieser Hinsicht von anderen WM-Sonderheften, die derzeit auf dem Markt sind, unterscheidet.

    Wir betrachten in dem Magazin nämlich nicht nur das aktuelle Geschehen, sondern bieten einen Überblick auf weit über 100 Jahre deutscher Fußballgeschichte mit all ihren Triumphen, aber auch Tragödien. Dabei sparen wir natürlich auch heiße Eisen nicht aus: So findet man in dem Spezial-Heft neben aktueller Berichterstattung und kundigen sporthistorischen Abhandlungen auch einige Beiträge, die sich kritisch mit dem DFB oder der Political Correctness im Fußball auseinandersetzen. Eine runde Sache also, die Fußballbegeisterte, Geschichtsinteressierte und Patrioten gleichermaßen begeistert. Gönnen Sie sich einen schwarz-rot-goldenen Fan-Artikel der besonderen Art!

    Jetzt am Kiosk oder bei uns im COMPACT-Shop. Zur Bestellung einfach auf das Bild unten klicken.

    Kommentare sind deaktiviert.