„Kein anderer Weg als die Kernenergie“ – Tschechische Regierung forciert AKW-Ausbau

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In Osteuropa erlebt die Kernkraft eine Renaissance. Das ist nicht nur in Tschechien so, wo sich ein Regierungsmitglied erst gestern wieder zum Ausbau der Atomkraft bekannte, sondern auch in einer ganzen Reihe weiterer Länder.

Es waren klare Worte, die Industrieminister Karel Havlíček in einer gestern ausgestrahlten Sendung des tschechischen Fernsehens fand: „Es gibt keinen anderen Weg als die Kernenergie“, stellte er dort mit Blick auf die energiepolitische Ausrichtung seines Landes fest. Den Versuch, den Strombedarf seines Landes aus erneuerbaren Energiequellen zu decken, bezeichnete der Minister mit einem Verweis auf wirtschaftliche, geografische und technische Gründe als „Unsinn“.

Mit Blick auf Deutschland bemerkte Havlíček, dass dieses eben „ein sehr reiches Land“ sei, „das sich solche Investitionen erlauben kann.“ Außerdem wurde bekannt, dass der tschechische Stromversorger ČEZ zwei Tochterfirmen gegründet hat, um weitere Reaktorblöcke an den schon bestehenden Standorten Temelín und Dukovany zu errichten. Havlíček bezeichnete dies als klares Signal für einen neuen Investitionsprozess in die tschechische Atomkraft, nun stelle sich die Frage, in welchem Ausmaß der Staat Kreditgarantien zum Bau der neuen Meiler übernehme.

Wissenschaftler und Umweltschützer für Atomkraft

Alleine beim Bau des neuen Reaktors in Dukovany geht es um ein zu vergebendes finanzielles Auftragsvolumen von zehn Milliarden Euro, um das derzeit das südkoreanische Unternehmen KHNP sowie der russische Staatskonzern Rosatom konkurrieren.

Deutschland geht mit seiner „Energiewende“ einen unfassbar teuren und hochgefährlichen energiepolitischen Sonderweg, der im Rest der Welt nur noch mit Erstaunen und Kopfschütteln registriert wird. Im vergangenen Monat schwebte schon mehrfach ein Blackout wie ein Damoklesschwert über dem ganzen Land. Lesen Sie mehr zum deutschen Irrweg, der zur Katastrophe zu werden droht, in dem neuen COMPACT-Spezial 22 „Öko-Diktatur – Die heimliche Agenda der Grünen“.

Sechs Reaktorblöcke werden in Tschechien derzeit schon betrieben, unlängst mahnte Vaclav Paces, der Vorsitzende der Tschechischen Akademie der Wissenschaften, den raschen Ausbau der Kapazitäten an. Ziel soll dabei eine Verdoppelung des Atomstromanteil des Landes von derzeit 30 auf 60 Prozent sein. Zusammen mit der im Land geförderten Kohle, die in Tschechien ebenfalls unumstrittener Teil des Energiemixes ist, könne so eine völlige Energieautarkie geschaffen werden.

In ganz Osteuropa erlebt die Kernkraft derzeit eine Renaissance. Die Slowakei bezieht beispielsweise 54 Prozent ihres Energiebedarfs aus der Atomkraft und liegt damit nach Frankreich und der Ukraine weltweit auf dem dritten Platz. Das Kernkraftwerk Mochovze wird von Enel, dem neuen italienischen Mehrheitseigentümer des slowakischen Energiekonzerns SE, gerade um zwei neue Blöcke ausgebaut, die im kommenden Jahr ans Netz gehen sollen.

Atomkraft als Teil des chinesischen „Seidenstraße“-Projekts

In Rumänien errichtet die China General Nuclear Power Group CGN in Cernavoda an der Schwarzmeerküste zwei neue Meiler zusätzlich zu den bereits bestehenden beiden Reaktorblöcken. Das Projekt hat ein Investitionsvolumen von mehr als sieben Milliarden Euro und ist – neben dem Bau der Hochgeschwindigkeitszugstrecke Budapest – Belgrad und dem Ausbau des Ostseehafens Memel (Klaipėda) in Litauen – eines der spektakulärsten Projekte der chinesischen Infrastrukturinitiative „Neue Seidenstraße“ in Europa.

Die Grünen haben in Youtube-Influencern wie Rezo eine bereitwillige Propagandakompanie gefunden, die den Parolen der Öko-Jakobiner in den sozialen Netzwerken erst noch die letzte Durchschlagskraft verleihen. Lesen Sie mehr zu dem Phänomen in der neuen Ausgabe des COMPACT-Magazins mit dem Titelthema „Jung.Naiv.Gefährlich. – Die Generation Youtube im Klimakrieg“.

Auch der ungarische Ministerpräsident setzt im Zuge seiner Orbánomics auf die Kernspaltung. Das einzige AKW in Paks deckt schon jetzt die Hälfte des Energiebedarfs des Landes und soll nun für zwölf Milliarden Euro modernisiert und durch den Bau weiterer Blöcke erweitert werden. Und während Deutschland seinen Atomausstieg bis zum Jahr 2022 abhaken möchte, steigen Polen und Weißrussland jetzt erst ein und wollen im nächsten Jahrzehnt zu Nuklearnationen werden. In Polen sollen beispielsweise in den kommenden knapp 15 Jahren gleich sechs neue Meiler entstehen.

Am 12. Mai dieses Jahres veröffentlichte die polnische Nachrichtenredaktion Oko.press sogar einen Appell von Wissenschaftlern und Umweltaktivisten, in dem zum deutschen Atomausstieg festgestellt wird: „Diese Entscheidung ist für uns alle von Nachteil, für die gesamte Menschheit.“ Die 90 Unterzeichner merken an, dass der deutsche Atomausstieg sich negativ auf die CO2-Bilanz auswirkt.

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16 Kommentare

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    Jeder hasst die Antifa am

    In Deutschland sollte jeder Haushalt daran denken sich einen Dieselgenerator zuzulegen ,denn es wird mit dem Grünen Energiechaos öfter zu Stromabschaltungen kommen.

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    Während die einen abbauen, bauen die anderen in weiser Voraussicht auf, denn hier ist ein großes Geschäft zu erwarten, aber nicht für uns, sondern für jene, die die Welt noch einigermaßen realistisch betrachten und nicht Opfer einer linken Spinneritis werden wollen, was unsere gehirngewaschenen ja schon lange sind und dafür auch irgendwann mal büßen müssen.

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    Solange kein Stuxnet oder eine Mininuke zu Einsatz kommt, sollte es tatsächlich eine sichere Energiequelle sein, auch mal nach Thoriumreaktoren nachlesen

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    HERBERT WEISS am

    (2) Man stelle sich jedoch eine Evakuierung der gesamten Hauptstadtregion bei einem richtigen AKW-GAU vor… So schnell können die vielen Menschen der atomaren Wolke nicht entkommen.

    Diskussionswürdig wäre eine Atomkraftnutzung nur mit einem neuen Kraftwerkstyp, der das knappe spaltbare Material optimal ausnutzt und im Falle einer Havarie seine Aktivität selbsttätig herunterfährt, ohne dass es störanfälliger Notkühlsysteme bedarf.

    Man stelle sich zudem vor, selbst das letzte Kaff auf diesem Planeten sollte mit Atomstrom beglückt werden. Zudem sei an die nuklearen Begehrlichkeiten erinnert, die mit der friedlichen Nutzung der Atomkraft begründet werden. Mit Windrädern und Solarzellen lassen sich jedenfalls keine alles vernichtenden Kriege führen.

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      Sigurd Finimento am

      Der Krieg mit Windrädern und Solarzellen ist voll im Gange!!!
      Es ist der Krieg gegen die eigene Wirtschaft und damit gegen das eigene Volk!
      Aber das ist ja alles in den Köpfen der SED- und Stasigrößen,- die uns seit 10 Jahren regieren,
      fest verankert!!!
      Die hatten ja auch die Grünen ins Leben gerufen, mit dem Ziel die Westdeutsche
      Wirtschaft zu schwächen wo immer es nur möglich war!!
      Die sogenannte Basisarbeit zur linksrotgrünen Indoktrinierung beginnt ja schon
      im Kindergarten!!!
      In 3 Jahren sind wir vollends "DDR-2"!

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    HERBERT WEISS am

    (1) Ich habe eigentlich keine ideologischen Bedenken gegen die Atomkraft. Nur müsste sie zu 100% sicher sein, von der Rohstoffgewinnung über Aufbereitung, AKW-Betrieb und Transport bis hin zur Endlagerung. Doch da habe ich gewisse Zweifel und eine Menge Misstrauen speziell gegenüber den AKW-Betreibern. So wurden z.B. in Fukushima die Notstromaggregate durch einen Tsunami weggespült. Sechs Jahre, nach dem eine solche Todeswelle über 100.000 Menschen das Leben gekostet hatte. Da bin ich einigermaßen beruhigt, dass es sich bei dem 5 km nordwestlich befindlichen Forschungsreaktor in Berlin-Wannsee um eine ziemlich kleine Anlage handelt.

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    Daß ausgerechnet die Böhmen an Reaktoren herumstöpseln, irritiert mich etwas. Haben die Dänen eigentlich Kernkraftwerke? Schweden? Norwegen?

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    Tja,und warum muß Deutschland diesen Sonderweg gehen? Weil bei Merkels letztem Besuch in Tel Aviv einigen Leuten aufgefallen ist, daß man schlecht dem "Tätervolk" erlauben kann,was man dem Iran verbieten will,nämlich mit Kernenergie zu hantieren, möchte Ich wetten.

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    Dorian Gray am

    Atomstrom ist sicher keine Lösung. Was wir brauchen vorübergehend ist ein Mix. Inzwischen muss der Wirkungsgrad und die Speicherbarkeit der erneuerbaren Energien angegangen werden. Mir ist nicht klar, warum wir da zum Teil auf dem Stand von 1850 sind!!!

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      Ja, gute alte Ottomotor und der über 100-jährige Elektromotor müssen weiter dienen. Die Menschheit wurde in den letzten 150 Jahren aller guten Erfindungen beraubt, die Erfinder gekauft oder umgebracht. Die Täter sind Private mit einem Vermögen über 10^12 $. Sie streben damit die Weltherrschaft an. Menschlich gesehen haben wir keine Chance gegen sie, aber mit dem Glauben an Jesus Christus triumphieren wir. Das hat übrigens nichts mit Kirche zu tun.

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    Jeder hasst die Antifa am

    Na gottseidank das die Tschechen vernüftig sind, dann können wir wenigstens von denen Strom beziehen,wenn hier die Windmühlen ihre Fletsche hängen lassen mangels Wind.

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      Richtig. Diese Windmühlen töten Vögel und Insekten im grossen Stil, sind nicht sturmfest und ziemlich ineffizient. Germoney wird wieder zur Kasse gebeten.

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    Nachdenker am

    Wie der Spiegel manipuliert. Als vor kurzem fast der Strom ausgefallen wäre, hat der Spiegel geschrieben, dass es fast zu einem Ausfall gekommen wäre, weil die Spekulanten schuld sind.
    Also nicht anders herum.

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    In Anbetracht der Umstände und Technik sowie Versorgungssicherheit benötigen wir weiterhin Nuklearenergie. Meine Idee ist: Wir lassen den strahlenden Abfall über die Space X von Elon Musk in die Sonne schiessen. Wenn einmal die Menschen gelernt haben, wie sie das Böse eliminieren, dann wird der Weg frei sein für neue, bessere Technologien.

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    Irgendwehr am

    Die Länder steigen ein, weil Deutschland bald nicht mehr in der Lage sein wird, in diese Länder Atomstrom zu exportieren. Der Atomausstieg wird zwangsläufig auf einen Kampf Umweltschutz gegen Naturschutz hinauslaufen. Schon jetzt werden bei uns Felder und Naturschutzgebiete stillgelegt, um Windräder und Solarfarmen zu errichten.

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