Jury des deutschen Reporterpreises fühlt sich von Relotius betrogen – zu Unrecht

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Die Peinlichkeit um den Fall Relotius, das schnelle Abhandeln des Skandals durch die Mainstream-Medien (die ebenfalls seine Texte gedruckt oder von ihnen profitiert hatten) wurde jetzt nochmal getoppt: Die Jury des deutschen Reporterpreises bekennt öffentlich Scham, Claas Relotius diesen Preis verliehen zu haben. Dabei zeigen ihre Entschuldigungen vor allem eins: Sie wollten Disney-Märchen und haben sie erhalten.

„Wir sind erschüttert, wir sind enttäuscht, wir sind wütend und, ja, wir schämen uns, dass wir diesem Betrüger auf den Leim gegangen sind“, poltert die Jury. Noch im Dezember, kurz vor dem großen Knall, hatte sie dem Hätschelkindchen der Märchenpresse zum vierten Mal (!) den Journalistenpreis verliehen. Anlass war die Story „Ein Kinderspiel“.

Darin berichtete der Fake-News-Dichter über einen Dreizehnjährigen, der befürchtete, mit seinem Anti-Assad-Graffiti den Krieg in Syrien mit ausgelöst zu haben. Globalistische Kriegspolitik im Walt-Disney-Stil. Pure Fiktion, wie sich herausstellte. Aber für die Kitschgemüter des Reporterpreises war so ein Kitsch natürlich rühriger, schöner, wahrer und besser als knallharte Fakten über die Finanzierung der Rebellen durch die USA zwecks Durchsetzung geopoltischer Interessen. So geht Leben in der Blase, im propagandistischen Echoraum.

Das Relotius-Märchen sei „packend“ gewesen“, schluchzt Jury-Mitglied Cigdem Akyol. Sogar die Details schienen zu stimmen. Es sei eine „eine wichtige Geschichte“ gewesen, „sehr gut erzählt“. Nie sei man davon ausgegangen, dass eine totale Märchen-Story es beim Spiegel bis zur Publikation schaffe. Wie naiv muss man sein? Oder genauer: Wie naiv WILL man sein?

Preiswürdig sei die „Relevanz des Themas und die dichte Erzählweise“ gewesen. Das hätte einfach überzeugt, verteidigt sich Jury-Mitglied Ines Pohl, außerdem noch Chefredakteurin der Deutschen Welle. Klar, das Leaking „muss uns alle erschüttern. Aber es darf uns nicht zerstören.“ Warum denn nicht? Eure Unbrauchbarkeit zur Feststellung von journalistischer Qualität habt Ihr doch einwandfrei bewiesen.

Der langjährige Leiter der Wirtschaftsredaktion der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, Rainer Hank, schwärmte gar von der genialen Art, wie Relotius erzählt habe. Auch ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender war gefesselt „von der stilistischen Brillanz des Autors“. Man hat den Eindruck, es sprächen Lektoren eines Belletristik-Verlages, nicht die Jury für einen Reporter-Preis.

Evelyn Roll, Boulevardreporterin bei der Süddeutschen Zeitung, die zu Schröders Zeiten nur der neoliberalen Presse Kompetenz in Wirtschaftsfragen zugestand, jammerte, die Jury hätte keine Chance gehabt, die Unwahrheit der Reportage zu erkennen. Oh doch, das hätte sie! Sie hätte sich beispielsweise bei der Neuen Zürcher Zeitung erkundigen können, warum sie Relotius nicht mehr beschäftigt hatte. Die Antwort hätte gelautet: aus Zweifel am Wahrheitsgehalt der Reportagen.

Claas Relotius hat die vier Reporterpreise zurückgegeben. Hätte er nicht tun sollen. Schließlich hat er genau das geliefert, was die Jury wollte: „packend“ und rührend geschriebene Disney-Märchen. Und die Jury sollte zu ihrem Bedarf nach Fake-News-Kitsch stehen und im nächsten Jahr einfach Preise für Kinderbücher verleihen.

Aber Relotius ist nur EIN Beispiel für die Arbeitsmethode eines riesigen Propaganda-Apparates. Genaue Infos über die Fake-News-Produktion der Mainstream-Medien finden Sie im Dossier der aktuellen COMPACT 02/2019. Darin enthalten:
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– Fake News von der Waterkant – Multikulti, Neonazis und Weltuntergang
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7 Kommentare

  1. Avatar

    # AfD-Politiker Jens Maier aus Kino in Dresden geworfen

    ZDF Morgenmagazin
    ‏Verifizierter Account @morgenmagazin

    Am #Holocaustgedenktag zeigte ein Kino im Westerwald den Film #SchindlersListe und lud für diese quasi-Geschichtsstunde explizit #AfD-Mitglieder und -Funktionäre ein. Das sorgte für Diskussionen. Das #ZDFmoma war bei der Filmvorführung dabei.
    23:24 – 27. Jan. 2019

    Eine Liste die es so wohl nicht gab wie im MSM zu lesen.
    Dann lieber "Vier Panzersoldaten und ein Hund" sowie "Ein Käfig voller Helden" …

    • Avatar

      # Schindlers Liste: Mythos oder Wahrheit? – FOCUS Online 28.07.2005

      Bevor es wieder unter den Tisch fällt:
      NDR ZAPP Ungereimtheiten bei "Menschen hautnah" 23.01.2019

    • Avatar
      Jeder hasst die Antifa am

      Was hat eigentlich die AfD mit dem Film Schindlers Liste zu tun die Antifa und die Grünen haben doch ihre eigene Liste wem sie als nächstes von der AfD eliminieren.

  2. Avatar

    Wenn sich die etablierte Presse mit Preisen auszeichnet, beweihräuchern die sich gegenseitig! Das macht immer den Eindruck einer sehr geschlossenen Gesellschaft, die sich unter völligen Auschlusses der Welt außerhalb Blümchen an die Jacke heftet!
    Das erinnert einen irgendwie an den Spielfilm Zardos und die Leute, die im "Vortex" leben! Politisch absolut korrekt, wer aufmuckt wird mit Altern bestraft, lebt dann in einer Art Seniorentanzcaffee und die Grundversorgung stellt die in der Steinzeit lebende, mißachtete Außenwelt.

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    Rumpelstielz am

    Leider ist es so, dass man bei der Lügenjournaille nur Fuß fassen kann, wenn man die Zielrichtung des Verlages erfüllt und die muss den allierten Vorgaben entsprechen. Deshalb können sich Leute wie dieser Lars vom Mars immerwieder breit machen. In den Unis herrschen zum größten Teil links grün Faschistische Zustände, die jeden ausmerzen, der anderer Meinung ist. Das geht bis zum Mobbing und Stalking und der öffentlichen Diffamierung. Die Ökofaschistischen Links-Grünen sind Teil der Gesellschaft geworden, weil sie Menschen ohne Leistung und Eignungseigenschaften einen Aufstieg ermöglichen. Die Ökofaschos fühlen sich wohl, wie in einer Schweinesuhle in Ihrer nur gefühlten Mehrheit.
    Dieses Ökofaschistische Monstrum köpft die Gesellschaft, indem es alle Mahner beseitigt und sie durch Klugscheißer aus eigenen Reihen ersetzt.

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    brokendriver am

    Relotius ist nur die Spitze des Eisberges.

    Die deutschen Lügenpresse ist nur noch ein Erfüllungsgehilfe

    des rot-grün-versifften CDU-SPD-Merkel-Regimes.

    SPIEGEL, STERN und all die anderen sind reine Lügenpropaganda.

    Es gibt fast keine freie Presse mehr in Deutschland…

    Nur noch rot-grüne völkische Beobachter-Lügenpresse…

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