Jung, süß, mädchenhaft – Achtung, Maulwurf!

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Sie ist das nette Mädchen von nebenan – jung, unbekümmert, gutaussehend. Aus einem oval geformten Gesicht strahlen einem große blaue Kuller-Augen entgegen, gepaart mit runden Wangenbäckchen und schulterlangen brünetten Haaren ein niedlicher Anblick. Hinzu kommt dieses charmante und gleichzeitig kecke Lächeln. Fast wie der Anblick eines Kindes, das gerade unerlaubt ein paar Süßigkeiten aus dem Schrank genommen hat und dabei von seinen Eltern erwischt wurde. Würde man so jemanden unterstellen böse Absichten zu verfolgen? Mit Sicherheit nicht, eher kämen einem positive Assoziationen, wie knuddeln, in den Sinn. Allerdings läuft es einem eiskalt den Rücken runter, wenn man als friedliebender Mensch eine solche Person innerhalb amerikanischer Think-Tanks darüber philosophieren hört, wie man der Bevölkerung bestmöglich NATO-Kriege verkauft. Dieses unwohle Gefühl mit dem als Unschuldslamm verkleideten Teufel zu tun zu haben, breitet sich von den Fußspitzen aus im gesamten Körper aus.

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_von Stefan Hofer

Julia Schramm gehört zu einer neuen Generation politischer Protagonisten. Auf ihren Fotos zeigt sie sich vielseitig. Egal ob im Studenten-Bibliotheksoutfit mit Brille und Zopf, im bequemen Schlabberlook, als Rockerbraut auf dem Motorrad, oder aufgetakelt im Opernkleid mit Designer-Handtasche – diese Frau ist wandlungsfähig wie ein Chamäleon und hat es, anders als man annehmen würde, faustdick hinter den Ohren. So vielseitig wie ihre Outfits sind, gestaltet sich auch ihre politische Karriere. Um es vorwegzunehmen, Schramm ist ein Wendehals erster Güte. Sie startete 2005 bei der FDP, was auf ihrer eigenen Internetpräsenz unerwähnt bleibt. Fast fünf Jahre später trat sie der Piratenpartei bei, wo sie in Berlin rasch an Einfluss gewann und Mitglied des Bundesvorstandes wurde. Nachdem sich die antideutsche Hardcore-Feministin, welche kontinuierlich Hetze wie „Sauerkraut, Kartoffelbrei – Bomber Harris, Feuer frei!“ ablässt, und ihre feministischen Helfershelferinnen erfolgreich im Hauptquartier der Piraten eingenistet und in Stellung gebracht hatten, wehte von nun an ein anderer Wind.

Wie das Schiff versenkt wurde

Die Piratenpartei war 2010 eine aufstrebende Alternative im Einheitsparteien-Brei der BRD. Mit Themen wie direkter Demokratie, einem Recht auf Privatkopien und der Mobilmachung gegen Überwachung und Zensur schafften sie es innerhalb kurzer Zeit viele Leute für sich zu begeistern. Die vom Urheberrecht und Kopierschutz lebende amerikanische Content-Industrie sah eine Bewegung in Form einer Welle auf sich zurasen, die sich zu einem Tsunami hätte entwickeln können. Das Geschäftsmodell kostenpflichtiger Online-Inhalte wurde attackiert! Spätestens mit den Einzügen in vier Landesparlamente in den Jahren 2011 und 2012 müssen bei einigen hohen Herrschaften die Alarmglocken geläutet haben. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass zur damaligen Zeit weder das linke, noch das konservative Lager über eine zuverlässige Mehrheit besaßen und die Piraten das Zünglein an der Waage werden konnten. Als potentielle Mehrheitsbeschaffer mit überproportional viel Einfluss, hätten sie trotz geringer Stimmenanteile einen gewichtigen Teil ihrer Positionen durchsetzen können. Die Angelegenheit war anscheinend so brisant, dass Henry Kissinger dem Piratenchef 2012 einen Besuch abstattete. Gleichzeitig wurde die Partei mit antideutschen Hardcore-Feministinnen wie Julia Schramm überschwemmt, welche fortan den Ton angaben.
Die Inhalte der Partei änderten sich schlagartig. Von nun an bestimmten so immens wichtige Themen, wie die Einführung von Transgender-Toiletten für das dritte Geschlecht, oder Frauenquoten bei Straßennamen, die politischen Themenpunkte. Die ursprünglichen Inhalte verschwanden immer mehr in der Versenkung. Das Debattieren über exhibitionistisch veranlagte Feministinnen, welche halbnackt die Bombardierung Dresdens feierten, rückte zusätzlich dazu in den Mittelpunkt und selbstverständlich auch wieder die egozentrische Schramm.

Die große One-Girl-Show

2012 veröffentlichte die bisher weitgehend völlig unbekannte Studentin der Politikwissenschaft und Amerikanistik ihr Buch mit dem Namen „Klick mich“ beim Knaus Verlag, welcher zur Bertelsmann-Gruppe gehört. Das brisante dabei, Schramm erhielt ein Vorschuss-Honorar von 100.000 Euro – mehr als die Schlagzeilen füllende Ex-Bundespräsidenten-Gattin Bettina Wulff für ihre Autobiographie. Der urplötzlich auftretende Personenkult um das Piraten-Mädchen nahm erstaunliche Züge an. Ein „rein zufälliger“ wundersamer Aufstieg aus dem Nichts. Das Buch wurde nach dem Erscheinen größtenteils kritisiert, allerdings spielten die Inhalte in der Angelegenheit auch keinerlei Rolle. Was jedoch nach der Publikation folgte, war eine groß angelegte Show, die ihresgleichen sucht.

Die angebliche Kämpferin gegen Urheberrecht und Kopierschutz ließ einen kostenlosen Download ihres Werks im Internet sperren. Zusätzlich dazu wurden Personen, die ihr Buch heruntergeladen hatten in Form einer gelben Karte verwarnt – Wiederholungstäter sollten zivilrechtlich verfolgt werden. Die revolutionäre Idee unkommerzieller Vervielfältigung digitaler Werke für den Eigengebrauch und Fortschritt der Gesellschaft wurde damit öffentlichkeitswirksam zu Grabe getragen und durch ein de facto Zwei-Stufen-Abmahnmodell ersetzt. Die sich selbst betitelnde „Internet-Exhibitionistin“ zerstörte mit ihrer Doppelmoral die Glaubwürdigkeit der Piratenpartei endgültig. Nachdem wohl einkalkulierten Shitstorm und Rücktritt von Schramm aus ihrem Parteiamt, begann die große Opferinszenierung – eine Tournee durch alle erdenklichen Medien. Selbst die Brigitte schrieb über böse Anfeindungen gegenüber ihrer Person. In dieser Zeit wurde zum ersten Mal die Notwendigkeit zur Bekämpfung sogenannter „Hasskommentare“ in den öffentlichen Diskurs der BRD getragen.

Rekapituliert man die Geschehnisse um die sich selbst bezeichnende „Privilegienmuschi“, dann kommt man zu dem Schluss, dass sie die Piratenpartei quasi im Alleingang geentert, gegendert, verraten und versenkt hat. Gleichzeitig hat sie Grundlagen dafür gelegt, mittels digitaler Zensur die Meinungsfreiheit der BRD weiter einzuschränken. Fürstlich belohnt wurde sie mit einem Posten bei der Amadeu-Antonio Stiftung. Hier arbeitet sie zusammen mit der ehemaligen Stasi-Mitarbeiterin Anetta Kahane im digitalen Zensur-, Lösch- und Diffamierungs-Bataillon.

Anfang 2016 gab Schramm zusammen mit 35 weiteren Ex-Piraten bekannt, ihr parteipolitisches „Engagement“ nun in der LINKEN fortzusetzen. Die feministische Transatlantikerin, welche sich auf dem Think-Tank-Portal „atlantic community“, dem ausgerechnet der Sohn des amerikanischen Geostrategen Zbigniew Brzezinski angehört, Sorgen um die fehlende Unterstützung für die NATO-Kriegstreiberei macht, wechselt also in eine dem Pazifismus und Frieden verschriebene Partei – ein neuer Auftrag?

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