Italiens Innenminister Matteo Salvini im Exklusiv-Interview in der Juni-Ausgabe von COMPACT

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Matteo Salvini ist der populärste Politiker der europäischen Rechten. Im Exklusiv-Interview in COMPACT 6/2019 spricht er nicht nur offen über den zunehmenden Streit mit den Fünf Sternen, sondern äußert sich auch über Querfront-Optionen, die Politik der künftigen Patrioten-Fraktion im EU-Parlament und andere internationale Fragen.

Angesprochen auf den allgegenwärtigen Populismus-Vorwurf sagt Salvini:

Ich kenne die Begriffe Populismus und Souveränismus aus der Presse und kann mich mit ihnen gut identifizieren: Ich bin ein Souveränist, weil ich Europa liebe und es retten möchte. Europa zu retten, das heißt, die Souveränität wie die Eigenheiten seiner Länder zu bewahren. Meine Inspiration ziehe ich aus den Ideen der europäischen Gründerväter, die von einem Europa der Vaterländer und nicht von einer Union sprachen. Souveränismus bedeutet für mich eine Zusammenarbeit der verschiedenen Nationalstaaten innerhalb einer Interessengemeinschaft. Dabei sollte Kooperation aber nur dort stattfinden, wo tatsächlich auch gemeinsame Interessen bestehen, also kein Zwang sein. Das heißt, ich bin für weniger, aber dafür bessere Zusammenarbeit. In diesem Sinne sind Souveränismus und Europa kein Widerspruch.

Eine seiner Prioritäten auf europäischer Ebene sei, „bestehende wirtschaftliche Abkommen mit afrikanischen und asiatischen Staaten neu zu verhandeln, wenn sie ihre illegal nach Europa eingereisten Bürger nicht zurücknehmen wollen“. Italiens Innenminister sagt: „Das muss der ganzen Welt klar werden: Wenn man mit Europa verhandeln will, muss man sich unseren Sicherheits- und Arbeitsbedürfnissen anpassen.“

Auf die Frage von COMPACT, ob er auch bereit wäre, mit linken Souveränisten wie Mélenchon in Frankreich zusammenzuarbeiten, antwortet Salvini:

Selbstverständlich. Wenn ich den Kommunismus für unzeitgemäß halte, heißt das nicht, dass ich mit Marxisten nicht sprechen oder kooperieren könnte. Wenn diese Parteien mit mir über Arbeit, Wohlstand und Sicherheit sprechen wollen, bin ich dazu jederzeit bereit, wenn es um Sachthemen geht.

Auch zu Nigel Farage von der Brexit Party und zur spanischen Vox unterhalte er gute Kontakte. „Ich war und bleibe ein überzeugter Autonomist und habe lange die Unabhängigkeit von Katalonien unterstützt. Aber ich mische mich nicht in die inneren Angelegenheiten anderer Länder ein, sondern begebe mich lieber auf die Suche nach Ansprechpartnern in Europa“, so der Lega-Chef.

 

 

 

 

 

 

 

Und was ist das Problem mit der Fünf-Sterne-Bewegung (M5S)? Dazu sagt Salvini:

Ich habe in der letzten Zeit fast immer nur ein Nein von der M5S erhalten habe: Nein zum neuen Arbeitsgesetz, nein zum neuen Steuergesetz, ein zur Autonomie, nein zu den großen Bauvorhaben, nein zum Sicherheitsgesetz. Es gibt keine persönlichen Probleme zwischen uns, ich hoffe allerdings, dass ihre derzeitige Einstellung hauptsächlich dem Wahlkampf geschuldet ist.

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4 Kommentare

  1. Avatar
    Walter Bornholdt am

    Sehr geehrter Herr Elsässer,

    es war das erste Mal – ganz sicher nicht das letzte Mal – dass ich ein Compact Monatsheft im Zeitungsladen kaufte.

    Die Interviews und Informationen zu den verschiedenen ‚Rechtspopulisten’ Europas und USA waren für mich und meiner Gedankenordnung eine verdammt große Hilfe.

    Fazit: Von keinem Einzigen der vielleicht zukünftigen Entscheidungsträger Europas können wir soziale Sicherheit und Rechtssicherheit erwarten. Mit 70 ist das auch nicht mehr unbedingt erste Priorität. Für mich wird immer mehr ein anderes Problem wichtiger:

    Die Politik des FN verfolge ich z.B. schon seit Jahren, bin von Marine Le Pen begeistert und muss aber auch feststellen, dass in Frankreich der Kampf gegen die Islamisierung etwas im Nebel der anderen Ereignisse und Notwendigkeiten untergeht.

    Dieses Problem scheint wohl sehr ‚private’ Kampfformen anzunehmen – ohne Unterstützung durch Politik und Exekutive!

    Wir werden es erleben
    Ich wünsche Ihnen und Ihrem Team weiterhin jeden Erfolg

    Walter Bornholdt
    Freier Dozent und staatlich anerkannter Übersetzer für Arabisch und Englisch
    Magdeburg

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    Irgendwehr am

    Veni, vidi, vici, so geht das in Italien. In Deutschland heisst das so ähnlich: wenig, willig, wichsi.

  3. Avatar
    Katzenvater am

    Salvinis Statements können zum großen Teil unterschrieben werden, was aber gar nicht geht: er hält Maduro in Venezuela für einen brutalen Diktator, Guaido aber für einen legitimen Präsident. Er ist für die Präsenz der NATO in Italien und bezeichnet sich als proatlantisch. Da reiht er sich ein in das Gros der Europa-Rechten, die ich genau deshalb skeptisch sehe. Bannon spricht mir da übrigens auch nicht gerade aus der Seele. Bei "christlich-jüdischen Wurzeln" verdrehe ich schon die Augen, weiß ich doch, dass es dabei nur gegen den Islam geht. Bannon bricht ja eindeutig eine Lanze für Saudi-Arabien und sieht im Iran eine Bedrohung. Patrioten in Deutschland sollten bei genannten Rechten immer wachsam sein. Bezeichnend schon, dass hier (Compact) gar nicht vom Quds-Tag in Berlin berichtet wurde. Denn da wurden erheblich mehr Deutschland-Fahnen gezeigt als bei den Gegen-Demos…

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      Danke,muß man wissen und wurde bisher unter den Teppich gekehrt. Warum sollte B. keine Lanze für die Saudis brechen? So malerisch,wie die in ihren Beduinen-Klamotten daher schweben, einfach feeesch.- – Bis zu Pius XII . waren die (mosaisch gebliebenen) Juden die "bösen Weingärtner" der Bibel,die den Sohn des Weinbergbesitzers getötet hatten. Das änderte sich,nachdem der Zionismus und die Macht jüdischer Milliardäre nach WK2 in den de USA und dessen Satelliten gewaltig zugenommen hatte. Bis Benedikt XVI. sie uns als "unsere älteren Brüder" unterjubelte.

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