Italien: Euro-Rettung ist wichtiger als Verteidigung

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Ohne den Euro ginge es nicht nur der Wirtschaft in Italien besser. Auch die Streitkräfte leiden unter chronischem Geldmangel. Die Rettung des Euro ist wichtiger.

_ von Klaus Gröbig

In den Jahren 1985-91 ließ die Marine acht Korvetten der „Minerve“-Klasse bauen. Sie ersetzten seiner Zeit eine gleich große Anzahl von Korvetten der Klassen „Albatros“ und „De Cristofaro“.

Wirtschaftliche Zwänge brachten es mit sich, dass sechs von ihnen inzwischen ersatzlos außer Dienst gestellt wurden, die beiden letzten Einheiten werden 2018 folgen. Am 29. Mai 2017 beendeten die Korvetten „Fenice“ und „Sfinge“ im Marinestützpunkt Augusta (Sizilien) ihre aktive Dienstzeit.

2012 hatte die italienische Marine in Folge einer schweren Finanzkrise (EURO) die ersatzlose Ausmusterung beschlossen und noch im gleichen Jahr das Typschiff „Minerva“ und die „Sibylla“ außer Dienst gestellt. Beide Korvetten konnten zusammen mit zwei Schwesterschiffen immerhin nach Bangladesch verkauft werden. So kam wenigstens noch etwas Geld in die Kasse.

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Für „Fenice“ und „Sfinge“ fand sich offenbar kein Käufer. So werden beide vermutlich verschrottet werden. Die beiden letzten „Minerve“-Korvetten sollen 2018 den Dienst verlassen. In den letzten Jahren waren diese Korvetten nicht mehr mit Verteidigungsaufgaben beschäftigt, sondern sammelten Flüchtlinge im Mittelmeer auf. Statt diese Menschen nach Libyen zurück zu bringen, luden die Korvetten ihre Passagiere stets in Sizilien aus.

Daraus folgt auf globaler Ebene: Die Schwäche der US-Navy kann nicht mehr durch ein verstärktes „Engagement“ seiner Verbündeten ausgeglichen werden.

Italien ist dafür ein gutes Beispiel.

1990 verfügte die Marine noch über einen (kleinen) Flugzeugträger und drei Kreuzer für Hubschraubertransport, vier Zerstörer, 16 Fregatten, elf Korvetten, zehn U-Boote, 26 Minensucher, sieben Schnellboote und diverse Hilfsschiffe.

Heute besitzt die Marine zwei (kleine) Flugzeugträger, keine Kreuzer, vier Zerstörer, zwölf Fregatten, zwölf Korvetten (seit dem 29. Mai nur noch 10), sechs U-Boote, zehn Minensucher und keine Schnellboote.

Dieser Abbau ist nicht so dramatisch wie bei den US-Amerikanern und Briten, zeigt aber klar, dass Italien nicht in der Lage ist, weitere Aufgaben im Rahmen der NATO zu übernehmen.

Gegen Ende des Kalten Krieges konnten die damals recht starken Marinen Spaniens und Italiens in einem Verteidigungsfall Frankreich im Mittelmeer entlasten, so dass die französische Marine in Falle eines Angriffs der Warschauer Pakt-Staaten ihre Kräfte im Atlantik hätte konzentrieren können.

Damit ist es heute nichts mehr.

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5 Kommentare

  1. Wenn die Schwäche des Euros Aufrüstung verhindert, dann hat das zumindest noch ein Gutes! Ich wundere mich immer wieder, daß Aufrüstung als "Verteidigung" bezeichnet wird! Wie man sich verteidigt, hat der Welt Gandhi gezeigt! Friedlich, ohne Waffen, durch passiven Widerstand!
    Waffen dienen stets den Angriff!
    Wenn es keine Seestreitkräfte mehr gibt muß Herr Soros in Zukunft wohl die Fähren bezahlen, um seine Flüchtlinge ohne allzugroße Verluste nach Europa bringen zu lassen.
    Kein europäisches Land sollte seine Kinder in fernen Ländern opfern (müssen), um die Interessen der USA und ihrer informellen Herrscher, des Großkapitals, zu erzwingen. Wenn die NATO finanziell austrocknet – Prima! Raus aus dem Verein – und zwar schnell!!!
    Mit einem Bruchteil der Militärausgaben kann man in den Ländern Aufklärung betreiben und Verhütungsmittel verteilen, die wegen ihrer überbordenden Geburtenrate massive wirtschaftliche Probleme haben – der Anfang jeder Aggression und aller Umweltprobleme!

  2. Sternenhimmel am

    Die ganze EU muß dringend verkleinert werden, auf EWG Größe und jedes Land muß wieder eine eigene Währung erhalten. So kann es nicht weiter gehen. Die Eurobonds, die Macron einführen will werden uns Deutschen den Rest geben. Ich bin für eine Volksabstimmung. Unter großer Aufsicht, damit kein Wahlbetrug begangen werden kann, so wie mit den AfD Stimmen, die "verschwunden" waren.

  3. Volker Spielmann am

    Die sofortige Abschaffung des Spielgeldeuros ist unabdingbar

    Das vermaledeite Spielgeld Euro entzweit die europäischen Völker mittlerweile schlimmer als es die Glaubensspaltung im XVI. Jahrhundert getan hat. Dinge, die vorher niemanden kümmerten, wie die Überschüsse oder Fehlbeträge in den Handelsbilanzen, die Staatsschulden oder das Renteneintrittsalter, wurden nun zu Zankäpfeln zwischen den europäischen Völkern und der Spaß könnte nun erst so richtig anfangen: Im deutschen Rumpfstaat sind nämlich mit der Alternative FÜR Deutschland die Spielgeldeurofeinde aufgestanden und die Pfarrerstochter vermag sich daher nicht mehr mit ihren Scheinbewahrern als das kleinere Übel zu inszenieren. Bisher hat sie immer dem Toben der bankrotten Delinquenten nachgegeben und artig Ja gesagt, wenn der deutsche Rumpfstaat für deren Schuldenmacherei und Mißwirtschaft aufkommen sollte. Tut sie dies nun weiterhin, so werden sie die Wahlerfolge der Alternative wohl vervielfachen. Verlangt sie echte Anstrengungen und Einsparungen, so begehren die Delinquenten auf.

    Im Übrigen bin ich dafür, daß der des Euro zerstört werden muß!

  4. Berthold Sonnemann am

    Streitkräfte, die nicht ihre Landsleute und ihr Land verteidigen, sondern wie die italienische Marine massenhaft manische Möchtegern-Odysseuse auffischen und, statt sie unverzüglich zurückzubringen, nach Italien verschaufeln, sind ebenso überflüssig, ja sogar schädlich, wie derzeit eine sog. Bundeswehr, welche deutsche Frauen nicht vor Sexfugees beschützt, sondern sich in Sachen Entheimatung orientalischer Familien globalfinanzfaschistisch missbrauchen lässt.

    Babylonismus, auch monetärer, hat im Nato-Völkermörderprogramm Priorität. Das ist der Hauptfeind auch Italiens, den die italienischen Soldaten, wenn sie Italiener sein wollen, zuerst bekämpfen müssen.

  5. Raubautz 4 am

    In italienischen Flottenstützpunkten sind in Zukunft
    Schiffe nötig, um nach einer Umsturzwelle in Europa
    für Sicherheit zu sorgen, wie es die Australier machen.
    Schiff kommt, Schiff wird wieder auf See geschleppt.
    Hart, aber fair, denn wer will daß dieses Volk zum Dank
    noch rotzfrech Frauen, Mädchen und Kinder in unseren
    Städten vergewaltigt !
    Dafür braucht man eine starke Kriegsmarine im Raum
    des Mittelmeeres. Notfalls mit gesamteuropäischer
    Kostenerstattung an Italien.

    Mit besten Empfehlungen, Raubautz 4

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