Ist das noch CSU oder kann das weg? Wie Seehofer einst vor Merkel kuschte

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Für Horst Seehofer birgt der kommende Montag auch die Chance, Demütigungen und Abfuhren der CSU durch Bundeskanzlerin Merkel wenigstens anteilig auszubügeln. Besser ein später Aufstand als gar keiner. Wie die Imperatorin mit der Schwesterpartei der CDU bislang umgesprungen ist und wie devot der Bayern-Horst dabei kuschte, darüber berichtete der Artikel „Ist das noch CSU – oder kann das weg?“ in COMPACT 8/2017 ausführlich. Es folgen Auszüge aus dem Beitrag:

Ist das noch CSU – oder kann das weg?

Horst Seehofer hat den Bayern viel versprochen: Verfassungsklage gegen die offenen Grenzen, eine Obergrenze für Asylbewerber, notfalls Bruch der Fraktionsgemeinschaft mit der CDU oder wenigstens einen eigenständigen Wahlkampf. Gehalten davon hat er nichts.

_ von Johannes Daniels

3. Juli 2017: Die DDR-Light-Diktatorin Angela steht bei der Verkündung des gemeinsamen Unionsprogramms leuchtendrot-lachend neben dem anscheinend obergrenz-debilen Horst. Er: «Ich vertraue ihr blind!» Sie: «Die Arbeit am Programm hat mir richtig Spaß gemacht!»

Man kann es ihr von Herzen glauben, welch Höllenfreude sie hatte, ihrem Vollhorst so richtig eine einzuschenken. Es brannte ihr schon lang unter den abgeknabberten Nägeln, ihn mal wieder ordentlich abzukanzeln und mit dem Nasenring durch die Manege zu führen. Vorsicht, Horst, Ingolstadt wartet auf Dich!

Viele mächtigere CSU-Granden wurden schon aus geringerem Anlass von den CSU-Grantlern abgeledert und zurück in ihre Provinz nach Wolfratshausen (Edmund Stoiber) oder Nürnberg-Langwasser (Günther Beckstein) geschickt…

CSU goes CSD

Jeder Grantler an der Basis weiß: Seehofer und sein designierter-resignierter Bundesinnenminister Joachim Herrmann stehen in vorderster Reihe der Bumerang-Willkommensfront. Nicht weil sie es wollten, sondern weil sie aus reinem Machterhaltungsinstinkt die Flutung des Landes durch die Big-Brother-Allianz aus CDU, SPD und Grünen in Kauf nahmen.

Der Widerstand dagegen war nur ein Bluff. Seehofers Verfassungsklage gegen den von der Kanzlerin geschaffenen und von ihm selbst so genannten «Unrechtsstaat»? Versandelt. Seehofers Androhung einer bundesweiten «CSU-für-alle?» Eine Luftnummer. Seehhofers energisches Schattenboxen für die «Obergrenze-im-Unionsvertrag-sonstganz-klar-Opposition»?

The opposite – wie sich nun herausstellt: Es gibt zwar eine einseitige Willenserklärung der CSU zur Obergrenze, aber diese steht im Kleingedruckten oder besser Kleinverdrucksten, nämlich auf Seite 635 des «CSU-Bayernplans», der Bad Bank des Unions-Wahlprogramms…

Im Zuge der freiwilligen Selbstaufgabe Deutschlands durch schwarz-rot-grün ist die CSU nach dem Bauchgefühl der Bundeskanzlerin – gesteuert von ihrem untrüglichen Machtgefügegespür-Solarplexus – zum gefügigen Wegwerfprodukt geworden. Zum Blinddarm eines blinden Ge-Horst-sams. Zum popo-listischen Auffang-Appendix – abgespeist mit Petitessen und marginalen Ministerämtern. Zum Dünndarm ohne Charme. Zum Zwerchfell-Anfall. Zum pathologischen Abfall der Großen Operation am offenen Herzen Deutschlands.

Viele fragen sich: Ist das noch CSU, oder kann das weg? Das 50 Jahre lang gehütete Mantra der Christsozialen, wonach es keine Partei «rächts» von ihnen geben darf, hat die Union schwuppdiwupp in sein Gegenteil verkehrt: Es darf keine Partei links der CDU/CSU geben. So verkommt auch die bayerische Schwesterpartei zur Konfetti-mitwerfenden CSD-Truppe im bunten Palim-Palim-Parlament. Freiheit oder Sozialismus war die Devise von Franz Josef Strauß. Freiheit oder CSU müsste es heute heißen.

(…)

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