Interview: Alexander Gauland über Ausgrenzung und Opposition

12

Die Erfolge in den drei Landtagswahlen geben in der AfD Anlass zu großen Hoffnungen. Doch was kann die Partei erreichen, wenn sie als drittstärkste Kraft dennoch weiter ausgegrenzt wird? Wie kann sie die immer wütenderen Angriffe der Etablierten kontern, wie die Einheit ihrer unterschiedlichen Flügel bewahren? Die aktuellen Versuche von Konformisten und Antifa, das COMPACT-Magazin auf der Leipziger Buchmesse zu zensieren, bestätigen Gaulands Beschreibung antidemokratischer Tendenzen. Es folgen Auszüge aus dem Interview mit Alexander Gauland, dass Sie vollständig in COMPACT 3/2016 lesen können – hier bestellen

Bestmöglich unterstützen Sie die Arbeit von COMPACT mit einem Abo – hier abschließen

Abo-2016-03

COMPACT: In den letzten Wochen geriet die AfD unter scharfes Feuer des Establishments. Was hat Sie am meisten geärgert?

A.G: Hat die AfD auch selbst Fehler im Wahlkampf gemacht? Natürlich passieren auch uns Fehler. Als solchen sehe ich die völlig missverstandene Äußerung von Frauke Petry zum Schusswaffeneinsatz an den Grenzen. Die Menschen wollen sichere Grenzen, sie wollen ein Ende der katastrophalen Flüchtlingspolitik. Aber Schüsse auf Frauen und Kinder, das stört auch diejenigen, die mit der Politik der Bundeskanzlerin vollkommen unzufrieden sind.

C: Das heißt, die Totschweigetaktik, die CDU-Fraktionschef Volker Kauder als Leitlinie für den Umgang mit der AfD ursprünglich ausgab, halten Sie für schlimmer als die Schmutzkübelei?

A.G.: Überspitzt gesagt: ja. Eine Schmutzkampagne ist für uns weniger schlimm als das Totschweigen, denn die Verleumdungen glauben die Leute ohnedies nicht mehr.

(…)

C: Ende Januar schrieb Jakob Augstein im Spiegel: «Die AfD hat ein Programm. Sie will die liberale Demokratie zerstören.» Was antworten Sie ihm?

A.G.: Das ist dummes Zeug, und das weiß er auch. Wir haben ein klares Programm, zum Beispiel eindeutig rechtsstaatliche Positionen in der Asyl- und Zuwanderungsfrage. Und was die liberale Demokratie angeht: Wir wollen sie nicht zerstören, sondern wiederherstellen. Man kann doch nicht mehr von einer liberalen Demokratie sprechen, wenn alle Parteien im Bundestag in entscheidenden Punkten die gleiche Meinung vertreten und man die wichtigste Kraft, die Alternativen aufzeigt, nämlich die AfD, ausgrenzt und verteufelt.

Bestmöglich unterstützen Sie die Arbeit von COMPACT mit einem Abo – hier abschließen
(…)

C: Aus der Geschichte der Grünen kann man lernen, dass das Konzept Fundamentalopposition zwar ein, zwei Legislaturperioden gut trägt, aber dann der Drang zum Mitregieren wächst, und zwar aus der eigenen Wählerschaft heraus.

A.G.: Das stimmt, aber dieser Zeitpunkt ist bei uns noch lange nicht erreicht. Wenn wir jetzt ans Mitregieren auch nur denken, würde es uns zerreißen. Die AfD ist eine junge Partei, wir müssen unsere personellen und fachlichen Ressourcen erst einmal aufbauen. Würden wir zum Beispiel nach der Landtagswahl mit der CDU in Baden-Württemberg eine Regierung bilden, wozu es rein rechnerisch reichen könnte, dann müssten wir eine ganze Menge Dinge mittragen, die unsere Wähler als Verrat empfinden würden.

(…)

C: Aber was macht Ihr als Oppositionspartei mit möglichen 15 bis 20 Prozent? Wie bekommen wir die Grenzen dicht und Merkel weg?

A.G.: Mit dieser Kanzlerin gibt es keine Zukunft für Deutschland. Was wir mit unseren Wahlerfolgen jetzt erreichen können, ist Verunsicherung an der Basis der CDU, sodass die Mitglieder Druck auf ihre Abgeordneten ausüben, damit diese wiederum die Kanzlerin zwingen, die Masseneinwanderung zu stoppen, oder sie andernfalls im Bundestag abwählen. Dieser Prozess ist dank der AfD schon in Gang gekommen, es gibt massenhafte Austritte aus der CDU. Wenn sich das zu einem Flächenbrand ausweitet, werden sich die Abgeordneten gegen Merkel stellen.

Bestmöglich unterstützen Sie die Arbeit von COMPACT mit einem Abo – hier abschließen

Über den Autor

COMPACT-Magazin

 

Bitte beachten Sie unsere Kommentarregeln.

Empfehlen Sie diesen Artikel