Internet-Angebot: Algorithmen, die den Tod von Patienten „errechnen“

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Im Mai 2015 fand eine Jahrestagung des Deutschen Ethikrates statt. Im Fokus stand das Thema: »Die Vermessung des Menschen. Big Data und Gesundheit.« Ein Thema, das in seiner Brisanz kaum die breite Öffentlichkeit erreicht! Es wurden unter anderem Szenarien vorgestellt, die zeigen, dass Big Data aus uns gläserne Menschen macht.

Jegliche Datenspuren, die wir im Internet hinterlassen, werden gesammelt und gewinnbringend an verschiedene Wirtschaftszweige, unter anderem an die Gesundheitswirtschaft, medizinische Forschung und die Pharmaindustrie, unaufbereitet, zum Teil auch aufbereitet und teils personalisiert, verkauft. Der deutsche Ethikrat wies auf diverse Probleme hin. Bezogen auf Daten, die man sich über Google angesehen hat, folgen im Schnelldurchlauf der Auswertung dann zum Beispiel personenbezogene Produktwerbung oder auch Medikamenten-/Therapie-/ Facharztwerbung.

Wenn wir darauf eingehen und den Werbevorschlägen folgen, sind wir fast ein Produkt von Big Data, denn wir verlieren unsere ›hochgeschätzte‹ Selbstbestimmung und werden gelebt. Doch wo die Grenzen ziehen? Soll man überhaupt Grenzen ziehen, da es ja auch um die persönliche Optimierung unserer Gesundheit, Prävention und Therapie und um den medizinisch-wissenschaftlichen Fortschritt geht, der so auf jeden einzelnen von uns abgestimmt werden könnte? Der Ethikrat sprach von der Bildung vertrauensbringender Zwischenebenen, von Vertrauensinfrastrukturen, die geschaffen werden müssten und der Erprobung verschiedener Subsidiaritätsprinzipien.

Gut wäre, wenn Big Data für positive Zwecke und gemeinnützige Forschung genutzt würde, doch einer privatwirtschaftlichen Nutzung ohne persönliche Zustimmung zur Sammlung und Auswertung persönlicher Gesundheitsdaten steht der Ethikrat kritisch gegenüber. Und dies völlig zu Recht. Zeigt doch das Feuilleton der FAZ vom 08.01.2017 »Der Algorithmus schlägt die letzte Stunde« in welche Richtung Unternehmen denken können, wenn es um ihre Profitmaximierung geht. Die amerikanische Start-up-Firma Aspire Health entwickelte einen Algorithmus (ein Berechnungsverfahren), der die verbleibende Lebensdauer schwerkranker Patienten vorhersagen soll.

Er wertet alle ärztliche Indikationen und Diagnosen eines Patienten aus und gleicht das Krankheitsbild mit Mustern häufiger Therapien ab. Das bedeutet im Ernstfall weniger Leistung im Krankenhaus und palliativmedizinische Behandlung in der eigenen Häuslichkeit. Das bringt natürlich enorme Einsparungen des neoliberalen Gesundheitssystems und das auf Kosten der Menschlichkeit. Das ist der endgültige Ausstieg aus dem Solidarsystem.

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Wer bezahlen kann, kann sich zukünftig seine Gesundheit erkaufen! Wer nicht bezahlen kann, wird aus dem Gesundheitssystem ausgemustert und landet auf der Halde, wird im Ernstfall zum Sterben verurteilt! Auch ein Mittel, um die wachsende Weltbevölkerung zu dezimieren! Patienten mit einem errechneten medizinischen Ablaufdatum sind finanztechnische Risikofaktoren und werden als hoffnungslose Fälle eingestuft. Ein Algorithmus bestimmt zukünftig, welche therapeutischen Maßnahmen überhaupt noch finanziert werden. Grausam!

Die FAZ schreibt, dass das Projekt der Firma Star-up Aspire Health von der Wagniskapital-Tochter »GV«, also der Google-Mutter Alphabet, finanziert wird. Es ist seit längerem bekannt, dass Google sich immer stärker im Wettbewerb um lukrative Gesundheitsdaten engagiert. Die meisten Menschen nutzen die Suchmaschine Google und rund ein Prozent aller täglich drei Milliarden Suchanfragen betreffen Krankheitssymptome, so die FAZ.

Diese Zukunftsaussichten eines nur auf profitgetrimmten Gesundheitssystems sind mir durch zahlreiche SF-Filme und Bücher bestens bekannt. Da passt auch der selbst entworfene fiktionale Text zur Agenda 2020, den mir ein Freund vor einem halben Jahr schickte: Hier ein von ihm genehmigter ziemlich frappanter Textauszug:

„Der Patient hat sich schon daran gewöhnt, dass es eine Zwei- oder Mehrklassenmedizin gibt. Dass Gesundheit, oder genauer gesagt, negative Gesundheit, Geld kostet, ist mittlerweile auch erfolgreich platziert worden. Prinzipiell gilt natürlich hier auch, wer sich Gesundheit auf einem höheren Niveau leisten kann, bekommt in keinem Land eine bessere Versorgung als hier. Für die anderen Personen wird es eine Frage der Rentabilität sein, inwieweit und auf welchem Niveau wir Gesundheitsleistungen zur Verfügung stellen.

… natürlich müssen wir bei bestimmten Versorgungs- und Leistungselementen in der Medizin zukünftig schon eine Abwägung machen, ob die zu erwartenden Kosten in Relation zur erwartenden Produktivität des Patienten wirtschaftlich noch abbildbar sind. Sehen Sie, eine Transplantation oder aufwändige Krebstherapie bei einem Billigjobber macht nicht viel Sinn, da der Produktivitätsbeitrag, gemessen an der Restproduktivitätszeitspanne des Patienten, die Therapiekosten deutlich unterschreitet.

Wir werden diese Therapieangebote mit größeren Kosten (Transplantationen etc.) natürlich nicht verweigern, aber zukünftig wahrscheinlich nur noch im Rahmen der Deckungsbeitragsgrenzen anbieten.

… Für uns ist jedes Lebewesen gleich viel wert, lediglich hinsichtlich Produktivität und daraus resultierender indirekter Rendite gibt es gewisse Unterschiede. Da ist es in der Medizin wie in allen anderen Bereichen des Lebens.“

(Stephan P. O’Brian)

Schnelllebig unsere Zeit, hier ist die Wirklichkeit dabei, die Fiktion zu überholen. Wie lange wird es dauern, bis der entwickelte Algorithmus der Firma Start-up Aspire Health in unser Gesundheitssystem Eingang findet? Die Anfänge dafür sind ja schon integriert. Welcher potentielle Gesundheitsminister unseres Landes wird sich damit in der profitgierigen Gesundheitswirtschaft eines neoliberalen Gesundheitssystems eine goldene Nase verdienen?

Quellennachweis:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/ein-algorithmus-soll-ueber-leben-und-tod-entscheiden-14606357.html

http://www.aerzteblatt.de/archiv/170824/Big-Data-und-Gesundheit-Viele-Hoffnungen-viele-Aengste

http://www.ethikrat.org/dateien/pdf/jt-21-05-2015-simultanmitschrift.pdf

http://aspirehealthcare.com/

Google invests in Frist-founded Aspire Health

https://aspirehealthpartners.com/

Über den Autor

13 Kommentare

  1. Esmiralda Sturm am

    @ ANDY POPPENBERG
    @ VOLKER SPIELMANN
    @ HVH
    @ LIVIA
    @ Gabi
    Ich möchte mich bei allen Kommentierenden bedanken. Ihre Gedanken sind sehr inspirierend und aufschlussreich. Es macht Freude, so viele gute Mitdenker zu haben. Chapeau Ihnen allen. Da macht es nochmal so viel Freude zu recherchieren und zu schreiben. Und @ HVH, Ihr Gedankenexperiment … einfach Spitze!

    Herzliche Grüße
    Esmiralda Sturm

  2. Wer solche Datenspuren vermeiden will, sollte ganz einfach die sogenannten sozialen Netzwerke meiden, Rabattkarten nicht annehmen (Die geben lächerliche 1% gegen die Abgabe deiner gesamten persönlichen Daten, während es auf Emscherland-Rabattmarken 3% gab und man nur Name und Anschrift auf das Sammelheft schreiben mußte.), deine Einkäufe stets bar bezahlen und beim Internet – Bankwesen nicht mitmachen.

    Zum Anderen ist zu sagen, daß es auch schon vor Jahrzehnten Leute gab, die anhand der Daten der Altvorderen, kombiniert mit den eigenen Lebensgewohnheiten schon recht gut das erreichbare Alter einer Person vorausschätzen konnten.

    Da die moderne Schulmedizin mitsamt ihrer Pharmaindustrie – die als Massenvernichtungsmittelproduzent im WKI angefangen hat – vor allen Dingen an KRANKEN Menschen – als Kunden! – interessiert ist, ist es sehr unwahrscheinlich, daß diese an einem würdigen Ableben interessiert sind – allenfalls, wenn ihnen das keiner bezahlt, und um das zu vermeiden, wurden wir ja alle Versicherungspflichtig, gegenüber der "Gesundheits"- UND Pflegeindustrie! Wer sich der Lebensverlängerung auf Teufel komm raus entziehen will, muß in die Schweiz gehen – und das wird dann für den Betreffenden richtig teuer, muß komplett selbst bezahlt werden! Und derjenige muß auch noch geschäftsfähig sein, eine Verfügung reicht da nicht, und älteren Personen wird das schnell abgesprochen!

    Daß dem so ist, sieht man doch schon daran, daß Vorsorgeuntersuchungen nicht für Personen BIS 40 Jahren vorgesehen sind, sondern AB 35! Es sollen also Alterskrankheiten abgegriffen werden – und nicht in der Entstehung verhindert – damit diese möglichst lange – ertragreich – behandelt werden können! Jungen, gesunden Menschen – vor allem Kindern – verpaßt man dafür lieber (zu viele, zu frühe und sinnlose) Impfungen, die zumindest einen kleinen Teil der Betroffenen via Nebenwirkungen auch dauerhaft krank machen und damit zu Kunden.

    Außerdem hat man gezielt gegen die Weitergabe des Wissens von Hausmitteln gearbeitet und z.T. sogar den Verkauf solcher untersagt, entsprechende Literatur nicht mehr aufgelegt, was die Menschen dazu bringt, im Netz danach zu suchen. – Man soll eben wegen jeder Kleinigkeit zu Arzt rennen und in Folge Pharmzeutika konsumieren – und sich nicht wundern, daß die Versicherungsbeiträge steigen! Das setzt dann auch noch eine Spirale in Gang: "Wenn ich schon so viel bezahlen muß, dann will ich auch mal etwas davon haben!" denkt sich das Zwangsmitglied und die Gesundheitsindustrie freuts!

    Das gestörte Verhältnis zum Tod allgemein, das Verdrängen, welches in den letzten Jahrzehnten dazu geführt hat, daß es möglich wurde, Sterbenden mit allen Raffinessen das Leiden zu verlängern, wie man es seiner Katze nicht antun würde und es außerdem Tierquälerei wäre, hat doch erst die Einstellung möglich gemacht, daß das auch noch etwas Gutes und Fortschritt sei! Eine Pallativbehandlung ist doch für den Betroffenen das Beste, was ihm passieren kann – es seie denn man akzeptiert den Tod nicht. (Typisch ist auch, daß Sterbeversicherungen für Pflegekosten aufgelöst werden müssen – länger Leiden ist also wichtiger als eine würdige Bestattung. Anonyme Urnenbestattungen nehmen zu; denn auch der Wegfall der Totenehrung ist ein Symptom der Verdrängung. Da darf man sich auch nicht mehr wundern, daß sich auch offizielle Stellen zunehmend damit schwer tun.)

    Cue bono? Die Medizinindustrie kann gar kein Interesse daran haben, daß die Menschheit weniger wird und schon garnicht gesünder oder früher stirbt! Der schlimmste Fall für sie ist doch jemand, der nach 80 Jahren tot umfällt und nie in seinem Leben einen Arzt gesehen hat. Und die größten Ausbeuter und Abkassierer – z.B. die Besitzer der Pharmaindustrie – wissen auch schon länger, daß man mit vielen Kleinen Kunden erheblich mehr Gewinn macht, als mit wenigen Reichen!
    Die alten Chinesen waren schon immer etwas mehr auf Zack: Dort wurde der Arzt nur für die Gesunden bezahlt – und der Apotheker mischte die Arznei individuell zusammen …

  3. An apple a day keeps the doctor away, sag ich immer. Dazu viel Bewegung an der frischen Luft, um das Endocannabinoid-System zur Anandamid-Produktion anzuregen. Dabei immer lächeln:
    http://www.youtube.com/watch?v=DLLSKmpMKe4

    Schon kann Big Pharma/Big Data einpacken!

    • A cigar a day keeps the doctor away. Dazu viel Ruhe, eine gute Lektüre und so viel essen, wie man will und was einem schmeckt. Möglichst wenig Sport, vor allem wenig arbeiten und viel schlafen. Das hält gesund.

      In der Kantine der eigenen Firma den Angestellten, die gerne täglich 8-10 Stunden für Dich arbeiten, immer eine Kiste kostenloser Äpfel bereitstellen mit dem Hinweis, das Bewegung und ein Apfel pro Tag extrem förderlich für die Gesundheit sind. Daher arbeiten sie gerne bis kurz vor dem Ableben 180h pro Monat für Dich (Stichwort: wer rastet der rostet, lebenslanges Lernen, Wissens- und Leistungsgesellschaft und sonstigen Schwachsinn). Damit sie nicht wirklich zum Nachdenken kommen, knöpft der Staat ihnen einen durchschnittlichen Einkommenssteuersatz von 23% ab. Dazu gehen noch 27% Sozialversicherungen weg. Von dem verbliebenen Netto greift der Staat dann nochmal 19% über indirekte Steuern (MwSt) ab. Das Wenige, was die armen Schlucker von den verbliebenden 40% noch sparen können, wird durch Nullzinsen und Inflation entwertet. Genauso wie die künftigen Zahlungsversprechen (Renten, Pensionen, LV) Prinzip: "Halt du sie dumm, ich halte sie arm." sprach der Fürst zum Pfarrer. Da der Deutsche ja nicht mehr an Gott, sondern an den Staat glaubt, muss man den Pfarrer durch die Politiker ersetzen. Am Ende ist der Deutsche alt, krank und arm. Da sagt die Kanzlerin ihm einfach: "Es ging dir noch nie so gut wie heute, du undankbares Dummerchen. Doch leider können wir nicht mehr in deine Gesundheit investieren, weil sich das nicht mehr rentiert. Dein Krankenkassenbeiträge verwenden wir lieber für die neu Hinzugekommenen und nicht für die, die hier schon etwas länger hier leben. Und nun schleich Dich, weil ich muss mir heute in der Elbphilharmonie noch etwas Kultur antun. Dieses schöne Gebäude ist zehnmal so teuer geworden, wie geplant. Aber es war ja nur deine Steuerkohle." Und es eignet sich sehr gut den Neuhinzugekommenen die Kultur von denen nahezubringen, die schon etwas länger hier lebten. Das nennt man Integration, du Nazi!

      Pharmaindustrie, Gesundheitsindustrie, Waffenindustrie, Asylindustrie, Freizeitindustrie, Glaubensindustrie, Energieindustrie? Ist doch egal, wofür der Staat die Kohle rauswirft. Einer kriegt sie immer und es ist nie genug. Das ist doch die fundamentale Naturgesetz. 🙂

      Leute, wenn nur 10% von euch mal 3 Monate ungeplant Urlaub machen, dann wäre der ganze Zinnober in kurzer Zeit vorbei. Aber das, werdet ihr nie machen!!

      Gruss,

      HvH

      • Ich kann Äpfel nicht ausstehen, ich sag das doch nur. Meinetwegen kannst Du stattdessen den ganzen Tag Schokolade essen, da ist sogar reichlich Anandamid drinne:
        http://de.wikipedia.org/wiki/Anandamid#Vorkommen

        Aber so glücklich wie Paula wirste davon ebensowenig wie von einem Joint und wenn dein Cholesterinspiegel durch die Decke geht, dann hilft nur noch Flora Pro Activ, vom Hauptsponsor der Verastaltung:
        http://www.floraproactiv.co.uk/article/detail/1064916/flora-pro-activ-starter-kit

        Ansonsten ganz nett zusammengefasst. Auf die Polemik gegen Angela Merkel geh ich mal nicht ein. Ich kenne ja den Zustand deiner Hirnarterien nicht.

      • @Spielmann

        Es werden keine Kosten gespart. Das Budget und damit die Ausgaben im Krankheitswesen steigen kontinuierlich und unaufhaltsam. Gespart wird höchstens am Patienten.

        Gruss,

        HvH

  4. Volker Spielmann am

    Was es wohl mit dem starken Anstieg der Krankenkassenbeiträge auf sich haben mag?

    Aus dem Eingebildeten Kranken des Dichters Moliere wissen wir zwar, daß die Ärzte und Apotheker (zu denen sich in jüngster Zeit die industriellen Arzneimittelhersteller als Dritter im Bunde gesellt haben) schon sehr an ihrer Bereicherung interessiert sind. Wie auch unser Volk immer älter wird und das liebe Alter ja Gebrechen und Leiden aller Art mit sich bringt, deren Behandlung schon die ein oder andere Mark kostet. Daher könnte der starke Anstieg der Krankenkassenbeiträge durchaus auch sozusagen diese natürlichen Ursachen haben. Er könnte jedoch auch von der Scheinflüchtlingsschwemme verursacht worden sein. Schließlich sind in letzter Zeit mehrere Millionen fremdländischer Eindringlinge von den Parteiengecken in den deutschen Rumpfstaat eingelassen worden und diese nehmen nun rege die Dienste der einheimischen Ärzte in Anspruch und diese wollen natürlich für ihre Dienste auch bezahlt werden. Man muß also kein Schelm sein, um hier einen Zusammenhang zu vermuten…

    Im Übrigen bin ich dafür, daß der Euro zerstört werden muß!

    • Esmiralda Sturm am

      @ VOLKER SPIELMANN, irgendwie passt diesmal Ihr Kommentar nicht zu meinem Beitrag 🙂
      Es geht gar nicht um Krankenkassenbeiträge 🙂

      Herzlichen Gruß

      Esmiralda Sturm

      • Sehr geehrte Frau Sturm,

        anbei mal ein Gedankenexperiment über die tatsächlichen Mechanismen in einem Zwangsabgabensystem.

        1. Definition Steuer: Zwangsabgabe ohne den Anspruch auf Gegenleistung.
        2. Versicherungen: Zahlung von Prämien mit Anspruch auf definierte Gegenleistungen im Versicherungsfall.
        3. Sozialversicherungen: Pflichtversicherung (Zwang zum Zahlen von Prämien) für definierte Gegenleistungen, die der Zwangsvericherte vielleicht gar nicht haben möchte. Daher sind Sozialversicherungen weiter Zwangsabgaben, genauso wie beispielsweise GEZ Gebühren.

        Jetzt kommt ein Staat X und sagt ich möchte das Geld für Y verpulvern. Was passiert? Es entsteht eine Branche Y, es entstehen Y-Lobbyisten, die natürlich Einfluss auf den Staat X nehmen, damit er noch mehr Geld für Y ausgibt. Da die Mehrheit der Menschen und Firmen (Akteuere), die in dem Markt Y agieren einen maximalen Verdienst für minimale Leistung anstreben, testet man die Grenzen aus. Das Leistung für den Empfänger/Patienten/kunden (Konsumenten) ist dabei nur ein Parameter unter Vielen – aber sicherlich nicht der wichtigste. Y kann eine beliebige Branche sein. In ihrem Fall die Pharma- bzw. Gesundheitsindustrie. Es spielt aber keine Rolle für die Wirkmechanismen. Wenn der Staat X entschiede es für die Friedensforschung auszugeben, würde es überall nur noch Friedensforschungsinstitute mit Friedensforschern geben.

        Aktuell ist Y=illegale Einwanderung und der Staat D gibt dafür 30 Mrd. EUR pro Jahr aus. Folge: Es entsteht eine Y Industrie mit Y-Lobbyisten (Psychologen, Immobilienbesitzer, Catering-Services, Container-Bauer, Dolmetscher, Caritas, Sozialarbeiter, Verwaltungsangestellte, Sicherheitsfirmen, Waffenhersteller, Schutzkleidungshersteller, Imame, Koranschulen, organisierte Kriminalität, Sprachschulen, Verwaltungsangestellte, Richter, Polizisten, Lehrer, Beratungsstellen, etc.) usw.

        Was Herr Spielmann jetzt sagen wollte, ist die Offenlegung einer Lüge. Denn die Kosten im Gesundheitswesen steigen nicht nur wegen der normalen Kostensteigerungen (Demografie, bessere Medizin und höhere Leistungen für die Prämienzahler) und amoralisch bzw. unethisch handelnden Pharmakonzernen, sondern weil 1,5 Millionen illegale Einwanderer zu Unrecht in eine Versicherungsgemeinschaft als Leistungsempfänger aufgenommen wurden, obwohl sie die Voraussetzungen, nämlich die Prämienzahlungen, nicht erfüllt haben. Es werden also zu unrecht millionenfach Leistungen für Kuckucks-Versicherte erbracht, die auf die Prämienzahlenden Versicherter umgelegt werden und somit für Kostensteigerungen sorgen.

        Unter diesem Aspekt hat der Beitrag sehr wohl etwas mit ihrem Artikel zu tun.

        Gruss,

        HvH

      • Volker Spielmann am

        @Esmiralda Sturm

        Im weiteren Sinne wohl schon, denn es müssen wohl auch in größerem Umfang Kosten gespart werden.

    • Andy Poppenberg am

      Das Problem besteht auch ohne die, weil sich die Pharmazielobby gegen die Kassenlobby durchsetzen konnte, da der Wachstumszwang unseres Wirtschaftssystems ein stetes Wirtschaftswachstum nötig hat. Jedes Jahr ein Prozent mehr als im Vorjahr ist aber exponentielles Wachstum. Die Kosten des einen sind die Einnahmen des anderen. Deshalb werden ständig die Grenzwerte für die Definition von allen möglichen Krankheiten gesenkt, neue Krankheiten erfunden, indem alte umdeklariert werden, ständig Panik mit neuen und bösen Grippewellen gemacht. Das ist ein Wirtschaftszweig wie jeder andere und der Mensch ist Mittel zum Zweck, egal ob die Einheimischen oder Umgesiedelten.

      • Volker Spielmann am

        @Andy Poppenberg

        Ein Übel von dem schon der Dichter Moliere zu berichten wußte, aber ganz außer Acht lassen kann man den Zustrom der Fremdlinge auch nicht.

  5. Andy Poppenberg am

    Big Data ist nur ein Mittel und wie alle Mittel ist seine moralische Beurteilung abhängig vom Zwecke, für das es benutzt wird. Das Problem sind weniger die Mittel, als die Ausrichtung der gesamtes Gesellschaft auf neoliberale und neofeudale Zwecke.

    Allerdings widerspricht sich das Szenario selbst. Des einen Ausgaben sind des anderen Einnahmen. Wenn es weniger Konsumenten gibt, lohnt sich die Entwicklung einer teuren Medizin gar nicht mehr. Es gibt heute Quoten für bestimmte OPs und Leistungen beim Arzt und im Krankenhaus. Die ganze neoliberale Ideologie versucht seit 40 Jahren, die Menschen zu Konsumsklaven zu degradieren. Die Entwicklung, das Geld von unten nach oben immer schneller und stärker umzuverteilen, widerstrebt der Ideologie in ihren ökonomischen Zielen.

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