FDP-Chef Christian Lindner will jetzt eine “fordernde Integrationskultur” etablieren. Ebenso Joachim Stamp (ebenfalls FDP), Integrationsminister in NRW und seine Staatssekretärin Serap Güler (CDU): Beide plädieren für ein Kopftuchverbot bei Mädchen unter 14.

    Ist schon irre: Während im Iran zahlreiche Frauen sogar Knast in Kauf nehmen, um sich vom Kopftuch zu befreien, feiern die Bunti-Femistinnen dieses Kleidungsstück gerne als Zeichen der Emanziption und der „Vielfalt“.

    Jedenfalls scheint Joachim Stamp, FDP-Integrationsminister in NRW, vom emanzipatorischen Nutzen des Kopftuchs nicht so ganz überzeugt. Zumindest nicht bei Mädchen unter 14 Jahren, die er als noch „religionsunmündig“ bezeichnet. Gegenüber der Bild-Zeitung zieht er das Fazit: „Daher sollten wir prüfen, das Tragen des Kopftuchs bis zur Religionsmündigkeit, also dem 14. Lebensjahr, zu untersagen.“

    Jene Bunt-Liberalen, die diesen Schritt für Populismus eines weißen Mannes deuten, sei verraten, dass die Anregung zu dem Verbotsvorschlag von Stamps Staatssekretärin Serap Güler (CDU) kam, die sich auf Schulberichte stützt: „Lehrer beobachten an den Grundschulen immer häufiger, dass schon siebenjährige Schülerinnen mit Kopftuch in den Unterricht kommen.“

    Sieben- oder achtjährige Mädchen würden von der Familie oft subtil zu Kopftuch gedrängt. Güler: „Einem jungen Mädchen ein Kopftuch überzustülpen, ist pure Perversion. Das sexualisiert das Kind“. Dagegen „müssen wir klar Position beziehen.“

    FDP-Chef Christian Linder begründet das Vorgehen gegenüber der dpa ebenfalls mit der Persönlichkeitesentwicklung der Heranwachsenden: „Es ist zugleich ein leider notwendiger Hinweis, dass unsere moderne Gesellschaft die individuelle Religionsfreiheit auch innerhalb von Familien verteidigt“. Anstelle sinnloser Islam-Debatten liefere Stamp „Entscheidungen für eine fordernde, liberale Integrationskultur“.

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