War 9/11 eine Geheimdienstoperation, die mit großen Finanzspekulanten abgestimmt war? Diesem Thema widmet die neue COMPACT-Spezial 9/11 – Der Putsch des Tiefen Staates ein ganzes Kapitel. Man kann das 84-seitige Sonderheft – Autoren unter anderem: Oliver Janich, Gerhard Wisnewski, Andreas von Bülow und, zum Thema Insiderhandel, Finanzexperte Lars Schall – hier bestellen.

    Zweifel an der offiziellen Version des 11. September 2001 werden nicht nur von notorischen Verschwörungstheoretikern geäußert. Zu den prominentesten Skeptikern zählt Yukushisha Fujita,  langjähriger Vorsitzender des Außen- und Verteidigungsausschusses des japanischen Unterhauses. Er recherchiert vor allem zu einem Aspekt, der ansonsten unterbelichtet bleibt:

    Es gab unmittelbar vor dem 11. September massive Spekulationen an den Weltbörsen, wo Anleger auf ein Fallen der Kurse von genau den Firmen gewettet haben, die dann durch die Terroranschläge tatsächlich massive Einbußen erleiden sollten, also etwa die Luftfahrtgesellschaften. Dies hat mir gegenüber der damalige Chef der Bundesbank, Ernst Welteke, bestätigt. Auch er geht davon aus, dass die Käufer dieser sogenannten Put Options Vorwissen gehabt haben müssen.

    Die Blutspur

    COMPACT-Spezial 9/11 – Der Putsch des Tiefen Staates kann man hier bestellen.

    Dies passt zusammen mit einer  Studie der Ökonomen Arindrajt Dube (Universität Massachsetts-Armhurst), Ethan Kaplan (Universität Stockholm) und Sureh Naidu (Universität Columbia) mit dem Titel „Umstürze, Konzerne und Geheiminformationen“ („Coups, Corporations, and Classified Information“, NBER Working Paper Nr. 16952, April 2011).

    Demnach haben die US-Geheimdienste Top Secret-Operationen vorab an einen kleinen Kreis von Börsenspekulanten durchsickern lassen, die mit diesem Insiderwissen auf Aktien setzen konnten, welche durch diese Operationen gewinnen würden.

    Die Untersuchung betrifft die von der CIA organisierten Umstürze im Iran (1953), in Guatemala (1954), im Kongo (1960/61) und in Chile (1973). In allen diesen Fällen richteten sich die Putsche gegen linke Regierungen, die zuvor angloamerikanische Konzerne verstaatlicht oder deren Profitmöglichkeiten anderweitig eingeschränkt hatten. Das Muster war immer dasselbe. „Innerhalb von nur vier Tagen nachdem die Operation intern genehmigt war, kletterten die Aktienkurse von zuvor von den linken Regierungen enteigneten Unternehmen – um bis zu neun Prozent, wenn die Firma ihr gesamtes Vermögen in dem betreffenden Land eingebüßt hatte.

    Für Außenstehende war der Grund für den Kursanstieg nicht ersichtlich, denn der ,Regimewechsel‘ folgte oft erst Monate später. Nur wenige Gutinformierte profitierten von den Insidergeschäften“, fasste Philip Pickert in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (gut versteckt im Wirtschaftsteil) die brisante Studie zusammen.

    Ein besonders gutes Beispiel ist der Umsturz im Iran 1953. Zielperson war Premier Mohammed Mossadegh, der unter anderem die Anglo-Iranien Oil Company (AIOC) verstaatlicht hatte, die später unter dem Namen British Petroleum (BP) bekannt wurde. Der britische MI6 überzeugte CIA-Chef Alan Dulles von der Operation, im Juli 1953 gab Premier Winston Churchill sein Plazet. Kurz darauf begannen die Kurse der AIOC zu steigen, Straßenunruhen und bürgerkriegsähnliche Unruhen sorgten ein paar Monate später für den Rücktritt des im Lande beliebten, im Westen aber verhassten Mossadegh. AIOC bekam unter dem neuen persischen Herrscher, Schah Reza Pahlevi, den Zuschlag für 40 Prozent der iranischen Ölvorkommen.

    Ein Jahr später passierte dasselbe in Guatemala. Premier dort war der Sozialist Jacobo Arbenz, der sich mit dem mächtigen US-Multi United Fruit Company angelegt und dessen Plantagen enteignet hatte. In dessen Aufsichtsrat war CIA-Chef Dulles. Arbenz wurde weggeputscht, United Fruit konnte weiter zu Hungerlöhnen und Niedrigsteuern produzieren.

    Das „Secret Team“

    Die Autoren der Studie scheuen außer in Einzelfällen davor zurück, die Profiteure dieser Insider-Geschäfte zu benennen oder weitergehend eine feststehende Struktur innerhalb der US-Eliten herauszuarbeiten, die in allen diesen Beispielen am Werk war. Dies hat ein anderer Autor gemacht, ein gewisser L. Fletcher Prouty. Kinogänger kennen ihn aus Oliver Stones Film JFK, in dem er die Figur des „Mister X“ (dargestellt von Donald Sutherland) inspiriert hat, der dem Staatsanwalt entscheidende Hinweise auf den CIA-Hintergrund der Kennedy-Ermordung gibt.

    Das „Secret Team“ in Aktion: Hobby-Filmer Abraham Zapruder fing das Attentat auf JFK ein. Bild: Screenshot YouTube

    Prouty war Militär von der Pieke auf und kämpfte auf fast allen Schauplätzen des Zweiten Weltkrieges. Von 1955 bis 1964 wurde er dem Hauptquartier der US Airforce zugeteilt und leitete dort die weltweiten Einsätze der Luftwaffe „zur militärischen Unterstützung geheimer Operationen der CIA“ (so die Formulierung in der Direktive 5412 des Nationalen Sicherheitsrates aus dem Jahr 1954). In den Jahren 1962/63 war er zusätzlich Chef der Special Operations für das Armee-Oberkommando (Joint Chiefs of Staff) unter Präsident Kennedy.

    Prouty spricht von einem „Secret Team“, einer Art Schattenregierung, die alle klandestinen Operationen steuerte, auch an widerstrebenden Präsidenten wie Harry S. Truman oder John F. Kennedy vorbei:

    Die Macht des [Secret] Teams fußt auf seiner riesigen Untergrundstruktur innerhalb der Regierung und auf seiner direkten Verbindung mit der Großindustrie, mit Funds und Investmenthäusern, Universitäten und Medien, darunter in- und ausländische Verlage. Das Secret Team hat sehr enge Beziehungen mit Machteliten in mehr als drei ausländischen Schlüsselländern und kann bei Bedarf Regierungen stürzen, Regierungen einsetzen und Regierungen beeinflussen – fast überall auf der Welt.

    Börsenprofite durch Insiderhandel sind selbstverständlich für dieses Netz sehr leicht zu organisieren.

    Der Strippenzieher

    Hat dieses „Secret Team“ auch die Strippen beim 11. September gezogen und die entsprechenden Informationen vorab an seine an der Börse aktiven Mitglieder weitergegeben? Dies haben die Autoren der Studie aus begreiflichen Gründen nicht recherchiert, es wäre vermutlich lebensgefährlich gewesen. Untersuchungen müssten vor allem auf „Buzzy“ Krongard zielen, der im März 2001 Executive Director der CIA wurde und davor bei Banker’s Trust als Anlageberater für schwerreiche Privatkunden gearbeitet hatte.

    Aus seiner ehemaligen Abteilung wurden viele der verdächtigen Aktien-Optionen vor 9/11 platziert. Nach den Terroranschlägen war Krongard innerhalb der Bush-Administration einer der entscheidenden Einpeitscher für weltweite Kill-Operationen der CIA. Heute arbeitet er für das Söldnerunternehmen Blackwater (mittlerweile in Xe umbenannt), das sich im Irak und anderswo mit besonders grausamen Schlächtereien einen Namen gemacht hat. Die Opposition in Pakistan bezichtigt Blackwater außerdem, Terroranschläge, die den Taliban oder Al Qaida zugeschrieben werden, selbst inszeniert zu haben.

    COMPACT-Spezial 9/11 – Der Putsch des Tiefen Staates kann man hier bestellen.

    Vollständiger Inhalt:

    Verschwörung
    Putschisten im Weißen Haus und Pentagon
    Angel is next: Der Ablauf des Plots
    Als der böse Mond aufging: CIA, FBI und die Vorbereitung

    Widersprüche
    CIA und al-Qaida: die Terror-Connection
    Die Mutter aller Lügen: von Oliver Janich
    CIA-Agent Bin Laden: von Jürgen Elsässer
    Der doppelte Atta: von Jürgen Elsässer
    Der rauchende Colt: von Andreas von Bülow
    AA77 antwortet nicht: von Gerhard Wisnewski

    Profiteure
    Hochfinanz im Rausch, Kriegslobby im Fieber
    Die Terror-Spekulanten: Verdächtiger Aktienhandel im Vorfeld
    Die Schattenregierung: Neocons und Zionisten als Antreiber

    Albträume
    Flugsimulationen und Medienprojektionen
    Terror aus der Traumfabrik: Wie Flugzeuge vorgetäuscht wurden
    Kopfkino und Gehirnwäsche: Spukwissen und Vorwissen in Hollywood

    COMPACT-Spezial 9/11 – Der Putsch des Tiefen Staates kann man hier bestellen.

     

    2 Kommentare

    1. Das "moderne", westliche Finanzwirtschaftssystem wurde von den Angloamerikanern ab dem 17-Jh. entwickelt und über die angloamerikanische Weltherrschaft (Empire) dem "Rest der Welt" aufgedrückt. Die europäische bessere Alternative, Hanse und Zunft wurde in dieser Zeit abgeschafft. Der protestantische Raubtierkapitalismus wurde überall mit Hilfe des Empires durchgesetzt.
      Als 1. muß die US-Vorherrschaft weg, da die USA der Rechtsnachfolger des Empires sind. Das bahnt sich bereits an. Denn die Vorherrschaft der Europäer ist demographisch bereits abgelöst. Die neuen Nationen der farbigen Welt müssen ihre Vorherrschaft nur erst erkennen und begreifen, daß sie den angloamerikanischen Weg nicht weitergehen müssen und dürfen. Also auch ein Wirtschaftssystem, basierend auf Verschuldung und ewigem Wachstum nicht brauchen, da das nur den Planeten ruiniert. Gerade diese Antreiber des Bevölkerungswachstums werden auf Nachhaltigkeit anstelle schnellen Wachstums setzen müssen. Global Players, internationale Konzerne, Konzentrationen überhaupt – sind dabei überflüssig!
      Weil zu viele – noch – glauben, in diese Riege mit Glück! – einsteigen zu können, hält sich das noch!