Andernfalls wird die CSU ihre Seele verkaufen…

    _von Volker Franke

    Das Kabinett in Bayern schlägt den 14. Oktober für die Landtagswahlen in Bayern vor – deutlich später als üblich. „Uns ist es wurscht, ob die CSU ihre absolute Mehrheit im September oder im Oktober verliert“, lautete die Reaktion von SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher. Laut Umfragen aus dem Jahr 2018 von GMS und Infratest dimap steht die CSU auch nur bei 39 bzw. 40%. Allerdings sollte sich die SPD nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, denn sie selbst kratzt nur an der 15%-Marke. Beste Voraussetzungen also für eine GroKo in Bayern? Denn eine schwarz-gelbe Mehrheit steht auf der Kippe. Dann doch lieber mit den Freien Wählern regieren? Fraglich, ob diese da mitmachen.

    Aber eine Regierung ohne die CSU würde wohl nicht zustande kommen. Bleiben eigentlich nur noch die Grünen übrig (10-14%). Würden Söder, Seehofer und co. aber wirklich so weit gehen, und von allen im Landtag vertreten Parteien tatsächlich eine Koalition mit der Partei eingehen, von der Sie ideologisch am weitesten entfernt ist? Gut vorstellbar! Allerdings wäre das fast schon Hochverrat, die CSU würde ihre Seele verkaufen. Gerade jetzt, wo die CSU in Form von Dobrindt mit Phrasen wie „linker Meinungsvorherrschaft“, auf die eine „konservative Revolution“ folgen muss auf Stimmfang geht.

    Und Dobrindt weiter:

    „Wer integrieren will, muss auch wissen, wohin – in welche Gesellschaft und welches Wertesystem. In unseren Klassenzimmern hängen Kreuze, bei uns geben sich Mann und Frau die Hand, bei uns nehmen Mädchen am Sportunterricht teil, wir zeigen in der Öffentlichkeit unser Gesicht. Das muss jeder akzeptieren, der in Deutschland wohnt. Scharia und Burka, Kinderehen und Zwangsverheiratungen, islamistische Hasspredigten und religiöse Hetze haben in unserem Land keinen Platz.“

    Dies sehen die Grünen – freilich – ganz anders.

    Ist es also vorstellbar, dass die CSU auf ihr Herz hört, und eine Koalition mit der Partei eingeht, die ihr am nächsten steht? Wären Seehofer und co. schlau genug und wöllten, dass ihre eigenen Ziele wirklich eine realistische Chance auf Umsetzung haben, dann müssten sie selbst die AfD wählen. In Umfragen steht die Alternative für Deutschland im CSU-Land Bayern aktuell immerhin bei bis ca. 12%. Je nachdem, wie ungeschickt sich die CSU wohl bei den aktuellen Sondierungen im Bund anstellt, eigene Positionen aufgibt, der Söder-Zug an Wirkung verliert und die Menschen auch in Bayern erkennen, dass hinter der CSU oft nur heiße Luft steckt, werden sich die Umfragewerte bis zur endgültigen Wahl im September/Oktober wohl noch ändern. In einer Koalition mit der AfD würde diese der CSU wohl einen gewaltigen Auftrieb geben.

    Gerade jetzt, wo Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán mal wieder zu Gast bei der CSU war, zeigt sich doch, dass CSU und Grüne überhaupt nicht zusammenpassen. Orbán , der von den Medien verteufelte „Rechtspopulist“, der offen von einer muslimischen Invasion spricht, steht ideologisch deutlich näher an der AfD als an der CSU. Bleibt abzuwarten, ob die es im Jahr 2018 schaffen wird, ihren Mut zu beweisen und Geschichte zu schreiben: Die erste Regierungsbeteiligung der AfD.

    Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg. Es bleibt abzuwarten, ob die AfD am Ende noch zulegen wird, während die CSU weiter verliert und Rinderspacher, der sich jetzt schon freut dass die CSU keine absolute Mehrheit mehr haben wird am Ende nicht selbst einer der größte Wahlverlierer bleibt, wenn die SPD mit knapp mehr als 10% nur drittstärkste Kraft wird (und hoffentlich trotzdem noch vor den Grünen bleibt).

    Weiterlesen: Der Monsanto-Minister: CSU, GroKo und Glyphosat

    Das COMPACT-Abo

    Jetzt bestellen und das Magazin für Souveränität monatlich bequem nach Hause geliefert bekommen. 12 Monatsausgaben, dazu eine Prämie Ihrer Wahl und exklusive Vorteile.

    Mehr Infos

    Kommentare sind deaktiviert.