„Impf-Befehl“ bringt „SPIEGEL“ ins Rekordtief

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Vom Spiegel sind die Leser ja schon einiges gewohnt: Propaganda für Machthaber und Zeitgeist mit Mut zum Absurden. Oder ein Moralisieren, dass selbst vor dem Spargel-Hype im Frühjahr nicht haltmacht. Aber jetzt hat das Hamburger Fachblatt für Fake-News- und Relotius-Prosa selbst härteste Konformisten verschreckt.

Nein, es war kein Hetz-Cover wie Donald Trump köpft die Freiheitsstatue“, das die Auflage erneut einstürzen ließ. Diesmal war es der Versuch, eine hochkomplexe Debatte mit einem Führerbefehl zu beenden: Impfen auf Befehl“! Untertitel: Der bizarre Streit um den Schutz unserer Kinder“. Dazu ein grinsender Arzt im Böhmermann-Stil mit Spritze als Cover-Motiv.

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Qualitätsjournalisten hätten bei diesem sensiblen Thema sowohl die Pro- wie auch die Contra-Positionen referiert, Vertreter beider Seiten interviewt und dann dem Leser das Urteil über die bessere Argumention überlassen. Aber soviel Mündigkeit kann ein Blatt, das selbst TTIP als demokratisch“ verteidigte, dem Publikum natürlich nicht unterstellen. Also einfach die Establishment-Position vertreten und los!

Als Belohnung für den Führerbefehl gab es ein Rekordtief: nur noch 145.632 Verkäufe an Kiosk, Tankstellen und in Supermärkten. Da sage noch einer, die hiesigen Bürger seien obrigkeitshörig. Nur die zweite und dritte Spiegel-Ausgabe des Jahres 2019 hatten dem Konzern ein ähnliches Desaster beschert.

Laut der „Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW)“ setzte das Relotius-Blatt insgesamt 682.088 Exemplare ab, Abos, Lesezirkel, E-Paperkunden und Bordexemplare mitgezählt.  Auch das neue Produkt Spiegel Expedition erwies sich als Megaflop: Nach zwei Ausgaben musste die Reihe“ eingestellt werden.

Manchem Mitarbeiter scheint es mulmig zu werden: Autor und Kolumnist Jan Fleischhauer wechselte nach 30 Jahren beim Spiegel jetzt zum Focus (dessen Auflagen allerdings ebenfalls sinken: ein Rettungsboot mit vielen Löchern.) Fleischhauers Begründung“, „ich wollte mal was anderes machen“, mag ihm glauben, wer will. Den Verblieben in Hamburg raten wir: Weiter so! Ihr schafft das!

Ob im Befehlston oder mit Denunziation: Die Propagandamedien tarnen ihren Kampf gegen die Meinungsfreiheit als Krieg gegen Rechts“. Lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von COMPACT 5/2019 zahlreiche Berichte und Analysen über diese Strategien. Hier bestellen.

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10 Kommentare

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    Albert Spengler am

    Sehr geehrter Herr Meissner,
    ich muss Ihnen mitteilen, dass ich Ihren Artikel inhaltlich nicht verstehen kann. Was ist die Kernaussage?
    Geht es gegen den SPIEGEL allgemein? Geht es gegen einen konkreten Artikel? Sprechen Sie sich gegen die Impfpflicht aus?
    So erscheint mir Ihr Artikel als wirre Polemik.
    "Compact" argumentieren bedeutet nicht, unausgegorene Gedankenfetzen herauszuplautzen. Davon abgesehen, halte ich es für eine Pflicht seinen Kindern und seinen Mitbürgern gegenüber, die Gesundheit zu schützen und zu wahren – Impfen ist eine dieser bürgerlichen Pflichten!

    COMPACT:
    Sehr geehrter Herr Spengler,
    auf all Ihre Fragen gibt der Artikel eine Antwort:
    1) Es geht um die Frage, warum beim Spiegel die Auflage mal wieder abgestürzt ist.
    2) das liegt – so die Vermutung – am Cover, weil es Autorität und Befehl suggeriert.
    3) es spielt keine Rolle, ob ich für oder gegen Impfung bin. Es geht darum, den Bürger nicht ständig mit igrendwelchen Befehlen (bzw.Gesetzen) in jeder Frage zu bevormunden. Im Artikel heißt es deshalb: „Qualitätsjournalisten hätten bei diesem sensiblen Thema sowohl die Pro- wie auch die Contra-Positionen referiert, Vertreter beider Seiten interviewt und dann dem Leser das Urteil über die bessere Argumention überlassen.“ Zu welchem Urteil der Leser dann kommt, bleibt ihm überlassen.
    Infolgedessen halte ich Ihre Schlussfolgerungen („wirre Polemik“, „Gedankenfetzen“) für verfehlt.
    K.M.

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    Rechtsstaat-Radar am

    Als wäre nichts geschehen, sitzt doch heute Abend bei Mybitch Illner wieder ein Vertreter des Lügenblatts "Spiegel", einfach unfassbar, aber nicht mehr hinnehmbar. Die heute Abend wieder präsentierte Spiegle-Visage saß schon oft im Fernsehen, wie auch seine Lügen-Kollegin, Frau Amann – auch eine Spiegel-System-Schranze par excellence. Mybitch Illner scheint sich ihrer Sache, scheint sich ihrer Unangreifbarkeit so sicher, dass sie sich in so evidenter Weise über den Rundfunkstaatsvertrag und das Grundgesetz hinwegsetzt. Dabei müsste die rote Nonne doch genau wissen, dass DDR-Systemlinge ihres Schlages immer dann verurteilt werden konnten, wenn sie gegen das "Recht" der DDR verstoßen hatten.

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    Irgendwehr am

    Ist einfach so, dass der Deutsche auf jeden Cent gucken muss, da bleibt für solche Klo-Deko wie dem Speigel nicht mehr viel übrig. Macht übrigens keinen Unterschied, da den Spiegel selbst zu Hoch-Zeiten inhaltlich keiner verstanden hat. Ich berufe mich auf die Botschaft der "Zeit" mit der Aussage: "Insgesamt 6,2 Millionen Erwachsene in Deutschland haben Schwierigkeiten, deutsche Texte zu verstehen. Für die meisten von ihnen ist Deutsch die Muttersprache." Auf der positiven Seite ist zu vermerken, dass die Studie (noch) nicht so weit ging zu behaupten, dass mehr Migranten als Deutsche deutsch sprächen. Ausserdem hielt man sich mit der These zurück, dass es sich bei angesprochener Bevölkerungsschicht um Impfgegner handelte.
    Ganz im Ernst, bedenklich ist die Zahl der Menschen die in dem Impfstoff etwas anderes sehen als das, was er offiziell bewirken soll. Überreaktion? Denn als mögliche Folgeerkrankung der Masern gilt die Gehirnentzündung (sklerosierende Panenzephalitis) welche meist tödlich verläuft.

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    "Qualitätsjournalisten hätten bei diesem sensiblen Thema sowohl die Pro- wie auch die Contra-Positionen referiert, Vertreter beider Seiten interviewt und dann dem Leser das Urteil über die bessere Argumention überlassen."

    Also so, wie COMPACT das immer macht? Nein, das ist es nicht. Es sind diese Pastellfarben: Grün-Weiß-Orange fällt im Kiosk-Regal doch gar nicht auf. Die müssen sofort auf Schwarz-Weiß-Rot umstellen, sonst wird das nichts mehr. Aber mit noch mehr Margarete Stokowski statt Jan Fleischhauer reicht vielleicht auch das nicht mehr. Egal. Ein günstiger Übernahmekandidat mehr für "HN Aktuell".

    Es wird im nächsten Ausverkauf noch viele Schnäppchen geben:
    [ Neue Steuerschätzung Bund muss mit 74,1 Milliarden Euro weniger auskommen ]

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    Stellt sich die Frage, wie lange die Relotiaden des SPEIGEL noch anhalten, bevor der Aufprall auf den wirtschaftlichen Realitäten für dieses Schmierblatt unabwendbar ist.

    Nachdem ja das letzte pseudokonservative Feigenblatt Jan Fleischhauer zum Regierungsverlautbarungsorgan Locus wechselt werden solche "Kapazitäten" wie Melanie Amann, Özil Gezer, Sibylle Berg und Margarete Stokowski das Relotiusblatt bald endgültig versenkt haben.

    Ob es da auch so einen schönen Countdown wie bei der Hufpost (Huffington Post des Tscherno Jobattey) gibt?

    Um mit den Worten des Star-"Journalisten" der PKK zu sprechen: Das ist Zeitungssterben von seiner schönsten Art. Wir faffen daff!

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    Oberlehrerhafte Leserbevormundung hat eben seinen Preis. Wie bei allen Etablierten, befindet sich die Auflagen Bild, Der Spiegel, Focus usw. im Sturzflug. Vielleicht sollten die deutschen Blätter mal versuchen, Informationen statt Propaganda zu publizieren — vielleicht steigt dann die Auflage wieder.

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    Gerhard Wies am

    Compact sollte und darf sich, wie ich meine, nicht solche Schreibfehler erlauben, wie ich im obigen Artikel wieder finden musste. Unsere so sehr gute und treffende deutsche Sprache ist sehr, sehr wichtig. Nicht nur zur Verständigung nach Außen, sondern insbesondere zur eigenen inneren Entwicklung. Auch ist sie ein fundamentales Kulturgut unseres Volkes. Also bitte! Wie soll ich Euch ernst nehmen, wenn Ihr noch nicht einmal Wert auf korrekte Rechtschreibung legt?

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      heidi heidegger am

      Medicus Germanicus (SprachAzzt) Wiesus …Für seine pflichtbewusste Arbeit als Rector der Schola Forumiensis dankt der Senat (Gabi et moi!). JE aber hat sein‘ eigenen lat. Begriff für Oberlehrer..voll vergessen, ey! war vor ca. 5 Jahren, dass ER mal einen Foristen damit begrifflich bürstete, hihi

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        heidi heidegger am

        "Qualitätsforisten haben bei diesem sensiblen Thema sowohl die Pro- wie auch die Contra-Positionen referiert,.."

        Nun, das sind dann nicht mal 20% Dingens..Artikel wird angenommen. KM bleibt einer unserer Lieblinge, hihi.

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