Das Armdrücken zwischen Seehofer, Söder und Merkel dehnt sich auf die Medien aus. Gegner von Merkels Asylpolitik wie die IB zeigen deren Auswirkung, während die Propagandapresse mit ihren Durchhalteparolen auf absurde Warnungen ausweicht, etwa auf den Hinweis, dass die Merkel-muss-weg-Kampagne sexistisch sei. Oder dass nach Merkels Sturz der böse Putin nicht mehr zu stoppen sei. Eine Gegenüberstellung von zwei prominenten Beispielen:

    Die vk-Seite der Identitären Bewegung Niedersachsen berichtet über eine gestrige Aktion in Lüneburg. Dort stellten Aktivisten einen Tatort nach dem Vorbild von Kandel oder Wiesbaden nach. In ihrer Erklärung heißt es: „In den letzten zwei Wochen wurden die jungen Leben von Susanna und Iulia an einem Ort wie diesem zerstört. Ein beliebiger Marktplatz, ein beliebiger Park. Orte des täglichen Lebens.“ Auch die Hauptverantwortliche wird genannt:

    „Schuld daran ist vor allem die völlig verantwortungslose Politik von Kanzlerin Merkel, die mit der Öffnung des Landes für illegale Massenmigration ihre eigenen Bürger einer unermesslichen Gefahr ausgesetzt hat; einer Kanzlerin, die sich weigert, die Grenzen zu schließen und ihre Bürger zu schützen.

    Um auf die tödlichen Versäumnisse der Politik hinzuweisen, haben sich im frühen Morgengrauen einige Aktivisten aufgemacht, um auf dem Marktplatz in Lüneburg einen Tatort nachzustellen.“

    Dass die Mainstreammedien darüber kaum berichten – geschenkt. Dennoch sind viele von ihnen bereits vom Merkel-Express abgesprungen. Die FAZ beispielsweise fordert direkt die Beendigung ihrer Asylpolitik. Für unfreiwillige Komik sorgen allerdings eher ihre letzten Kompanien, beispielsweise der Spiegel: Redakteur Georg Diez glaubt in den Merkel-muss-weg-Rufen gar einen latenten Sexismus zu entdecken:

    Screenshot Twitter

    Ebenso amüsant ist der Tweet von Spiegel-Redakteur Nils Minkmar. Der sagt sinngemäß: Wenn Ihr Merkel stürzt, dann kommen die bösen Russen. Dann hält niemand mehr einen Putin (oder auch Trump) auf:

    Screenshot Twitter

    Starten Sie Ihr Abo gleich mit COMPACT 6/2018. Einfach auf das Bild unten klicken:

    Unser Land, unsere Kultur, unsere Zukunft

    Was fällt auf? Während die Identitäre Aktion sich mit ihrer Street-Performance zum Streitpunkt zwischen Merkel und Seehofer äußert, versuchen die Spiegel-Redakteure erst gar nicht darauf einzugehen. Stattdessen warnen sie vor anderen Nachteilen, die ein Merkel-Sturz angeblich nach sich zöge. Und selbst dabei müssen sie zu absurden Argumenten greifen. Es herrscht immer unfreiwillige Komik, wenn Regierungspropaganda in Not gerät, aber solche “Verteidiger” müssten selbst Merkel peinlich sein.

    Kommentare sind deaktiviert.