Hitler als Rienzi – Rienzi als Hitler

15

Zur Wagner-Oper Rienzi, der letzte der Tribunen und der aktuellen Inszenierung von Philipp Stölzl an der Deutschen Oper Berlin

_von Lasse Söderstrup

Es gibt im Moment nur eine Art, Rienzi zu inszenieren: Rienzi muß als Hitler auf die Bühne, alles andere wäre völlig wertlos. Bereits im Januar 2010 hatte an der Deutschen Oper in Berlin eine Rienzi-Inszenierung Premiere, die wir erst jetzt, im März 2016, sehen konnten. Da Philipp Stölzl für die Inszenierung verantwortlich zeichnen sollte – ein Regisseur, der bisher ausschließlich positiv aufgefallen war – standen die Chancen nicht schlecht, daß wir tatsächlich Hitler zu sehen bekommen würden. Und so war es dann auch.

Bestmöglich unterstützen Sie die Arbeit von COMPACT mit einem Abo – hier abschließen

Abo-2016-03

– Nicht ganz: Rienzi war schließlich eine Mischung aus Hitler und Mussolini, was so durchgehen kann, wird Rienzi in der Oper ja am Ende ermordet, während der Führer sich nach Stand der Forschung selbst umgebracht hat. Und Irene, Rienzis geliebte Schwester, war entsprechend Eva Braun und Clara Petacci. Trotzdem hätte Stölzl konsequent sein und der richtige Hitler auf der Bühne stehen müssen – dann wäre er eben, kleine Änderung, auf der Bühne etwas anders zu Tode gekommen als real 1945. Aber davor ist Stölzl zurückgeschreckt – offensichtlich hatte er nicht genug Vertrauen in die Freiheit der Kunst.

Gut, das war schade – der Knaller Hitler auf der Bühne samt Jaulen des verdummten BRD-Establishments wäre zu köstlich gewesen –, aber immerhin war es also ein Hitler-Ersatz, den wir, hervorragend von Torsten Kerl gesungen und dargestellt, zu sehen bekamen. Gleich in der Ouvertüre begegnet uns der Führer auf dem Obersalzberg – hier noch durch ein Double dargestellt, das den Rienzi radschlagen läßt und etwas zu chaplinesque, aber trotzdem mit vom Publikum sichtlich goutierten Humor darstellt. Und hier kommt auch schon die erste geniale Regie-Anweisung Stölzls: Rienzi liegt auf seinem großen Eichentisch, schaut durch ein großes Fenster auf die Alpen hinaus und – träumerisch-genießend – dirigiert die Ouvertüre mit! Das heißt: dem Führer ist diese Musik wohl vertraut. Es ist eine Oper über den ins 20. Jahrhundert geholten Rienzi, der die Musik nicht kennen kann. Der wirkliche Führer wird schon ganz am Anfang seines Aufstiegs im Männerwohnheim in Wien diese und später (auch noch im Bunker?) die Ouvertüre so dirigiert haben – und jetzt ist er selbst Teil der Aufführung dieser Oper. Rienzi hört Rienzi, der Rienzi hört… Statt Bild im Bild (wie noch in Stölzls Holländer – eine herausragende Produktion des Theater Basel, die noch letztes Jahr in Berlin zu sehen war) hier also Musik in der Musik bzw. das Ich im Ich: Rienzi dirigiert seine eigene Oper. Das ist aber keine formale Spielerei, sondern hat seinen triftigen inhaltlichen Grund, weil Rienzi zurückblicken kann…

Denn von Anfang an ist klar: Rienzi ist Hitler, beide verschmelzen, werden eine Person. Und das völlig zu recht: Sowohl sah Wagner die Revolution kommen und wünschte sie herbei und kann ihm eine gewisse Voraussicht attestiert werden – dann wanderte sein Rienzi um einige Jahre (an 1848 vorbei) nach vorn auf der Zeitskala –, als auch ist hinlänglich bekannt, daß sich Adolf Hitler geradezu schicksalhaft vollständig mit dem Rienzi der Wagner-Oper identifizierte – und somit in der Zeit zurückwanderte. Ohne Hitler und seine Identifizierung mit Rienzi würde diese Oper heute kaum mehr aufgeführt werden und wäre vielleicht schon vergessen – aus dieser Identifizierung speist sich noch heute das Interesse an ihr, weswegen die eingangs proklamierte Notwendigkeit besteht – und weswegen im übrigen diese Oper nach 1945 Tabu war.

Wagners Rienzi ist nicht grundlos nicht im Bayreuther Kanon vertreten, ist diese Oper doch noch vor der Wagnerwerdung Wagners komponiert worden. Wenn sie über die besagten historisch-psychologischen Gründe hinaus doch dem Vergessen entrissen werden soll und ihren Platz im Repertoire verdient, dann weil sie die italienische Oper (Bellini) und die französische Grande Opéra (Meyerbeer) zum Vorbild hatte, diese aber – in teutonischer Manier – radikalisierte und perfektionierte und somit großen Kunstgenuß bereitet. So, wie die Deutschen über das Ziel Umerziehung und Anglifizierung („beamer“, „public viewing“ etc.) hinausgipfeln, so zeigt Wagner hier, wie italienisch und französisch richtig geht: „Die große Oper, mit all ihrer szenischen und musikalischen Pracht, ihrer effektreichen, musikalisch-massenhaften Leidenschaftlichkeit, stand vor mir; und sie nicht etwa bloß nachzuahmen, sondern, mit rückhaltloser Verschwendung, nach allen ihren bisherigen Erscheinungen sie zu überbieten, das wollte mein künstlerischer Ehrgeiz.“

Bestmöglich unterstützen Sie die Arbeit von COMPACT mit einem Abo – hier abschließen

„In großartigen, mitreißenden Bildern entwickelte mir Rienzi die Zukunft des deutschen Volkes“, sagte Hitler über sein Erlebnis des Rienzis im Jahre 1905 als 16-jähriger an der Oper in Linz. Und: „In jener Stunde begann es!“ Seine Karriere ist ohne Rienzi nicht vorstellbar. Die Wagner’sche Rienzi-Figur war das Vorbild des Führers, der sich zwar schon damals für Politik interessierte, aber noch viel mehr für die Kunst – insbesondere für Wagner-Opern – bzw. für die Politik als dramatischen Stoff in der Kunst. Hitler nahm die Kunst sehr ernst, und die Politik inszenierte er, kurzum: Kunst und Politik waren tatsächlich eins für Hitler. Und so stammt dann folglich später auch der ganze Römerkult der Nationalsozialisten – die Standarten, der angeblich deutsche Gruß, „Rienzi Heil!“ u.s.w. – aus Hitlers Rienzi-Rezeption!

Das alles ist sattsam bekannt und nährte sogar die These, wonach die ganze Politik Hitlers reine Phantasie und nichts als eine Nachinszenierung des Rienzi war. Wenn das Rom des 14. Jahrhunderts darnieder lag und zur Beute von dekadenten und schmarotzenden Adligen geworden war, die die römischen Bürger terrorisierten, so traf das in Hitlers Sichtweise deckungsgleich auf den Zustand seiner Heimat zu. Und wenn Wagner einen Tribun aus dem Volk erstehen läßt, der mit diesem Zustand aufräumt und Rom wieder zu frohem Leben und Volkssouveränität führt, so kam für Hitler nichts anderes in Frage, als genau dieser Tribun zu werden.

Entsprechend läßt Philipp Stölzl in seiner Inszenierung den fallenden Rienzi dann ganz deutlich mit der berühmten, auf dem Rücken zitternden Parkinsonhand seine Generäle schikanieren. Das Bühnenbild ist jetzt, im Krieg zwischen Revolution und Konterrevolution, geteilt: oben das deutsche Volk, das diese Katastrophe erleben muß, und unten der Führerbunker, in dem am Ende das Licht nur noch flackert und aus dem heraus der Führer per Fernsehen in UFA-Ästhetik Botschaften auf eine die ganze Bühne einnehmende Leinwand oben sendet, unter der die Soldaten in Zeitlupe fallen und von den Frauen beweint zu Grabe getragen werden.

Zuvor – zu Zeiten Rienzis Aufstieg – ist die Bühne eine kubistisch-futuristische Großstadtdarstellung, wobei aber seltsamerweise die Farben dieser Zeichnung verblichen sind, so als hätten wir es auch hier wieder mit einer Zeitverschiebung zu tun: Sollen wir mit diesen Bildern auf unsere Gegenwart, in der wir es gewohnt sind, einst leuchtende Farben vergilbt zu sehen, verwiesen werden? Vor dieser Metropolis-Kulisse werden die Orsinis und Colonnas etwas verharmlosend als Gangster und Ganoven mit Gamaschen und Maschinengewehren dargestellt; alle Menschen tragen zum Zeichen ihrer Betäubung und Entfremdung Masken – die sie nach Entmachtung der Adligen und Rienzis Machtergreifung prompt abnehmen. Hier wird das Volk optimistisch, und eine Aufbruchstimmung entsteht auf der Bühne und im Zuschauerraum: das Volk nimmt von seinem Land Besitz und baut es auf. Es marschiert allerdings nun in einen Kollektivismus; die Übernahme von Verantwortung eines Jeden bleibt aus: der Fehler nationaler Erhebungen. Alleine die adlig-reaktionären Nobili-Chefs scheren aus und schmieden, im letzten Glied der Marschkolonne, Attentatspläne. Adriano, der Sohn des Führers des Colonna-Clans – sehr gut dargestellt und gesungen von Daniela Sindram in der Hosenrolle –, ist Graf von Stauffenberg, der zwischen den Stühlen seiner Herkunft und der Liebe zu Rienzis Schwester (Martina Welschenbach), zwischen dem Volk und dem im Rausch befindlichen Tribunen sitzt – nicht recht wissend, wohin er gehört, und so mißlingt ihm auch das Attentat.

Eingedenk der stupenden Identifikation Hitlers mit Rienzi drängt sich immer diese Frage auf: Was mag Hitler über Rienzis Ende gedacht haben? Die Identifikation kann doch schlecht so weit gegangen sein, daß Hitler Deutschlands Katastrophe und seinen eigenen Untergang in Szene gesetzt hat. Müssen seine Gedanken nicht vielmehr in Richtung einer Lehre gegangen sein, die er aus Rienzis Schicksal gezogen und die ihn vor dem Fall bewahrt hätte? Die Lehre kann nicht sehr tiefgreifend gewesen sein. (Die einzige Lehre, die Hitler dagegen tatsächlich aus Wagners Rienzi gezogen haben dürfte, lag im Umgang mit seinen Attentätern: Rienzi nämlich begnadigt die seinigen – mit letalen Folgen.) Und so fragt man sich auch, warum der Rienzi überhaupt in der Hitler-Zeit so oft gespielt wurde. Hatte man schon den Fall vor Augen? Gehörte der Fall etwa von Anfang an dazu? War gar die Revolution nicht ernst gemeint? Irgendwie fühlt sich diese Erfolgsphobie deutsch an.

Stölzl stellt das Leid des Volkes und dann die Ermächtigung von Volk und Tribun gut nachvollziehbar dar, und starke Sympathien sind ganz auf deren Seite. Das liegt nicht zuletzt an der vorzüglichen Arbeit aller Solisten, des Chores und des Orchesters der Deutschen Oper Berlin, das unter dem Dirigat des jungen US-Amerikaners Evan Rogister phantastisch aufspielt. Das Publikum belohnt das Ensemble mit mehrmaligem Szenenapplaus – das habe ich so noch nie erlebt: Die Begeisterung des Volkes springt regelrecht auf das Berliner Publikum über. Aber auch machen sich Nachdenklichkeit und Sorge im Publikum breit, wenn Germania in Krieg und Elend versinkt; man spürt die Angst vorm Kriege.

Wie auch Wagner schon in den Vorstellungen nach der Dresdner Uraufführung, teilt Philipp Stölzl das Werk in zwei Teile, kürzt es auf zweieinhalb Stunden und setzt seine Interpretation stringent um. Nach etwa anderthalb Stunden auf der Metropolisbühne gibt es eine 30-minütige Pause, wonach die Zeit weiter über die zweite Hälfte der Vorstellung auf der Kriegs- und Bunkerbühne dahinfliegt – keine Angst vor Längen, der Abend geht rasend vorüber und endet in mächtigem Beifall: Philipp Stölzl hat seiner Erfolgsbilanz eine weitere Etappe hinzugefügt – auf ihn ist Verlaß.

Wer diesen Rienzi in Berlin sehen will: Am 11. März 2016 ist zum letzten Mal in dieser Spielzeit Gelegenheit dazu. Ansonsten kann der Berliner Wagner-Interessent in diesem Jahr noch den Lohengrin am 5. Mai und am 8. Mai 2016 und den Tannhäuser am 24. März und 27. März 2016 an der Deutschen Oper sehen, besonders ist aber der Tristan unter Donald Runnicles und in der Inszenierung von Graham Vick zu empfehlen: Vorstellungen am 5.,12. und 18. Juni 2016. An der Staatsoper in Berlin wird im Sommer 2016 der Ring in einer neuen Inszenierung gegeben. Zum Schluß noch ein Hinweis für die ganz eisernen Wagner-Fans: Die Oper Leipzig spielt die sehr selten aufgeführten Wagner-Opern Die Feen am 14. und 21. Mai 2016 und Das Liebesverbot am 20. Mai und am 12. Juni 2016.

Bestmöglich unterstützen Sie die Arbeit von COMPACT mit einem Abo – hier abschließen

Anzeige



Über den Autor

COMPACT veröffentlicht regelmäßig Beiträge von namenhaften Autoren aus allen wichtigen Positionen des politischen und gesellschaftlichen Diskurses.

15 Kommentare

  1. armin_ulrich am

    Es geschah tatsächlich:
    Die Szene, ein "unten ohne" Strand: ein Schwanenpaar versuchte zu kopulieren.
    Ein verärgerter Badender (nackt) versuchte die Schwäne davon abzuhalten.
    Um die Szene lauter Nackte.
    Ich Trottel, ich war nicht geistesgegenwärtig genug. Ich rief nicht über den Strand:
    "Das ist das, was ich für meinen Lohengrin brauche!"
    Schade.

  2. armin_ulrich am

    Man kann sich Situationen ähnlich wie in den Terminator-Filmen beschrieben vorstellen.
    Mit einer Zeitmaschine reist ein Antifaschist (also ein wahrer, nicht ein nachgemachter wie heute) in die Vergangenheit zurück um entweder:
    a) die Entstehung Hitlers zu verhindern
    oder
    b) Hitler doch auf die Wiener Kunsthochschule zu bringen.
    aber die Theater- und vor allem Opernregisseure setzen einen zweiten Zeitreisenden in Marsch,
    damit Hitler gerettet (oder von der Kunstmalerkarriere ferngehalten) wird und als Vorbild für alle Neuinterpretationen von Opern oder Bühnenstücken
    dienen kann. Gäbe es keinen Hitler – die Opernregisseure müßten ihn erfinden.

  3. Volker Spielmann am

    Geschickt verwendeten die VSA die russischen Truppen in Mitteldeutschland zur Besetzung des deutschen Rumpfstaates

    Eines muß man den VSA lassen, taugen deren Pläne und Strategien sonst auch nichts (man denke hier etwa an den Freihandel mit China), so verstehen sie es doch meisterhaft den russischen Bären zu übertölpeln und diesen zu ihrem Nutzen und zu seinem eigenen Schaden zu gebrauchen. Nach dem Sechsjährigen Krieg dankten sie ihre Kriegsknechte nämlich weitgehend ab, während die Russen die ihrigen in Mitteldeutschland unter Waffen ließen und damit den VSA unentgeltlich die Besatzungstruppen für den deutschen Rumpfstaat stellten. Zwischenzeitlich hatten diese nämlich den Kalten Krieg vom Zaun gebrochen und spielten sich nun als unsere Beschützer auf und konnten sich dank der angeblichen Bedrohung durch die Russen recht sicher hierzulande bewegen und die doppelte Anzahl deutscher Hilfstruppen aufstellen wie sie Besatzungstruppen im Land stehen hatten, während es die Russen nicht wagten mehr als 200,000 Mann deutscher Hilfstruppen aufzustellen, was der Hälfte ihrer Truppen entsprochen hat…

    Im Übrigen bin ich dafür, daß der Euro zerstört werden muß!

  4. Walther von Stolzing am

    Eine unterhaltsame Inszenierung, die man aber nicht unbedingt gesehen haben muss. Sie parodiert die omnipräsenten Hitler-Vergleiche. Heute ist ja jeder ein Nazi. Dann muss Rienzi natürlich auch Hitler sein, wer soll er denn sonst sein? Es gibt doch nur Hitler. Und Irene kann dann natürlich nur Eva Braun sein. Mehr Phantasie lässt die propagandagesteuerte politische Pseudobildung der meisten Leute doch gar nicht mehr zu. Man darf halt weder die Inszenierung noch die Oper selbst (eine Jugendsünde Wagners) zu ernst nehmen – dann ist ein netter Opernabend möglich.

    Übrigens: eine Inszenierung, die sich Compact und interessierte Compact-Leser unbedingt einmal ansehen sollten, ist Götterdämmerung in Nürnberg (die anderen 3 Teile des Nürnberger Rings sind eher uninteressant). Wenn am Ende Brünnhildes politisches Bewusstsein erwacht, das ehemalige naive Schlafschaf plötzlich die Verlogenheit des ganzen Systems erkennt und zur Revolution aufruft, wird sich so mancher an sein eigenes politisches Erwachen erinnert fühlen.

  5. Volker Spielmann am

    Zu Zeiten der mohammedanischen Völkerwanderung tun die Prinz Eugen Filme wahrlich not!

    „Ihr Konstabler auf der Schanzen, spielet auf zu diesem Tanzen mit Kartaunen groß und klein; mit den großen, mit den kleinen auf die Türken auf die Heiden, daß sie laufen all‘ davon! Prinz Eugenius auf der Rechten tät als wie ein Löwe fechten, als Gen’ral und Feldmarschall.“ Heißt es im Heldenlied vom Prinzen Eugen und dessen Waffentaten gegen die Welschen und Türken sehen wir Deutschen uns gerne im Lichtspielhaus an, dürfen dies aber nicht, weil wir wegen der VS-amerikanischen Fremdherrschaft mit den Türken verbündet sein müssen, was natürlich ein Grund mehr ist diese abzuschütteln. Lehrreich wären die Prinz Eugen Filme übrigens auch sagt doch Friedrich der Große: „Der Krieg selbst muß nach den Grundsätzen der Politik geführt werden, um seinen Feinden die blutigsten Schläge zu versetzen. Derart verfuhr Prinz Eugen, der sich durch den Marsch und die Schlacht bei Turin (1706), durch die Schlachten von Höchstädt (1704) und Belgrad (1717) einen unsterblichen Namen gemacht hat.“

    Im Übrigen bin ich dafür, daß der Euro zerstört werden muß!

  6. Karl Brenner am

    Wie Richard Wagner damals schon bemerkte:

    Er haben das unsichtbare Orchester erfunden (Bayreuth – Deckel drauf) und er wünschte sich manchmal auch, dass er das unsichtbare Bühnenspiel erfunden hätte.

    Wenn man sich den unglaublich teuren steuergeldfinanzierten Quatsch (Castrop & Co) der derzeitigen Dramaturgen und Regisseure anschaut, dann haben diese Worte an Aktualität nichts verloren.

    Folge 8: Macht zu viel Wagner rechtsradikal? (Professor Dr. Joachim Kaiser)

    https://www.youtube.com/watch?v=s3vuYw4Utbc

  7. armin_ulrich am

    Ich werde irgendwann "das Phantom der Oper" neuschreiben. Das Phantom der Oper ist ein guter Kerl, der sein Refugium vor einem Opernregisseur (dem eigentlichen Irren im Stück) retten muß, er hat ja sonst nichts.
    Die Zwerge im Rheingold – 1,90 m groß – mit kleinen Plastikpenissen behangen, die Riesen – 1,60 m klein – mit großen Plastikpenissen behangen, dieses möchte das Phantom nicht in seiner Oper haben. Maximilian im Freischütz nackt, nicht nur im übertragenen Sinne den dicken Maxe markierend, will das Phantom verhindern.

    Neben dem Bezug zum Nationalsozialismus braucht eine moderne Inszenierung mindestens eine(n) Nackte(n), um die Kritiker auf sich aufmerksam zu machen. Leider fehlt das offenbar in diesem "Rienzi".

  8. armin_ulrich am

    Warum tanzt Tschaikowskis NußknackerIn nicht in SA-Uniform. Die Kinder mögen das ganz sicher.

  9. Volker Spielmann am

    Die Gelegenheit zu einer Schilderhebung gegen die VSA ist übrigens günstig wie nie

    Dadurch, daß der Iwan Mitteldeutschland geräumt hat und die nordamerikanischen Wilden mal wieder besonders nett zum Iwan sind und diesen gerade zusammen mit den Polen und Türken in die Ecke drängen wollen, fällt dieser wohl als Kanonenfutter für die VSA aus. Im letzten Krieg zeichnete sich aber der blutige Abnutzungskrieg gegen den Iwan für 80% unserer Verluste verantwortlich. Gegen die übrigen 20% unserer Truppen unter Kesselring, Rommel, Rundstedt und Model mußten sich die Landfeinde in Nordafrika, Italien und dem Welschenland mächtig abstrampeln. Die Fehde der VSA mit dem Iwan verschafft uns womöglich Zugang zu dessen Rohstoffquellen und könnte unter Umständen sogar zu einem Bündnis mit dem Iwan wie gegen Napoleon führen. Die Scheinflüchtlingsschwemme und die Übergriffe von Köln haben zudem unser Volk wachgerüttelt. Daher gilt es nun alles in die Schlacht zu werfen oder um es mit dem Schüttelspeer zu sagen: „Wer sucht und greift nicht, was ihm einmal zuläuft, findet’s nie wieder!“

    Im Übrigen bin ich dafür, daß der Euro zerstört werden muß!

  10. Ich war auch drin, wohl selbe Vorstellung…

    ..und fand’s gruselig. Rienzi in der Ouvertüre erinnerte übrigens mehr an Kim Jong-Un, der Rest wie oben ausgeführt.

    Das Stück hätte grad heute soviel aktuellere Anknüpfungspunkte haben können, beispielsweise: Banden, die eine Großstadt fluten, Parallelwelten installieren; traditionelle Werte, die im Krieg verrohen; Visionen eines Rienzi vs. Tagespolitik und Machtklüngel der "Parteisoldaten"; ja, selbst der funktionalisierte "Mob" (kennt man doch heute irgendwie, war da was in Köln?) usw

    Opern, die Videofilmchen inkludieren, mögen zeitgemäß sein: Ich halte sie für ein Armutszeugnis des Intendanten.

    Ach ja, das Kirchen-bashing durfte auch nicht fehlen, wenn der Tribun nebst Schwester dann mit Kreuzen zu Tode kommt. Wenn schon der Bogen zur Neuzeit geschlagen werden darf, dann hätte man Gaddafis trauriges Ende nehmen können – bitte mit den zutreffenden Religionssymbolen.

    In die Pause ging ich mit dem Gedanken, daß Wagner wohl im Grab rotieren wird; den zweiten Teil genoß ich mit geschlossenen Augen. Wieviel des großen Applaus‘ auf die (in der Tat) gute Leistung des Ensembles zurückzuführen ist, und eben nicht auf die Inszenierung, kann ich nicht deuten. Ich vermute aber 90/10.

    Eine pc Inszenierung – schade drum.

    Noch ein Hinweis: Wer den Ring an der Deutschen Oper Berlin nochmal in seiner ganzen Kraft in der Inszenierung von Götz Friedrich sehen möchte, kann das nur noch März / April 2017 tun. Die Karten sind 2015 in den VVK, waren innerhalb von Stunden weg und werden bereits jetzt zu horrenden Schwarzmarktpreisen gehandelt. Denn: Danach geht das Stück in die Mottenkiste. Sicher gibts irgendwann "was schönes neues" – zwar dann vor halbleeren Rängen, aber irre zeitgemäß mit viel antideutschen Impulsen..

  11. Volker Spielmann am

    Sieger, Neutrale, Überläufer und Besiegte erlitten in Europa das gleiche Los

    Es ist für den Sechsjährigen Krieg wohl bezeichnend, daß alle europäischen Nationen das gleiche Los teilen, ob sie nun von Anfang an für die VSA gekämpft haben wie Engländer oder die Welschen, ob sie erst später zu diesen übergelaufen sind wie Italien oder ob sie neutral geblieben sind wie Schweden, ihr Los unterscheidet sich kaum von demjenigen des deutschen Rumpfstaates. Ebenso wie dieser sind sie nämlich der privatwirtschaftlichen Ausbeutung durch die VS-amerikanischen Banken und Konzerne unterworfen, die man in etwa mit derjenigen Indiens durch die englische Ostindienkompanie vergleichen kann. Diese soll nun durch die überatlantische Freihandelsteufelei noch bedeutend gesteigert werden, weshalb beispielsweise die angeblich siegreichen Welschen zukünftig nordamerikanische Chlorhühnchen aufgetischt bekommen werden. Hinzu kommt die Mohammedanisierung, also die allmähliche Umwandlung der europäischen Länder in mohammedanische Staaten, mittels Masseneinwanderung von Mohammedanern.

    Im Übrigen bin ich dafür, daß der Euro zerstört werden muß!

  12. Siegmund Gaisrucker am

    Na, das ist ja eine tolle Kritik! Hitler als Rienzi, Rienzi als Hitler – das kann offenbar nur einer weichen, systemgeschädigten Birne entspringen. Wieder einmal kommt man um den Führer und Reichskanzler nicht herum – war ja schließlich doch ein toller Hecht, der Mann! Aber verflixt, daß der Regisseur die Hose voll gehabt hat, und den Reichskanzler nicht in voller Montur (mit aufgeklebtem Bärtchen, wilder Haarsträhne und Hakenkreuzbinde) auftreten ließ. Das wäre ja so schön gruselig geworden und die Linkskommunisten hätten sich in den Arsch gebissen! Freufreu und Händchenreib!
    Also: Jagt man den Teufel bei der Tür hinaus, kommt der Belzebub bei der Hintertür herein. So isses nu mal!
    Und das Ganze bejubelt, daß man fast glauben könnte, der Rezensent sei bei der Verfassung dieses orgiastischen Textes fast in Ohnmacht gefallen! Also: Käsesahnetorte ist gut, Gulaschsaft ist gut – wie gut muß erst Käsesahnetorte mit Gulaschsaft sein! Schööööön!

  13. armin_ulrich am

    „In großartigen, mitreißenden Bildern entwickelte mir Rienzi die Zukunft des deutschen Volkes“, sagte Hitler über sein Erlebnis des Rienzis im Jahre 1905 als 16-jähriger an der Oper in Linz. Und: „In jener Stunde begann es!"

    Alexander Benesch meinte (ich habe mir die Stelle damals 10 mal hintereinander angeschaut und mich krank gelacht):
    "Und irgendwann in der Oper macht es dann "knacks" in Adolphs Kopf, in Adolphs Gehirn, und er fühlt sich dann zu höherem berufen …"
    Würde es heute einen neuen Hitler geben, dann würden ihm die modernen Inszenierungen gleich den Wahnsinn vor Augen führen und er würde seine Pläne aufgeben.

  14. armin_ulrich am

    Eine Oper zu inszenieren, wie sich der Komponist sie sich vorstellte, ist heute unmöglich.
    Der Zuschauer von heute ist durch Splattervideos "verwöhnt". Die Grausamkeit des lebendig begraben Seins am Ende von Aida wird diesem modernen Zuschauer nur klar, wenn statt Hyroglyphen eine Video-Installation mit einer Endlosschleife des Musikantenstadls an der Wand der Grabkammer zu sehen ist. Der fliegende Holländer kommt als Kaleu von U 96 am Strand von Norwegen an, er trifft auf eine infantile Baywatch-Spaßgesellschaft, über der Bühne ein Seerohr-Sichtfeld mit der Oberweite einer Baywatch-Schönheit. Die Tätigkeit des Ubootes und die hygienischen Zustände an Bord erschweren es enorm, die wahre Liebe und Erlösung zu finden – der Holländer schafft es am Ende doch.
    Nun gibt es hier in Deutschland noch eine Möglichkeit, der Inszenierung noch eine Stufe des Absurden hinzuzufügen – die Bezugnahme zum Nationalsozialismus.
    Das erotische Paradies des Tannhäusers wandelt sich zum Vernichtungslager Auschwitz,
    die Nazi-Tatoos eines Holländer-Sängers werden nicht in die Aufführung eingebaut – welche Gelegenheit wurde hier versäumt. Warum nicht die Zusammenführung der Spielzeugmesse und des Reichsparteitages in den Meistersingern von Nürnberg.
    Nun wären Bezüge zu den Nazis z.B. im Fidelio oder im McBeth nicht ganz absurd, man bevorzugt aber die Zwangsjacke für Floristan oder die Kinderkrabbelgruppe für McBeth, dessen Opfer der Ball weggenommen wird.

    Was der Komponist dachte, das ist doch egal – was der Regisseur denkt – das ist wirklich wichtig. Ich nehme an, daß der Rienzi in der Deutschen Oper – diese hatte die Juden in Nabuccu wie Vadder Abraham ohne Schlümpfe, aber mit 2 Meter großen Bienen, aussehen lassen – der selben Direktive folgt.

  15. Ehrlich gesagt, musste das jetzt sein? Hitler hätte auf die Bühne gemusst?
    Mit solchen Artikeln bringt ihr nur den Beweis das das was die Polulärmedien schreiben wirklich stimmt.
    Ich hoffe nur die Seite wurde gehackt und irgendwer hat das unberechtigt eingestellt, m.E. passt das so gar nicht zu euch, aber zu dem was die Medienlandschaft über euch schreibt, ich glaube das ist nicht gut.

Bitte beachten Sie unsere Kommentarregeln.

↑ Nach Oben

Empfehlen Sie diesen Artikel