Heimlicher Truppenaufmarsch der US-Armee über Deutschland

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_von Martin Müller-Mertens

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Die US-Armee bereitet sich offenbar konkret auf neue Militärschläge im Ausland vor. Hinweise darauf bietet der Flugplan des Flughafens Frankfurt-Hahn in der Nähe des rheinland-pfälzischen Idar-Oberstein. Die vor allem von Billig-Gesellschaften angesteuerte Anlage diente in der Vergangenheit immer wieder als Zwischenstation für US-Militärflüge nach Afghanistan und in den Irak. Dabei wurden die Maschinen zumeist in Frankfurt-Hahn aufgetankt.

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Nach den Truppenreduzierungen am Hindukusch und im Zweistromland waren die Flugbewegungen zuletzt massiv rückläufig. Doch nun steigt die Zahl erneut drastisch an, wie aus einer Aufstellung der Bürgerinitiative (BI) Nachtflughafen Hahn hervorgeht, die sich vor allem gegen die Belastung der Region durch Fluglärm engagiert. Demnach wurde Hahn im Dezember 2015 insgesamt 28 mal im Auftrag der US-Streitkräfte angeflogen. Im Vergleichsmonat 2014 waren es nur 16 Flüge. Diese Entwicklung setzte sich im Januar fort. Allein bis 25. Januar zählten die BI-Statistiker 49 US-Flüge, nach 46 im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Insgesamt zählen die Aktivisten im vergangenen Jahr 438 Flüge im Auftrag des US-Militärs, 2014 waren es nur 404.

Der 25. Januar markiert dabei mit gleich fünf Flügen den vorläufigen Höhepunkt der US-Militäraktivitäten auf der Anlage. So landeten drei Maschinen aus Baltimore, sowie je eine von der Eglin Air Force Base – dem größten Fliegerhorst der USA in Florida – sowie aus der wichtigen Marinebasis Naval Station Norfolk im Bundesstaat Virginia. Vier der fünf Flüge wurden von der Chartergesellschaft Atlas Air durchgeführt – das private Unternehmen ist stark als Logistikdienstleister für die US-Armee tätig. Eine Verbindung geht auf das Konto von Delta Airlines. Bei drei Flügen, die mit Maschinen vom Typ Boeing 767 durchgeführt wurden, handelt es sich nach Auskunft der Bürgerinitiative „auf jeden Fall um Truppentransporte“. Bei den beiden anderen Verbindungen kamen Boeing 747 zum Einsatz – hier wären sowohl Passagier- als auch Frachtflüge denkbar. Wohin und mit welchem Zwecke die Maschinen unterwegs waren, ist naturgemäß nicht bekannt.

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Die Bürgerinitiative beklagt in diesem Zusammenhang auch, dass der US-Truppenaufmarsch zumindest indirekt vom deutschen Steuerzahler subventioniert wird. „Da ein Großteil der Flüge nachts abgewickelt wird, kann damit nichts verdient werden. Auf die einzelne Nacht bezogen handelt es sich meistens nur um einen Flug, jedoch muss hierfür eine ganze Schicht vorgehalten werden“, heißt es in einer Erklärung.

 

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