Es ist sein letzter großer Auftritt: Heinz-Christian „HC“ Strache hat nach dem Wahldebakel für die FPÖ das Ende seiner politischen Karriere verkündet. Das gab der 50-Jährige einen Tag nach der Nationalratswahl bei einer Pressekonferenz in Wien bekannt. Er lasse fortan seine FPÖ-Mitgliedschaft ruhen. „Ich konzentriere mich auf meine Familie, meine private Gegenwart und Zukunft“, sagte der frühere Parteivorsitzende vor zahlreichen Journalisten. In einem „völligen Rückzug aus der Politik“ werde er jegliche politische Tätigkeit einstellen und keine politische Funktion mehr anstreben. Es gehe ihm dabei darum „eine Zerreißprobe und Spaltung der FPÖ um jeden Preis zu verhindern“. Mit seinem Schritt kommt Strache einer für heute Nachmittag angesetzten Entscheidung der FPÖ-Gremien über eine mögliche Suspendierung oder sogar einen Parteiausschluss zuvor.

    Zuvor war der Spitzenpolitiker im Zuge der gestrigen Nationalratswahl massiv unter Druck geraten. Seine Partei stürzte um zehn Prozentpunkte auf 16% ab, wofür Strache parteiintern verantwortlich gemacht wird. Auslöser für die vorgezogene Wahl in Österreich war die sogenannte Ibiza-Affäre, in deren Zuge die beliebte Koalition zwischen der konservativen ÖVP und der rechtspopulistischen FPÖ zerbrochen war. Strache war vorgeworfen worden, einer falschen russischen Oligarchennichte Staatsaufträge im Gegenzug für den Kauf der „Kronen-Zeitung“ und eine positive Berichterstattung über seine Partei in Aussicht gestellt zu haben – daraufhin war er als Vizekanzler und FPÖ-Chef zurückgetreten. Ein in der Zwischenzeit veröffentlichtes Buch der deutschen Journalisten, die das heimlich gefilmte Ibiza-Videomaterial in voller länge einsehen konnten, hatte Strache in der Zwischenzeit teils entlastet. Kurz vor der Nationalratswahl wurden dann allerdings erneut Vorwürfe laut, diesmal zu seinen Spesenabrechnungen (darunter eine von der Partei finanzierte teure Wohnung). Jetzt ermittelt die Wiener Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Untreue. Zu den neuen Anschuldigungen will sich der Politiker öffentlich noch nicht äußern, er bestreitet aber, Fehlverhalten an den Tag gelegt zu haben. Strache appellierte an die Öffentlichkeit, das Ermittlungsergebnis der Spesenaffäre abzuwarten – die kam seinen politischen Gegnern kurz vor der Wahl freilich sehr gelegen.

    HC Strache hat seine Partei jahrelang maßgeblich geprägt, nach der Spaltung aus dem Nichts wieder an die Spitze geführt und 2017 mit 26 Prozent zur drittstärksten Kraft des Landes gemacht. Bis zum Aufstieg des alten und neuen Kanzlers Sebastian Kurz (ÖVP) war er der beliebteste Politiker Österreichs. Nach seinem Rückzug könnte Ehefrau Philippa die Politikerin im Hause Strache bleiben: Die Quereinsteigerin und Tierschutzbeauftragte der FPÖ kandidierte auf der Wiener Landesliste der „Blauen“ und könnte ein Mandat erringen. Unklar ist allerdings, ob sie es überhaupt annehmen würde – Philippa Strache soll sich über den Umgang ihrer Partei mit ihrem Mann sehr geärgert haben. Zumindest HC würde das anscheinend begrüßen: „Sie hat ja eine wundervolle Unterstützung erhalten – natürlich hoffe ich, ja“, sagte er am Dienstag gegenüber „Wien Heute“.


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    23 Kommentare

    1. Diese Erleuchtung hätte er mal besser vor Monaten haben sollen, denn so hat er der FPÖ nur geschadet.

    2. DSGVO & Co. … Schuld abwälzen.

      Fefes Blog ( blog.fefe.de/?ts=a36d5376 )
      Tue Oct 1 2019
      Ich glaube ja, dass viele nicht verstehen, auf welcher Grundlage Firmen arbeiten. Die Grundlage ist ganz einfach: Schuld abwälzen. Niemand will es gewesen sein.

      also wo er Recht hat hat er …

      Es kam mir der Würgereiz bereits beim "3D Secure "

      # Verbraucherschützer warnen vor 3D-Secure für Kreditkarten
      ( forum.oxid-esales.com/t/verbraucherschutzer-warnen-vor-3d-secure-fur-kreditkarten/51792 )
      Hebsacker Moderator a.D. Aug. ’11

      …ich dachte Anfangs immer “cool – endlich mal ein neues Sicherheits-Feature gegen die zunehmenden Kreditkartenbetrügereien!”

      Dabei ist das nur eine gelungen maskierte Vermarktung der Risikoabwälzung auf den Kunden bzw. Händler.

    3. DSGVO & Co. … Schuld abwälzen.

      Fefes Blog ( blog.fefe.de/?ts=a36d5376 )
      Tue Oct 1 2019
      Ich glaube ja, dass viele nicht verstehen, auf welcher Grundlage Firmen arbeiten. Die Grundlage ist ganz einfach: Schuld abwälzen. Niemand will es gewesen sein.

      also wo er Recht hat hat er …

      Es kam mir der Würgreits bereits beim "3D Secure "

      # Verbraucherschützer warnen vor 3D-Secure für Kreditkarten
      ( forum.oxid-esales.com/t/verbraucherschutzer-warnen-vor-3d-secure-fur-kreditkarten/51792 )
      Hebsacker Moderator a.D. Aug. ’11

      …ich dachte Anfangs immer “cool – endlich mal ein neues Sicherheits-Feature gegen die zunehmenden Kreditkartenbetrügereien!”

      Dabei ist das nur eine gelungen maskierte Vermarktung der Risikoabwälzung auf den Kunden bzw. Händler.

    4. Jeder hasst die Antifa an

      Wie das Etablishment die Patriotischen Parteien schädigen kann erlebt man gerade in USA ,Großbritanien ,Italien, Österreich und Deutschland mit krimminellen MItteln aller Art versucht man ihre Führungspersönlichkeiten zu diskreditieren und zu vernichten.

    5. Nun es werden im Hintergrund gegen HC Strache: genügend Drohungen / Erpressungen bis hin zur VerSelbstmordung geschwungen worden sein.
      Gab es doch neulich den Gedanken wonach das "und das ist auch gut so" von Wowereit seine Erpressbarkeit in dieser Richtung abstellte.

      !!! Weltpolitik:
      # US-Luftschlag gegen Idlib (2019.09.02 Valeriy Pyakin)
      tube.com/watch?v=bXSI7Vd9Tf0

    6. Warum haben die Leute die FPÖ und HC gewählt. Doch weil sie mit dem was im Lande läuft nicht zufrieden waren.
      Jetzt ist es der Gegenseite gelungen HC zu verjagen und schon wählen die Leute die FPÖ nicht mehr. Also ist im Lande doch wieder alles in Ordnung mit dem Weggang von HC.
      Dieses Volk ist genauso verblödet wie der Michel, das es auf diese Tricks hereinfällt.
      Wie sagte Adolf. Gut für die Herrschenden, dass das Volk nicht denkt.
      Hat sich nichts geändert.

    7. Ob der Verlust Strache in die Schuhe zu schieben ist, ist längst nicht ausgemacht.

      Vielmehr dürfte der rundgelutschte unsägliche Hofer einen größeren Anteil haben, wie konnte die FPÖ diesen mittelmäßigen Pfeifenkopf als Vorturner anstellen wenn man anständige Leute wie Herbert Kickl in den eigenen Reihen hat? Am Ende sich von der ÖVP/von Kurz den eigenen Vorsitzenden soufflieren lassen kann nur zum Verlust führen. Deswegen jetzt die Chance zur Korrektur nutzen und Hofer entfernen, dann klappt es bei der nächsten Wahl wieder, der Soros-Basti wird mit den Grünen scheitern, das kann schnell gehen.

      Und denen, die jetzt vorschnell sich an Strache abarbeiten wollen, die sollen geteert und gefedert werden, wenn von der Spesenaffäre nichts übrigbleibt.

    8. Dann kann H.C. nun zu Hause die Krümel aufsaugen und den Müll wegbringen. So hat Philippa mehr Zeit für die Politik. Sie ist doch recht hübsch, finde ich. – Ja, Landsleute, ich weiß auch, das Optik jetzt nicht die alleroberste politische Kategorie ist. Aber ich sag immer: "Das Auge sieht mit."

      • Die FPÖ sollte nächstes Jahr Philippa Strache zur BM-Kandidatin in Wien machen. Dort schikaniert man momentan shariakonform hunderttausend Hundehalter, bis hin zu Verbotsphantasien. Allein diese Stimmen würden ihr schon die halbe Miete bringen.

    9. HC Strache wurde gezielt und sorgfältig geplant politisch ermordet. Leider hat er dazu auch einen wesentlichen Beitrag geleistet (Ibiza). Das ist auch für die gesamte FPÖ ein schwerer Schaden. Dort herrscht aber wenigstens relative Einigkeit in den eigenen Reihen. Bei uns fabulieren Politiker der eigenen Partei davon, wie man unbequeme Mitglieder noch schneller ausschließen kann und lassen sich damit in der linken Lumpenpresse auch zitieren. Helmut Seifen (NRW) bei t-online: ,,Wir können manche Leute einfach nicht loswerden." ,,Wir wären als Partei schon viel weiter." Ja, wir wären schon weiter, wenn wir Leute wie diesen Seifen, Gottschalk, den Tulpenoberst und den Hanselmann aus Berlin, Nobis und etliche andere Weichspüler endlich loswerden könnten. Wohin Hofers (FPÖ) Weichspülkurs führte, ist allen hier bekannt.

    10. „Ich konzentriere mich auf meine Familie, meine private Gegenwart und Zukunft“

      Zu spaet, Herr Strache. Ihre Partei ist geschaedigt.

      Immer diese alte Leier. Wenn man totalen Mist baut, ob ueberfuehrte Landesverraeter, Axtmoerder oder Drogenkonsument und schon den Knast vor Augen hat, besinnt man sich endlich auf die Familie und bittet um ein Privatleben. Und die Traenen fliessen. Wer weiss was der Herr in Wirklichkeit vor hat. Man wird sehen denn diese Leute wird man nie los.

    11. heidi heidegger an

      Gemach gemach..erst am Donnerstag (Endabrechnung) werden wir wissen, ob "Phili" Tierministerin äh Abgeordnete im Nationalrat werden darf. Hofer sagt nix konkretes nicht zur Zeit. achach..

      • heidi heidegger an

        Zurück in Wien treffen wir heidis liebe Exfrau vor dem Wahllokal wieder. Auf die Frage, was sie gewählt habe, winktS mürrisch ab. Wie viele Wienerinnen wirdS sich morgen hinter die "COMPACT Zeitung" zurückziehen und laut schimpfend ihr Krügel trinken.

        *kicher*

    12. Sachsendreier an

      Das war ein echter "Schlag ins Kontor", natürlich auch für die ganze Partei. Doch möchte man gar nicht wissen, wie viele schlaflose Nächte dieser moralische Ausrutscher dem Strache selbst gekostet hat. Er ist natürlich selbst schuld gewesen, doch bleibt da der schale Beigeschmack, dass er von vorn herein vorgeführt werden sollte. Alle Noch-Prominenten sollten die Lehre daraus ziehen, bei einem Hang zu Leichtfertigeit, wenigstens außerhalb der eigenen vier Wände ein sauberes Image zu pflegen, sich nie von zu viel Testosteron und Alkohol zu unbedachten Äußerungen hinreißen lassen, da man nie weiß, ob jemand heimlich mit filmt.

    13. Wurde Zeit, mit 50 ist`s höchste Zeit in Pension zu gehen und sich nur noch schönen Dingen zu widmen.

      • Seelenverkäufer;
        Du sprichst vom Kurz(en) Sorosjünger? Da geb ich Dir zu 100% recht.

    14. DerSchnitter_Maxx an

      Eine kleine, wirklich, unbedeutende Ibiza-Affäre … wiegt in keinem Maße … die offene, schädliche, Grenz- Wirtschaftsflüchtlings- und gesamte Fehlpoiltik-Politik, hüben wie drüben, seit 2015 … niemals auf ! ;) Das in Ibiza … sind/waren Brotkrümmel, im Vergleich … mit der anderen, abartigen, geistesgestörten, willfährigen, Politik der Atlantiker- u. EU-Heinis ;)

    15. Links gewinnt an

      Loyalität mit Loyalen ist gut.
      Loyalität mit ausgemachten Dummköpfen und erkennbar Illoyalen ist dümmer als die Polizei erlaubt.

      Wer sich erwischen lässt ist ein Dummkopf (oder ein U-Boot).
      Wer dann nicht von sich aus zurück tritt, um weiteren Schaden abzuwenden, ist Illoyal.

      Klug gewinnt, Dumm verliert. Verdientes Wahlergebnis!

    16. brokendriver an

      FPÖ-Strache aus Österreich ?

      Hat diese Type die FPÖ als Selbstbedienungsladen missbraucht ?

      Ist der neue Privat-Zaun von FPÖ-Hofer auch mit FPÖ-Geldern bezahlt worden ?

      Diese beiden FPÖ-Typen haben der FPÖ schwer geschadet.

      Fast 10-Prozent-Wahlverluste kommen nicht von ungefähr.

    17. Die FPÖ ohne Strache wird nicht mehr das selbe sein. Ich finde, Strache sollte in untergeordneter Funktion erhalten bleiben.

      • Gesslers Hut an

        Jepp,
        er könnte die Pressearbeit machen. Evtl. von seinem neuen Homeoffice aus in Ibiza? So hätte er auch mehr Zeit fürs Familienleben.