Handke oder Thunberg – eine Nobelpreis-Komödie

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Der seit 40 Jahren bestehende Alternative Nobelpreis wird dieses Jahr an Greta Thunberg vergeben. Das war nötig, denn die Vergabekommission wollte endlich ihr Nobody-Image ablegen. Schluss mit bloßen Pflichtmeldungen auf der letzten Seite. Mit Greta kommt der Alternative Nobelpreis endlich auf Seite 1. Der Plan ging auf. Viele Bürger erfuhren in diesem Jahr erstmalig, dass es diese Auszeichnung überhaupt gibt.

Beim offiziellen Nobelpreis steht die Sache konträr. Der hat als Qualitäts-Etikett endgültig ausgedient. Nachdem er irgendwelchen Kriegstreibern, neoliberalen Ökonomen und dichtenden Langweilern hinterhergeworfen wurde, hatte Preisträger Bob Dylan nicht einmal Lust, ihn abzuholen. Da war die Neuausrichtung ebenfalls überfällig. Mit kühnem Sprung ins politische Haifischbecken. Die Debatte im Vergabe-Komitee könnte so verlaufen sein:

– Wie wär’s mit dem Literaturnobelpreis an Svante Thunberg, für die Hagiographie über ihre Tochter Greta: „Szenen aus dem Herzen – Unser Leben für das Klima“?
– Oder an Heiko Maas für „Aufstehen statt wegducken: Eine Strategie gegen Rechts“
= Nein, das provoziert doch nur die Alternativmedien. Wir müssen den Mainstream ärgern, ohne auf Facebook gesperrt zu werden.
– Wie wär es mit Literaturnobelpreis an Ex-Serbenführer Radovan Karadžić? Der schreibt doch Lyrik.
– Ne, nicht schon wieder einer, der den Preis nicht abholt.
-Stimmt, der kriegt dafür keinen Knasturlaub.
– Aber die Richtung stimmt. Wie wär’s mit Peter Handke? Der war in den Siebzigern und Achtzigern ein Kultautor der sensiblen Linken: Innerlichkeitskitsch vom Feinsten. Und in den Neunzigern ärgerte er Westeuropa wegen pro-serbischer Berichterstattung. Politisch zu 100 Prozent unkorrekt. Außerdem besitzt er einen signierten Lyrikband von Karadžić.
– Super! Ein alter weißer Mann! Vor zwanzig Jahren hat seine Ex den Medien erzählt, wie brutal Peter sie zusammenschlug. Wenn der unseren Preis kriegt, schäumen auch die Feministinnen.
– Großartig!
– So machen wir’s!
– Peter ist unser Retter!

Und die Rechnung ging auf. Rigorose Inquisitoren und ältere Handke-Versteher bekriegen sich über die Rechtmäßigkeit der Preisvergabe. Bezeichnungen wie „Frauenschläger“, „Völkermordverherrlicher“, „Diskursverweigerer“, „Verbrecher“ gehören zur Verbal-Munition. Dabei stand Handke mit seiner pro-serbischen Haltung damals nicht allein. Auch Alice Schwarzer outete sich als Milosevic-VersteherIn. Schon als 2006 die Verleihung des Heine-Preises an Peter Handke wegen dessen Serben-Sympathie Skandal ausgelöst hatte, verteidigte Schwarzer die Entscheidung. Aber sie überstand diese Parteinahme ohne allzu dicke Beulen.

In diesem Jahr hat Saša Stanišić mit seinem biographischen Roman „Herkunft“ die literarische Hitparade gestürmt. Stanišić ist ein Autor, der mehr noch als die „Neuen Braven“ (wie Daniel Kehlmann) den Geschmack des Establishments trifft. Schnell erhielt er den Deutschen Buchpreis. Im linksgrünen Wohlfühlmagazin Vice jubelte eine Kolumnistin (die bei der Lektürewahl nach eigenen Bekunden politische Prioritäten setzt) den Preisträger: „Warum es gut tut, dass jemand namens Saša Stanišić den Deutschen Buchpreis gewonnen hat“. Literatur muss also (moralisch) „gut tun“. Seine Preisrede nutzte der Gut-tuer sogleich, um über die Nobelpreisvergabe an Handke herzuziehen. Ästhetisch sei er zwar okay, aber eben nicht politisch.

Dass der 41jährige Autor Stanišić, in Visegrad geboren, mit Handke ein Hühnchen rupft, ist dabei nicht das Problem. Aber dass heutzutage jede ästhetische Wertung der politischen Korrektheit unterliegt, das ist der Tod der Literatur. Politisch motivierte Preisverleihung sollte den Diktaturen vorbehalten bleiben. Oder, noch besser: man schafft diese unnützen Preisverleihungen endlich komplett ab. Establishment und Schickeria sollen bitteschön andere Anlässe finden, sich selbst zu feiern.

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15 Kommentare

  1. Avatar
    Friedolin Semmelweiss am

    Nobel hat so quasi das Dynamid erfunden und die Massenproduktion von Gewehrmunition für Karabiner in Europa und weiltweit – für die Weltkriege – richtig ins Laufen gebracht.

    Darauf setzt man keinen – Schöngeistig-hoch-wissenschaftlichen – Preis !!!

    Es sei denn man möchte mit der Auslobung von Preisgeldern und Ruhm –
    iregendetwas kaschieren, verzerren und verschleiern.

    Der Titel – FRIEDENSNOBEL-PREIS – bleibt eine in sich geschlossene ANTI-THESE.

    Der Preis ist ein Maß dafür – wie korrumpierbar in geistiger Hinsicht die "großen Denker" dieser Welt sind.
    Und ich weiß wer sich jedesmal bei der Preisverleihung ins Fäustchen lacht …

    • Avatar
      Tod durch Faustkeil am

      Ou weia, böses Schwarzpulver.

      Sie suchen gerade Tunnelgräber.

      Am besten ohne Hacke und Spaten, damit wurde auch schon Unsinn gemacht.

  2. Avatar

    Nun wird aus diesem Preis entgültig eine Gesinnungspreis, welcher nebenbei alle bisherigen Preisträger entwertet.

    • Avatar

      Wie wärr´s denn wenn pro Nobelptreis 110 Umsiedlier dazugegeben werden ? Einsatz Natürlich nach ethischen, moralischen usw Gesichttspunkten aus Eigenmitteln. Das übliche Blablabla sollte dawegbleiben. Damüßte man sich schon ganz schön ins Zeuglegen…

  3. Avatar
    Sachsendreier am

    Also, ich finde es schlimm, wenn sich ein Preisträger, anstatt sich zu bedanken und zu freuen, sofort eine Tirade loslässt über einen mit ihm prämierten Schriftsteller. Was berechtigt den jungen Mann dazu, sich dermaßen zu erheben? Ich kann seine Großartigkeit nicht beurteilen, da ich seine Bücher nicht lese und auch nie lesen werde. Außerdem geht es mir nicht darum, den Handke in Schutz zu nehmen, genau aus dem Grund, dass ich auch seine Werke nicht kenne. Mich ärgert jedoch schon länger diese immer mehr in Mode kommende Unsitte prominenter Zeitgenossen, vor der Kamera persönliche Bewertungen und politische Statements abzugeben.

  4. Avatar
    Jeder hasst die Antifa am

    Wenn Greta den Nobelpreis für Nichtsnutze bekommt öffne ich vor Freude eine Dose Thunfisch zum Abendbrot.

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      heidi heidegger am

      Nix! Das könnte gretabolisch äh metabolisch Dein zartes Fell ruinieren. Bleib mal schön bei Gräsern aller Art und Löwenzahnsalat usw. und nur einmal im Monat nebenbei ne Thüringer Röstbrätwörst mit viel Brot. *kicher*

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    heidi heidegger am

    guter Artikel. Handke isch&bleibt im Herzen aller Menschen mit einem Gfui&Sinn! im Ranzen statt HauptsstromPropaganda, und die Spinnerten/Verfressenen können da aber so mal gar nix dagegen tun, hah! *LOVE*

    • Avatar
      heidi heidegger am

      ein Versuch der Annäherung an Handke kurz vor der zehnten Minute:

      [ Peter Handke – nachtstudio-Gespräch (2008) ] /watch?v=y8PM4YMEXhQ

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      Jeder hasst die Antifa am

      Was heißt im Ranzen du hast einen Ranzen dir angefressen mit Ziegenfleisch haha

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        heidi heidegger am

        hmja das auch und aber (auch): Adalbert Stifter, Pseudonym Ostade, (* 23. Oktober 1805 in Oberplan, Böhmen, als Albert Stifter; † 28. Jänner 1868 in Linz) war ein österreichischer Schriftsteller …

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        brokendriver am

        Ziegenfleisch muss aber halhal sein, sonst essen unseren lieben kleinen Merkel-Moslems diesen Fraß nicht…

        SchweinMETT statt MohaMETT….

      • Avatar
        Jeder hasst die Antifa am

        Was hat Adalbert wem gestiftet hat er dir eine neue Ziege gestiftet oder hat er den Adalbert Preis gestiftet.

  6. Avatar
    brokendriver am

    Wenn interessiert Peter Handke ?

    Nur ein paar Hofberichterstatter des Feuilletons in der gleichgeschalteten
    Lügenpresse in Deutschland.

    Handkes Bücher zu lesen, ist reine Lebenszeitverschwendung.

    Geht lieber ein Bier trinken…..oder zwei….

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