An alle Kriecher, Konformisten, Bücker, Antisemiten, postnationale Untertanen und sonstige Zeitgenossen, auf die man gut verzichten kann: Ihr dürft aufatmen! Das war knapp! Der Publizist Henryk M. Broder hat´s Euch leichter gemacht als Ihr verdient – nämlich den Johann-Heinrich-Voß-Preis abgelehnt.

    Diese vom Nordseebad Otterndorf an der Niederelbe gestiftete und im Drei-Jahres-Takt verliehene Auszeichnung sollte jetzt den streitbaren Betreiber der Achse des Guten ehren. Das versuchten SPD und Grüne aus dem Kreis Cuxhafen zu sabotieren; dabei war ihnen kein Rufmord, keine dumpfbackige Zuschreibung (Stichwort: „Rechte Ecke“) zu schmierig.

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    So behauptete ein Grüner, die Auszeichnung erinnere ihn an die Verleihung des Echo-Preises an Rapper mit antisemitischen Texten. Außerdem erwähnte man, dass Broder auch die „Gemeinsame Erklärung 2018“ von Vera Lengsfeld unterschrieben hatte.

    Ein Mitglied aus dem Stadtrat von Otterndorf (natürlich SPD), nörgelte gegenüber dem NDR: „Broder ist ein Brandstifter, und er spaltet die Gesellschaft. Und das ist nicht im Sinne von Johann Heinrich Voß. Er lässt nahezu an keinem Menschen etwas Gutes. Das ist dermaßen verletzend! Er entblößt Menschen und verletzt sie. Das kann ich nicht gutheißen. Das hat auch nichts mit einem Voß-Preis zu tun.“

    Glaubt dieser Politiker wirklich, nicht die Co-Regierung seiner Absturzpartei, sondern Publizisten wie Broder hätten Spaltung betrieben? Glaubt er ernsthaft, die Bevölkerung sei happy, wenn die „bösen“ Broders nicht alles schlechtreden würden?

    Was Johann Heinrich Voß betrifft: Keine Ahnung, ob besagter SPD-Politiker ihn je gelesen hat, aber immerhin kämpfte der Dichter gegen Leib- und Geisteseigenschaft und übersetzte die Marseillaise… Damit passt er eindeutig besser zu Broder als zur neoliberalen SPD.

    Bei so tollen Argumenten musste die Weser-Elbe-Sparkasse natürlich einknicken und zog ihren Anteil am Preisgeld zurück. Jetzt hätte die Stadt selbst in den Geldbeutel greifen müssen. Henryk M. Broder aber zog jetzt die Konsequenz – und lehnte den Preis ab. Der Otterndorfer Stadtdirektor Harald Zahrte beteuerte, die Wahl Broders nicht zu bedauern, fügte aber hinzu: „Wir respektieren es sehr, dass er durch sein Handeln einen Schaden von dem Voß-Preis abgewendet hat.“

    Irrtum! Der Preis hat durch dieses rot-grüne Gespacke bereits irreparablen Schaden erlitten. Jetzt weiß jeder künftige Anwärter, dass er einen Preis für Konformisten erhält – mit rot-grünem Segen. 2015 wurde der Johann Heinrich Voß-Preis übrigens an Wolfgang Schäuble verliehen…

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