Auch in dem Punkt folgt Frankreich dem deutschen Vorbild: Je mehr der Sozialstaat abgebaut wird, desto mehr setzt man auf Gratis-Reformen aus dem Bereich der Political Correctness: Finanzielle Hilfen hat man gekürzt, dafür aber ist das Gender-x korrekt gesetzt. Menschen werden in die Armut geschmissen, aber die „Würde“ soll durch „korrekte“ Benennung „repektiert“ werden. Und der Mainstream fällt drauf rein.

    Frankreich, dessen neoliberale Reformen die Gelbwesten-Proteste hervorgebracht haben, heuchelt ebenfalls Humanität auf der Gratis-Ebene: In französischen Schulen sollen, so lautete der Beschluss bei der Verabschiedeung eines neuen Schulgesetzes am vergangenen Dienstag, die Eltern der Insassen nicht mehr mit Vater bzw. Mutter, sondern mit Elternteil 1 und Elternteil 2 angesprochen werden. (Auch in Deutschland gab es schon Vorschläge zu einer Änderung in „Elter 1“ und „Elter 2“.) Unklar ist bislang, ob die Eltern selber entscheiden dürfen/müssen, wer Elternteil 1 ist und wer sich mit Platz 2 zufriedengeben muss. In heterosexuellen Ehen könnte es dazu kommen, dass – wie der obere Twitter-Screenshot zeigt – die Frau zum Elternteil 2 degradiert wird. Was sagen die Feministinen dazu?

    Screenshot Twitter,
    Sentenza
    ‏ @Perinetti_Yo

    Auch bei diesem Gesetz gehe es, laut Aussage französischer Politiker, um die „Würde“ der Eltern, da die Einteilung in Vater und Mutter gleichgeschlechtliche Paare diskriminiere. Valérie Petit, Abgeordnete der REM-Partei von Präsident Macron, stellte fest: Diese Änderung ziele darauf ab, die Familienvielfalt der Kinder in der Schulverwaltung zu verwurzeln. Und, in Umgehung aller Einkommensfragen: „Für uns ist diese Regelung ein Maß für soziale Gleichheit.“

    Natürlich ist das Gesetz in Frankreich keineswegs unumstritten. Der konservative Politiker Fabien Di Filippo bezeichnete es als Resultat einer „erschreckenden Ideologie“. Laut Le Figaro verurteilte Xavier Breton, ein konservativer Abgeordneter der Les Républicains (LR), die Regelung als Ergebnis eines „politisch korrekten Denkens, das nicht der Realität entspricht.“

    Der neue Twitter-Hit unter den Gegnern ist eine Star Wars-Parodie. Man erinnere sich: Mitten im Laserschwert-Duell mit Luke Skywalker outet sich Darth Vader plötzlich: „Ich bin dein Vater, Luke!“ Woraufhin der Sohn verzweifelt aufschreit. In der Parodie lautet der Untertitel jetzt: „Ich bin dein Elternteil 1“ (vergl. Screenshot) Eine Facebook-Userin schlug sogar vor, nicht mehr Präsident oder Premier Ministre zu sagen, sondern Enculé 1 und Enculé 2. Ironie?

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