Am liebsten würde Frankreichs Präsident Emmanuel Macron die Gelbwesten-Demos verbieten, die aber demonstrieren unbeirrt weiter: nach offiziellen Angaben protestierten gestern landesweit ca. 27.000 Bürger (in der vergangenen Woche waren es 31.000), darunter 9000 in Paris. Die Angaben der Gelbwesten sind jedoch deutlich höher.

    Die Sicherheitskräfte waren bereits im Vorfeld nervös: bis zu 25.000 Präventivkontrollen wurden durchgeführt. Vor Notre Dame herrschte Demonstrarionsverbot. Nach anfänglich friedlichem Protest kam es nahe dem Platz der Republik zu Ausschreitungen. Die Polizei setzte Tränengas ein. Laut Le Figaro wurden auch Journalisten verhaftet. Die Demonstranten hingegen sollen Autos, Motorroller und Mülleimer angezündet sowie Flaschen und andere Gegenstände geworfen haben.

    Diesmal stellte die Kathedrale Notre Dame das Thema. Genauer gesagt: Die hohen Spenden, die reiche Bürger für deren Wiederaufbau zugesagt haben. Das Provokationspotenzial: für Bauwerke fließe Geld, nicht aber für die darbende Bevölkerung. Ein Rentner sagte laut ntv: „Das Geld für Notre-Dame ist eine gute Sache. Aber wenn man sieht, was man innerhalb weniger Stunden an Geld locker machen kann…“ Das bezieht sich auf die Behauptung der Machthaber, wonach für größere Umverteilung nicht ausreichend Geld vorhanden sei.

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    Besagte Spendenhöhe hatte bereits im Vorfeld für heftige Diskussionen in Frankreich gesorgt. Hinzu kamen die von rechtskonservativer Seite vorgetragene Kritik gegen die Modernisierungsvorhaben im Rahmen des Wiederaufbaus.

    In einem Video, das von Frankreichs Innenminister Christophe Castaner auf Twitter gepostet wurde, rufen die Protestierenden „Schande über diejenigen, die sich (daran) beteiligt haben“ oder – in Anspielung auf die zahlreichen Suizide unter Polizisten in der vergangenen Wochen: „Bringen Sie sich um!“.

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