Gedenken an Zerstörung Dresdens – Antifa marschiert gegen „Opfermythos“

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„Täterspuren suchen, statt Opfermythen pflegen“, so will es der Antifa-Demonstrationszug in Dresden. Und wer die Siegergeschichtsschreibung hinterfragt oder immer noch nicht einsehen will, dass die Bürger der Stadt an ihrem Schicksal selbst schuld waren, der pflege „braunes“ Gedankengut. 

Heute vor genau 73 Jahren begannen die Alliierten Bombenangriffe auf die Stadt Dresden. Die wegen seiner traumhaften Lage und Architektur gerne als Elbflorenz bezeichnete Metropole wurde in Schutt und Asche gelegt – hauptsächlich Zivilisten fanden den Tod im Flammenmeer. Zwischen dem 10. und 17. Februar sind – wie jedes Jahr – eine Reihe von Demonstrationen geplant: Die einen wollen die Opfer betrauern und die Täter anklagen, die anderen wollen das Gedenken verhindern und sprechen vom deutschen „Opfermythos“. Doch warum die Aufregung? Wozu das alljährliche Ritual?

Ein Streifzug zwischen den erinnerungspolitischen Fronten zeigt, wie umkämpft die Deutung der deutschen Vergangenheit heute immer noch ist. Das hat triftige Gründe. Auch nach über 70 Jahren haben viele Dresdner mit dem Schicksal der Stadt und ihrer Eltern und Großeltern noch nicht abgeschlossen. Dass Deutsche nicht immer nur Täter, sondern auch Opfer waren, dürfe nach Meinung der politischen Linken nicht einmal gedacht werden, bestehe darin doch die Gefahr, dass es revisionistische Tendenzen fördern und dem verordneten Schuldkult zuwiderlaufen könnte. Diesen Kult zu pflegen und damit das Aufkeimen eines neuen deutschen Selbstbewusstseins zu verhindern, scheint nach wie vor die Lebensaufgabe linker Aktionsgruppen zu sein.

„Das Bündnis Dresden Nazifrei hat unter dem Titel ‚Mahngang Täterspuren‘ eine Demonstration angekündigt. Diese soll, wie schon in den Vorjahren, zu Schauplätzen der NS-Herrschaft in Dresden führen“, kommentiert der MDR das Geschehen heute. Und wie jedes Jahr bereitet sich auch die Polizei auf Zusammenstöße vor: „An drei Tagen zwischen dem 10. und 17. Februar würden bis zu zehn Hundertschaften im Einsatz sein.“ Einer der entscheidenden Streitpunkte zwischen den Demonstranten von links und rechts ist die Zahl der deutschen Opfer. Im Mainstream, so etwa beim MDR, spricht man von „bis zu 25.000 Menschen“, die im alliierten „Feuersturm“ umgekommen seien. Eine groteske Untertreibung, die manchem Kritiker die Zornesröte ins Gesicht treibt. Jenseits simpler Zahlenspiele fordert die Schar linker Gegendemonstranten, man müsse sich einem sogenannten „Opferkult“ in den Weg stellen. Der Erinnerung an deutsche Opfer sei generell zu misstrauen, da sie von „Rechtsextremisten“ missbraucht würde – was auch immer das heißen soll…

Augenzeugen des Bombenangriffs auf Dresden berichten:

https://www.youtube.com/watch?v=-rRDJG9KwWc

Der Sprecher des Bündnisses Dresden Nazifrei, Albrecht von der Lieth, hat zur Denkweise der Gegendemonstranten einige interessante Bemerkungen gemacht, die tief blicken lassen. Der von ihm organisierte „Mahngang“ finde nämlich in „bewusster Abgrenzung zur Menschenkette“ statt, mit der „die Stadt der Bombardierung am 13. Februar gedenkt“, so von der Lieth am Mittwoch. Soll heißen: Keine Tränen für Deutsche! Er sprach sich außerdem dagegen aus, im 13. Februar ein „besonderes Datum“ zu sehen, denn Dresden sei nicht als einzige Stadt „Ziel alliierter Bomber im Zweiten Weltkrieg“ gewesen. Und weiter: „Mir ist aber keine andere Stadt bekannt, in der es einen solchen Zirkus um das Bombardierungsdatum gibt.“ 

Zu diesem „Zirkus“ gehört auch, dass die AfD als einzige parlamentarische Kraft am 13. Februar eine „Kranzniederlegung in der Dresdner Altstadt“ plant. In keiner Berichterstattung darf hier der Hinweis auf die vermeintlich völkisch-nationalistische Ideologie der Partei fehlen. Dass die Massenmedien sich ausnahmslos alle auf die Seite des „bunten Protestes“ schlagen, darf ebenfalls nicht weiter wundern. „Dresden zeigt Gesicht gegen Nazi-Aufmarsch“, lautet etwa die heutige Schlagzeile der Bild-Zeitung. Im Artikel selbst heißt es:

„Mehrere Hundert Menschen haben am Samstag dagegen demonstriert, dass Rechte das Gedenken an die Zerstörung Dresdens vor 73 Jahren für sich vereinnahmen.“

Und hier liegt der Hase im Pfeffer. Es geht nämlich nicht um Vereinnahmung (Was immer das heißen soll!), sondern um Anerkennung, um Respekt und Würde. Die aggressive, antifaschistische Geschichtsverdrehung will den deutschen Opfern ihre Bedeutung, ihre Würde wegnehmen – auf das die Deutschen keinen Frieden mit der Vergangenheit machen können. Die Menschen in Dresden haben jedes Recht, sich dieser „Erinnerungskultur“ zu widersetzen. Auch die Deutschen dürfen um ihre Toten trauern, so wie das jedes andere Land der Welt auch tut. Und zwar ohne dass ihnen dabei die Inquisitoren der politischen Korrektheit mit Diffamierung oder schlimmerem drohen.

Dresden 1945: Kaum ein Stein steht noch auf dem anderen. Foto: Bundesarchiv, Bild 183-Z0309-310 via Wikimedia Commons

Dass den Deutschen selbst das kleinste Symbol gemeinsamer Erinnerung und Trauer unter Androhung von Prügel mit der Nazi-Keule versagt bleiben soll, ist durch nichts zu rechtfertigen, begegnet uns in der letzten Zeit aber immer öfter: Auch nach dem Terroranschlag auf dem Breitscheidplatz Ende 2016 hieß es „Trauern verboten“. Die deutschen Opfer waren lange nicht namentlich bekannt, viele der Angehörigen warteten ein Jahr lang auf Merkels Kondolenzschreiben. Wer der Opfer der Asyl- und Multikulti-Politik gedenken und sich gegen den Migrationsstrom stellen will – wie die Mädchen der identitären Kampagne #120db – wird ebenfalls von Politik und Medien niedergebrüllt. Deutsche waren, sind und bleiben eben Opfer zweiter Klasse, Proteste gegen Kriminalität und Gewalt sind nur dann überhaupt akzeptabel, wenn sie von links kommen – und sich gegen die „Einheimischen“ richten…

COMPACT stellt sich der Geschichtsklitterung, -verdrehung und -verdunkelung seit seiner Gründung aktiv in den Weg. Mit unserer neuen Sonderreihe COMPACT-Geschichte geben wir unserer Vergangenheit den verdienten Glanz zurück. Wir sind mehr als BRD und NSDAP!

Über den Autor

Marc Dassen

Marc Dassen wurde 1989 in Aachen geboren und hat Anfang 2015 sein Studium der Geschichte und Philosophie mit dem Bachelor-Grad abgeschlossen. Seither arbeitet er als Journalist für COMPACT-Magazin.

 

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