Wie kann man abgelehnte Asylbewerber dazu bringen, unser Land wieder zu verlassen? Soll man sie höflich bitten? Flehen? Einfach abschieben? Sozialhilfe kürzen? Nein! Bezahlen sollen wir die ungebetenen Gäste!

    Weil Abschiebungen von ausreisepflichtigen Asylbewerbern nicht durchgeführt werden (können/wollen/sollen) und selbst Prämien in Höhe von 3.000 Euro keinen Migranten zur Heimreise bewegen konnten, hat Entwicklungshilfeminister Gerd Müller (CSU) jetzt eine neue Idee: Deutschland soll den Asylbewerbern Ausbildungen in ihrer Heimat finanzieren.

    Man staunte nicht schlecht, als die Meldung über den Ticker kam. Jetzt sei endlich ein wirksames Instrument gefunden, um abgelehnte Asylbewerber zur Ausreise aus dem gelobten Land zu bewegen, tönte man vollmundig. Die Idee ist simpel: Bis zu “500 Millionen Euro im Jahr sollten in ein neues Hilfsprogramm fließen, das Heimkehrern im Irak, in Nigeria, Tunesien, Afghanistan und weiteren Ländern Arbeits- und Ausbildungsplätze finanziere” (Welt Online).

    Gegen erwartbare Kritik immunisierte sich der Ideengeber Gerd Müller sofort: Man stecke “niemandem einen Scheck in die Brusttasche“,so Müller, sondern “finanziere ausschließlich Projekte vor Ort”. Oder anders gesagt: Das mit dem Scheck in der Brusttasche, zeitweise als Ausreiseprämie belächelt, wurde schon probiert und hat leider nicht funktioniert. Die Welt kommentiert: “Die Extra-Prämien von bis zu 3000 Euro wirken kaum: Trotz finanziellem Anreiz kehren wenige Flüchtlinge freiwillig in ihre Heimat zurück.”

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    Nun soll also statt des nichtsnutzigen Schecks eine indirekte Finanzierung “vor Ort” den großen Durchbruch bringen. Die Erfolgsaussichten können Sie sich sicher ausrechnen. Aber Moment! Warum so pessimistisch? Schließlich ist die dahinterstehende Idee doch nachvollziehbar. Müller glaubt wohl, dass die vielen Hunderttausend (abgelehnten) Asylbewerber vor allem deshalb nach Deutschland gekommen sind, um endlich eine bessere Perspektive zu haben, eine gute Arbeit in Vollzeit zu bekommen und ihren Beitrag zu einem neuen Wirtschaftswunder zu leisten. Gut, dass macht diese Menschen per se zu Wirtschaftsmigranten, was wir jetzt hier einfach mal ignorieren, aber an sich ist diese Ansicht doch schön, ja, schön doof.

    Es mag manchem Politiker und Wirtschaftsweisen schwer fallen, doch die Sogwirkung des Asylparadieses Deutschland erklärt sich nicht dadurch, dass dieses Land hier oder woanders gute Ausbildungen ermöglicht, Qualifikationen verschenkt oder Arbeitsplätze schaft, sondern dadurch, dass es Sozialleistungen wie Bonbons verteilt: Und zwar ohne Arbeit.

    Deshalb sind solche Kopfgeburten wie das nun angekündigte Projekt nutzlos. Wenn also, wie Die Welt schreibt, der Konzern “Siemens mit Unterstützung seines Ministeriums im Irak 5000 junge Rückkehrer und Einheimische zu Elektrikern und Energietechnikern ausbilden” will, dann kann sich jeder kritische Beobachter unserer Zeit ausrechnen, dass die traurige Pressemitteilung der Firma mit der Überschrift “Bislang nur drei freiwillige Iraker zur Elektriker-Ausbildung angerückt” schon getippt wurde. Man macht sich – und uns – etwas vor. Weiter wird gesagt: “Alles in allem sollen auf diese Weise zwischen 20.000 und 30.000 Asylbewerber pro Jahr für eine freiwillige Ausreise gewonnen werden”. Träumt weiter!

    Wirklich interessant ist nur eine Frage: Wohin werden die 500 Millionen Euro wirklich fließen? Wer organisiert die Programme vor Ort? Wer erhält das Geld? Hier müsste eine investigative Recherche ansetzen.

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