Die wundersame Verwandlung der Frauke P. – von einer Patriotin zur Pappkameradin im Sauseschritt. Was Sie über ihre ehemalige Partei zu sagen hat, zeigt, dass die AfD alles richtig macht – und dass es gut ist, dass Frauke das Weite gesucht hat… Ein Kommentar.

    Ok, ich gebs zu: Auch ich war lange Zeit ein Fan von Frauke Petry. Sie war immer etwas hölzern, politisch immer sehr auf das Feld des Wirtschaftsliberalismus fixiert, ja, aber sie machte sich gut als Parteivorsitzende und führte den Laden nach dem Rausschmiss von Bernd Lucke von Erfolg zu Erfolg. Das hatte auch mit ihrer Art zu tun. Das Laute, Poltrige war nie ihr Stil. Ihr Lausbubencharme kam in Teilen des bürgerlichen Milieus lange gut an. Und es war schön, eine neue Partei zu sehen, die – geführt von einer Dame – unterschiedlichste Flügel vereint.

    So groß die anfängliche Freude und Zufriedenheit über Frauke und ihre Leistung, so deprimierend war es, ihren charakterlichen und politischen Abstieg zu beobachten. Welche Rolle dabei Ihr Prinzgemahl Marcus Pretzell spielte, darüber will man gar nicht spekulieren. Beide sind bei der Bundestagswahl im letzten September auf dem AfD-Ticket durchs Ziel geritten und haben sich dann flugs von der Partei und ihren Wählern verabschiedet. Ein Vorgang, der ebenso selten wie beschämend war.

    Nun, wo die AfD auch ohne Frauke P. ganz gut zurecht kommt, der Höhenflug bei den Umfragewerten selbst ehemalige Volksparteien wie die SPD zittern lässt, scheint die gute Frauke allerdings von dem irrsinnigen Drang beseelt, teils aus Wut, teils aus Profilierungssucht, gegen die alten Parteikameraden auszuteilen. Eine Entwicklung, die man natürlich erwartete, die aber auch als lehrreich für die Zukunft empfunden werden kann – und darüber hinaus aufzeigt, was mit Menschen passiert, die sich für ein paar Euro mehr in die Kloake des BRD-Systems hinunterziehen lassen.

    Kassandra mit Klammerbeutel

    Frauke meldet sich nun also zu Wort. Hört, hört – die Bedenkenträgerin vom Dienst! – Sie will dem Volk mitteilen, warum die AfD eine ganz gefährliche Partei geworden sei. Hört sie sich eigentlich selbst noch zu? Sie bringt heute als vermeintlich bürgerliche Stimme moralisierende Vorwürfe gegen die AfD in Stellung, gegen die sie die Partei selbst noch vor wenigen Monaten intelligent in Schutz nahm. Nichts für schwache Nerven. Der Zeitpunkt für ihr “Von-Frau-zu-Frau”-Interview mit der Welt ist ebenfalls bewusst gewählt. Jetzt nämlich, wo die AfD ihre Abgrenzungsbeschlüsse zur Protestbewegung PEGIDA aufgibt, wittert die Zimperlichkeit in Person den Dammbruch und erklärt in staatsfraulichem Habitus:

    “Nun, ich stelle fest, dass die Partei damit ein weiteres Mal ihren Gestaltungsanspruch aufgibt”.

    Das lässt tief blicken. Optimales Material für ein Seminar unter dem Titel “Wer Realo sagt, will betrügen”. Was Petry hier von sich gibt ist nichts weniger als die Behauptung, eine Assoziierung beziehungsweise Solidarisierung mit einer Protestbewegung wie PEGIDA sei der Beweis dafür, dass eine Partei nicht “gestalten”, also nicht “regieren” wolle, weil – so schwingt hier mit – keine Partei gleichzeitig erfolgreich und PEGIDA-freundlich sein könne. Oder kurz gesagt: Wer mit den Schmuddelkindern spielt, hat seine Chance auf die Macht verwirkt. Und nur darum geht es ihr ja. Um Macht.

    Sie liegen falsch, Frau Petry. Jetzt erst beginne ich richtig zu begreifen, was Freunde und Kollegen schon vor Jahren über Sie sagten. Sie wollten einfach nur in der “Mitte der Gesellschaft”, also in irgendeiner Regierungskoalition (egal welcher) ankommen – und zwar nicht mithilfe der kleinen Leute, sondern in naserümpfender Abgrenzung zu diesen. Es verwundert deshalb auch kein Stück, dass sie diesem gesäuselten Offenbarungseid noch hinterherschieben, dass PEGIDA heute – 2018 – ja etwas ganz anderes sei, also noch 2015. Damals, so sagen Sie, marschierte ein Querschnitt der Gesellschaft. Heute seien es nur noch Radikale.

    Was PEGIDA ist, bestimme ich!

    Dieses Bild könnte falscher nicht sein und unterschlägt wieder einen wichtigen Punkt: Dass nämlich Menschen wie Sie, Frau Petry, zur Verunglimpfung der Demonstranten beitragen, die sich nicht nur seit Jahren kübelweise Verleumdungen und Häme aus Politik und Medien gefallen lassen müssen, sondern auch von linksextremer Seite immer wieder brutal attackiert werden. Die Leistung und den Mut derjenigen, die trotz Alledem immer noch Montags in Dresden und Anderswo bei Wind und Wetter auf der Straße stehen, nicht mit dem größtem Respekt zu würdigen, ist einfach nur schäbig. Doch Petry geht noch weiter. Sie rammt dem Widerstand den Pflock ins Herz, wenn Sie die Opposition auf der Straße von der Opposition im Parlament trennen will:

    “Am Ende ist auf der Straße zu protestieren das Eine, und verantwortungsvoll Politik im Sinne der Bürger im Parlament umzusetzen, noch eine andere Aufgabe.”

    Genau so gut hätte sie sagen können: Mir egal für was die rechten Dummbeutel da auf die Straße gehen, regiert werden muss ja doch. Findet euch endlich damit ab, Leute! Sie fügt noch unverschämt hinten an:

    “Protestieren ist richtig und wichtig, aber daraus muss mehr folgen – und das konnte PEGIDA damals schon nicht. Heute sind sie wirklich Lichtjahre davon entfernt”

    Pfeif’ doch auf die kleinen Leute!

    Ja, warum ist das eigentlich so? Weil machtgeile Realo-Politiker wie nun auch Petry diese Bewegung – genau wie unsere Altparteien – regelmäßig desavouieren und mit braunem Dreck bewerfen. Hätte es aus dem bürgerlich-patriotischen Lager schon 2015 eine Solidarisierung mit PEGIDA gegeben, hätte eine wenigstens halbwegs faire Berichterstattung der Lügenmedien über PEGIDA und eine zumindest akzeptable Gegenwehr gegen die ständigen Antifa-Attacken stattgefunden, dann wären die Patriotischen Europäer heute jede Woche zu Zehntausenden auf der Straße. Das aber wurde mit medialer Verdrehung und politischer Verächtlichmachung verhindert. Und genau daran beteiligen sich jetzt auch Sie, Frau Petry.

    Jetzt, wo die einzige Oppositionspartei AfD endlich dafür sorgen will, dass aus den Protesten “mehr folgt”, stemmen Sie, Frau Petry, sich dagegen. Was ist nochmal der Superlativ von verlogen? Dass Frauke P. behauptet, bei der AfD würden heute “Lautstärke und Provokation” im Vordergrund stehen, und nicht mehr die vielen, schönen, konstruktiven, achso akademischen Ideen aus ihrer Zeit, dann kann man auch dazu nur feststellen: Frauke wiederholt heute die dümmsten Vorwürfe gegen eine Partei, die sie selbst einmal vor genau denselben Vorwürfen klug verteidigte. Die Anschuldigungen waren damals unwahr – und sie sind es heute auch. Zeiten ändern sich, und Menschen offensichtlich auch.

    Hier das Interview mit Frauke P. – Parteivorsitzende der “Blauen” – in voller Länge:

    https://www.youtube.com/watch?v=hUmo9fW4p1A

    COMPACT – Alles, außer Mainstream:

    Artikelbanner_Magazin-Abo_Geschichte-1

    Kommentare sind deaktiviert.