Frankreich: Schwimmbad richtet Burkini-Tag aus

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Ein Vergnügungsbad nahe Marseille will einen Tag lang nur weibliche Gäste in muslimischer Schwimmbekleidung akzeptieren. Anwohner toben.

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_von Tino Perlick

Am Samstag, den 10. September, sollen muslimische Mädchen und Frauen bei Marseille im Einklang mit Allah baden dürfen. So will es der islamische Kultur- und Sportverein für Frauen und Kinder Smile13, der für diesen Tag den sogenannten Speed Water Park angemietet hat. Frauen, die nicht in einteiligen Ganzkörperschwimmanzügen, sogenannten Burkinis und Badehijabs, erscheinen, bleibt der Eintritt an diesem Tag verwehrt. Für männliche Gäste ist der Laden dann ohnehin tabu. Nur das Aufsichtspersonal darf noch aus Frauen und Männern bestehen. Marseille hat eine muslimische Population von 25 Prozent.

Viele Anwohner reagierten erbost auf die Ankündigung. Lokalpolitiker sind bemüht, den Plan einzustampfen. Es sei unmöglich die Veranstaltung „in diesem Kontext“ zuzulassen, erklärte Stadtrat Romain Amaro. Der Bürgermeister von Marseille, Stéphane Ravier vom Front Nationale, sagte dem Figaro, er sei „schockiert, aber nicht überrascht“. Wer in Marseille lebe, sehe „dass es einen Durchbruch des islamischen Fundamentalismus“ gebe. Das Schwimmbad sei zwar ein Privatbetrieb, den jedermann anmieten dürfe. Der Betreiber solle den Vertrag jedoch stornieren, um die Spaltung der Gemeinschaft nicht zu befördern, so Ravier. Dies sei nicht nur ein Geschäftsvertrag, sondern ein höchst symbolisches Abkommen. (1)

Derweil gibt es in einem öffentlichen Schwimmbad im britischen Luton fortan Schwimmzeiten nur für Männer. Werbeposter, die auf die Umstellung aufmerksam machen, weisen streng darauf hin, in dieser Zeit den Bereich zwischen Bauchnabel und Knie bedeckt zu halten. (2)

In Deutschland gibt es zahlreiche Bäder, die Schwimmzeiten für Frauen eingeführt haben. Im Juni reichte die SPD-Frankfurt einen Antrag in den Ortsbeirat ein, der das Männerverbot in Schwimmbädern ausweiten sollte. Zuvor habe die Kommunale Ausländervertretung Frankfurt geklagt, das Angebot reiche „nicht mehr aus, den Bedarf der in Frankfurt lebenden Frauen abzudecken, ohne Beisein des männlichen Geschlechtes zu schwimmen“. (3) Der nächste Forderung wird die verpflichtende Badeburka für alle Frauen sein – das ist so sicher wie einst das Amen in der Kirche.

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(1) http://www.lefigaro.fr/actualite-france/2016/08/03/01016-20160803ARTFIG00253-marseille-la-privatisation-d-un-parc-aquatique-jugee-communautariste-par-des-elus.php
(2) http://www.express.co.uk/news/uk/696225/Woman-banned-men-only-swimming-pool-sessions-cultural-reasons
(3) http://www.focus.de/politik/deutschland/antrag-in-frankfurt-schwimm-zeiten-nur-fuer-frauen-spd-will-hallenbad-fuer-maenner-sperren_id_5645715.html

Über den Autor

Jürgen Elsässer

Jürgen Elsässer, Jahrgang 1957, arbeitete seit Mitte der neunziger Jahre vorwiegend für linke Medien wie Junge Welt, Konkret, Freitag, Neues Deutschland. Nachdem dort das Meinungsklima immer restriktiver wurde, ging er unabhängige Wege. Heute ist er Chefredakteur von COMPACT-Magazin. Alle Onlineartikel des Autors

 

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