Gewaltmusik und Frauenhass, kostümiert als Kampf gegen Rechts: Beim Chemnitzer Antifa-Konzert #wirsindmehr feierte das neue Bündnis aus Rap und Mob eine Party auf dem Grab des ermordeten Daniel Hillig. Der Bundespräsident hatte mit eingeladen, die Medien waren begeistert.

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    _ von Federico Bischoff

    In einer besseren Zukunft wird man einst den Videomitschnitt dieses Abends mit ungläubigem Entsetzen anschauen – so wie wir Heutigen die krächzenden Filmaufnahmen mit dem Reichspropagandaminister aus dem Sportpalast. Am 3. September 2018 hatte die vereinigte Linke mit Unterstützung der gleichgeschalteten Medien und des Bundespräsidenten zum Gratiskonzert #wirsindmehr nach Chemnitz eingeladen.

    Kostenlos aus der ganzen Republik vom Transportunternehmen Flixbus und dem Mitfahrdienst Blablacar herangekarrt und mit Freigetränken verköstigt, versammelten sich angeblich 65.000 Fans und zelebrierten ein «Event» – so nennt man das heute –, an dem Gustave Le Bon seine wahre Freude gehabt hätte. Der Franzose hatte in seinem Buch Psychologie der Massen schon 1895 den emotionalen Aggregatzustand größerer Menschensammlungen untersucht.

    Er vertrat die Auffassung, dass der Einzelne, auch der Angehörige einer Hochkultur, unter bestimmten Umständen in einer Menge seine Zurückhaltung, seine guten Manieren, ja jede Form von Zivilisiertheit verliert und Teil einer geifernden Meute wird. Diese bösartige Mutation konnte an jenem Septemberabend live besichtigt werden.

    Es begann mit einer Lüge

    In Stimmung gebracht mit antifaschistischen Parolen, ließ das Publikum zunächst einführende Reden über sich ergehen. «Wir geben keinen Platz hier für Menschenjagden», gab die Moderatorin gleich zu Beginn das von Angela Merkel geprägte Stichwort. Zur Schweigeminute lud sie mit folgenden Worten ein: «Lasst uns für einen Moment gemeinsam an Daniel Hillig erinnern, dem sein Leben genommen wurde. Wir alle wollen leben ohne Angst und ohne Hass. Und deswegen lasst uns auch an die Menschen erinnern, die Opfer von rechter Gewalt und Hass in diesem Land geworden sind.»

    Kein Wort davon, dass der Deutsch-Kubaner mutmaßlich von Asylbewerbern erstochen wurde, kein Wort vom Islam und seiner tatsächlich faschistischen Potenz – stattdessen die Schuldzuweisung an den allgegenwärtigen Hauptfeind der Linken. Ein Höhepunkt der vierstündigen Veranstaltung war der Auftritt der Rap-Gruppe K.I.Z, die unter anderem mit ihrem Album Sexismus gegen Rechts berühmt geworden ist. Linke und Grüne, die seit Wochen mit der #MeToo-Kampagne angebliches oder tatsächliches übergriffiges Männerverhalten gegenüber Frauen dramatisieren, hatten mit dem Auftritt dieser Hassband keinerlei Probleme.

    Ekstatische Massen beim Auftritt
    von Kraftklub. Beim #wirsindmehr-
    Konzert gab‘s auch – ganz
    antikapitalistisch – Freigetränke
    vom Coca-Cola-Konzern. Foto: picture
    alliance/dpa

    In ihrem Song mit dem Titel – man entschuldige die Wortwahl, aber zu dokumentarischen Zwecken ist es unumgänglich – «Ringelpiez mit Anschxxxen» heißt es: «Baby, ich fick in dein xxxloch / bis mein Herz in Deinem Darm pocht / oh mein Gott, ist das romantisch / ich spür’ Deine Bandscheibe, Baby, ich fxxx in Dein Fett, bis Du vor Geilheit in mein Bett pxxxst.»

    In Chemnitz gaben sie ihr Ekel-Lied «Ein Affe und ein Pferd» zum Besten, in dem neben Brutalo-Fantasien gegen Eva Herman und Thilo Sarrazin auch die Zeilen «…trete Deiner Frau in den Bauch, fresse die Fehlgeburt» und «Ich ramm’ die Messerklinge in die Journalistenfresse” zu finden sind. Einen Steinwurf von der Stelle, an der Daniel Hillig gemessert wurde, eine Eloge auf das Tatwerkzeug zu rappen, und das bei einem Konzert unter dem Motto «Herz statt Hetze» – dazu gehört schon ein großes Ausmaß an menschlicher Verkommenheit.

    Am allerschlimmsten aber war die Reaktion der Zuhörer: Verzückung in den Augen, Ekstase im leeren Blick sangen viele Tausende die Zeilen auswendig mit. Gerade junge Frauen schienen wie hypnotisiert bei Versen, die ihre eigene Zerstörung feierten: «Ist eine Frau nicht nackt, dann beschmeiß ich sie mit Scheine // Macht sie sich dann nackt, dann beschmeiß ich sie mit Steine.» Wollt Ihr wirklich den totalen Krieg, dieses Mal gegen Euch selbst?

    Die Medien verschwiegen – mit einer Ausnahme, die Inhalte dieses Auftritts. Stattdessen lobhudelte etwa Die Zeit: «Keine Gewalt, dafür viel Bass: Auf dem #wirsindmehr-Konzert lässt sich leicht vergessen, warum man hier ist. (…) Nun stehen hier hüpfende Teenies neben Großstadt-Hipstern neben Antifa-Vertretern, schmusende Akademikerpaare um die Fünfzig neben jungen Familien mit Kleinkindern. Dazwischen ein paar Rentner und Rentnerinnen.» Die reine Idylle

    (…)

    Hassmedien, COMPACT-Magazin, Oktober 2018

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