FDP-Politiker fordert eine Agenda 2010 für ganz Europa

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Der FDP-Wirtschaftsminister von Rheinland-Pfalz fordert von Griechenland mehr Reformanstrengungen und empfiehlt eine Agenda 2010 für ganz Europa. Hauptsache Wirtschaftswachstum. Die Armut der Bürger interessiert dabei nicht.

Man hatte die FDP schon für tot erklärt. Vom Wert ihrer Politik her ist diese Totsagung auch berechtigt. Dennoch hat sie bei den jüngsten Landtagswahlen wieder zugelegt. Es gibt Gründe, ihr Comeback in den Bundestag zu fürchten. Was eine schwarz-gelbe Koalition bedeuten würde, davon gibt ein Interview des Deutschlandfunks mit Volker Wissing, FDP-Wirtschaftsminister in Rheinland-Pfalz, einen ersten Eindruck.

Erst kürzlich hatte der IWF vermutet, dass Griechenlands Schuldenlast nicht tragfähig sei, in Luxemburg wurden neue Hilfszahlungen beschlossen. Wissing gibt dem Land – wie Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble auch – offenbar eine Chance, aber nur, wenn dessen Regierung den Reformkurs härter fahre. Reform heißt im neoliberalen Sprech: Privatisierung, Kürzungen im sozialen Bereich, eine Entsolidarisierung der Gesellschaft.

Wissing: „Ich halte es für dringend erforderlich, dass Griechenland bei den Reformforderungen keine Nachlässe gegeben werden. Griechenland muss maximale Reformanstrengungen zeigen, und zwar nicht nur Reformen auf dem Papier beschließen, sondern sie auch konkret umsetzen.“ (1)

Die Interviewerin wies darauf hin, dass Griechenland diese Sparmaßnahmen doch schon umsetze und es vielen Bürgern deshalb schlecht gehe. Darauf erhält sie die Antwort: „Den Menschen geht es schlecht aufgrund der hohen Schulden in Griechenland, aufgrund verfehlter Politik der vergangenen Jahre, nicht aufgrund der Reformen. Die Reformen sind die Voraussetzung dafür, dass es den Menschen wieder bessergehen kann.“

Nein, den Menschen geht es schlecht, weil die Politik die Rückzahlung von Bankschulden für wichtiger erachtet als das Wohlergehen von Menschen. Weil man Menschen lieber hungern lässt oder ihnen die medizinische Versorgung verweigert, als den Banken die Zocker-Knete vorzuenthalten. Die Tilgung von Bankschulden ist der höchste Wert in neoliberaler Politik – weshalb sie auf den Müll gehört.

Wissing jedenfalls verschreibt ganz Europa eine Agenda 2010, die „würde Europa aus der Krise führen“. Auf den Einwand, dass diese Agenda in Deutschland einen Billiglohnsektor geschaffen hätte, redet sich Wissing raus: „Das ist nicht der Agenda 2010 anzulasten. Das hat andere Gründe. Was die Agenda 2010 geschafft hat, ist jedenfalls, einen richtigen Wachstumsschub in Deutschland auszulösen. Die Wettbewerbsfähigkeit, um die wir heute beneidet werden, die manche zu Unrecht als Problem ansehen, ist die Folge einer konsequent marktwirtschaftlichen Sozialpolitik.“ Hauptsache Wachstum und Wettbewerb. Die jämmerlichen Löhne und deren Empfänger interessieren nicht.

Preisfrage: Ob Merkel im Falle einer schwarz-gelben Koalition dafür zu haben ist?

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(1) http://www.deutschlandfunk.de/eu-wirtschaftspolitik-in-europa-wird-zu-wenig-ueber.694.de.html?dram:article_id=388843

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32 Kommentare

  1. brokendriver am

    Schade, daß man die FDP nicht wie Fake-News in Deutschland löschen kann….

  2. brokendriver am

    FDP-Politiker fordert eine Agenda 2010 für ganz Europa.

    Diese alte runter gewohnte KAPITALISTEN-Partei hat nichts mehr
    zu suchen im Systemparteien-Reigen dieses untergehenden
    Deutschlands….

    Porsche fahrende FDP-Christian-Lindners haben niXXX mit dem
    deutschen Volk zu tun..

    Sie blenden, blasen Sprüche und sind wieder geil auf Bundestagsdiäten
    im September 2017..

    natürlich vom Steuerzahler alimentiert….

  3. Andreas Walter am

    Korrektur in eigner Sache:

    An mehreren Stellen hier bei COMPACT habe ich in den letzten Tagen in ein paar wenigen Kommentaren für die deutsche Gesamtwirtschaftsleistung die falsche Zahl 2 Billionen Euro genannt. Die liegt heute bei etwa 3 Billionen Euro.

    Alles andere jedoch, Herkunft des Geldes (etwa 50%, also die Hälfte heute aus dem Export) und Verteilung (auch etwa 50%, die Hälfte, geht an den deutschen Staat zur Verteilung über die Steuern) ist jedoch richtig.

    Bei 2 Billionen lag das GDP noch um das Jahr 2000, und diese Zahl geisterte wohl noch durch mein Hirn.

    Der Staatsschuldenstand aller Deutschen hat sich in der Zeit allerdings auch um 10% erhöht und liegt heute bei etwa 70% (60% noch im Jahr 2000). 70% von 3 Billionen sind 2,1 Billionen (60% von 2 sind 1,2 Billionen).

    Das sind nur die groben, grossen Zahlen zum "sich merken", um die groben Dimensionen zu erkennen. Die Staatsschulden der VSA liegen zum Beispiel bei fast 20 Billionen Dollar, also fast 18 Billionen Euro. Das Land hat aber nur 4 mal so viele Einwohner wie Deutschland. Pro Bürger betrachtet ist die Staatsverschuldung der VSA also über doppelt so hoch wie die Deutsche, was auch mit dem unglaublich hohen Militärbudget der VSA zu tun hat (bisher um die 600 und in Zukunft 650 Milliarden Dollar jedes Jahr).

    Wir gehören zu den 99% kann man also auch international betrachten wenn es um militärische Macht geht die einzig und allein dazu dient, den "american way of life" mit Gewalt auf der ganzen Welt durchzuboxen, anderen aufzuzwingen. Mit so einem Militärapparat braucht man in vielen Fällen gar nicht mal mehr Krieg zu führen oder ein Land zu besetzen, sondern es genügt schon allein damit zu drohen, oder auch nur das Wissen um dieses Gewaltpotenzial. Die VSA daher im internationalen Kontext als Demokratie zu bezeichnen ist ebenso absurd wie zu behaupten, in Deutschland gäbe es keine Zensur, politische Gefangene und Schauprozesse.

    Ganz im Gegenteil. Es ist alles sogar noch viel schlimmer, als das 90% auch der deutschen Bevölkerung bewusst ist. Eben weil auch sie tagein tagaus manipuliert wird, nicht übrigens nur über die traditionellen Medien. Auch im und um das Internet tobt dieser Krieg und spiegelt auch dort zu 100% die Verhältnisse der "realen" Welt. Das Internet ist die grösste Manipulationsmaschine aller Zeiten. Darum gewähren die Macher auch gewisse Freiheiten, weil die so oder so irrelevant sind. Sie dienen sogar als hervorragendes Alibi, um die wahren Absichten und die für die meisten unsichtbaren Möglichkeiten des Spinnennetz zu verschleiern.

    • Florian Geyer am

      Wobei dem BIP auch "Leistungen" zugerechnet werden, die nicht ix Bereich der Realwirtschaft liegen.
      Und bei den Schulden keine Bürgschaften und platzende Kredite eingerechnet sind.

      Es ist also alles noch weit schlimmer!
      Tatsächlich sind die Schulden eher dreimal so hoch, plus die Privatverschuldung für Firlefanz aller Art, die der Dodo so vor sich herschiebt.

  4. Carla Christiansen am

    Die nutzloseste Partei der Besserverdienenden FDP kriecht aus der Versenkung, um erneut in derselben zu verschwinden. Mehr ist dazu nicht zu sagen!"

    • Florian Geyer am

      Nein, Gierchenland bekommt das Geld DER DEUTSCHEN, damit es die Banken bezahlen kann, rein zufällig überwiegend ferengibanken.

  5. Harald Kaufmann am

    Wenn ich an FDP denke, fällt mir nur eoin einziges Wort ein: es ist eine PARTEI DER SCHAMLOSEN AUSBEUTER.

    Ich habe diese Partei früher nie gewählt und werde diese auch künftig niemals wählen. Diesen unrasierten Lindner mochte ich noch nie.

    Seitdem er die Meinung vor Jahren vertrat, Rentner bräuchten keine Hüftgelenkinplantate, für die paar Jahre die sie noch leben und daher lohne diese sich aus Kostengründen nicht.

    Das klingelt mir heute noch in den Ohren.

    Und wer heute noch vom normalen Volke dem Irrsinn verfällt, CDU und FDP zu wählen, dem unterstelle ich einen gewaltigen Dachschaden.

    Weil SPD nun leider auch zu diesem Club der Ausbeuter zählt, deshalb wähle ich diese Partei seit Schröder und Müntefering längst nicht mehr.

    Auch da ist Hopfen und Malz verloren

  6. Volker Spielmann am

    Die Finanzheuschrecken verüben ein doppeltes Bubenstück

    Zweierlei Bubenstücke verüben die Finanzheuschrecken beim vermaledeiten Spielgeld Euro: Einmal bringen sie uns Deutsche um unsere Ersparnisse und entwerten unsere Einkommen (einschließlich der Renten und Pensionen), mittels einer beständigen Geldentwertung. Und dann hetzen sie die übrigen europäischen Völker gegen uns Deutsche auf, indem sie ihnen einreden, daß wir Deutschen an ihrem wirtschaftlichen Elend schuld seien. Was in dem grotesken Märchen, daß ausgerechnet wir Deutschen die Nutznießer des vermaledeiten Spielgeldes Euro seien, gipfelt. Weil wir Deutschen angeblich unsre Löhne so niedrig halten würden, um die europäische Konkurrenz unterbieten zu (weshalb sich die Italiener den teuren Fiat nicht leisten können und stattdessen den billigen Audi kaufen müssen). Und obendrein sollen wir Deutschen auch noch für die liberalen Roßkuren verantwortlich sein, die die Finanzheuschrecken den bankrotten Ländern verordnen. Die Wiedereinführung der deutschen Mark ist daher unabdingbar.

    Im Übrigen bin ich dafür, daß der des Euro zerstört werden muß!

    • Harald Kaufmann am

      "Im Übrigen bin ich dafür, daß der des Euro zerstört werden muß!".

      Muss er nicht, denn der Euro ist schon längst zerstört.

      Er wird nur noch künstlich am Leben erhalten. Früher oder später werden wieder nationale Währungen eingeführt. Es liegt nur an unseren Politikern, worunter sich auch ein paar Schnapsnasen befinden.

      Diese Brut muss man endlich einmal abwählen.

      Dafür ist keine Gewalt oder ein Bürgerkrieg sowie soziale Unruhen nötig. Eine Abwahl ginge noch friedlich, sofern diese nicht manipuliert und gefälscht wird.

      Die Frage stellt sich nur, wie lange noch, bis es zu einer echten Fusion der Blockparteien und zu einer "EINHEITSPARTEI" ähnlich wie SED kommt?

      Es liegt schlicht und einfach am Bürger der zur Wahlurne geht, selbst.

      Aber wenn man den Umfragen Glauben schenken will, sieht die deutsche Zukunft durch eine Wiederwahl Merkels und ihren Konsorten doch recht düster aus.

      Die Frage die ich mir immer wieder stelle, ist was macht die Merkel eigentlich so atraktiv? Vom normalen Empfinden eines Menschen, müsste diese Frau ein Schreckmittel sein.

      Weshalb wählt man immer wieder diese Frau, die nichts als Unheil über unser Volk bringt?

      • Da bin ich zu 100% bei Ihnen. Aber, wenn Sekunden nach dem schließen der Wahllokale das Ergebnis, bis auf wenige Zehntel genau, über den Sender geht stellt sich die Frage nach Attraktivität der Raute im Wams für mich nicht mehr. Denn von Erich lernen heist fälschen lernen. Das "Wahl"-Ergebnis der kommenden "Wahl" steht schon fest. Alles ansere wäre zu gefählich für all die Kriegsgewinnler und sonstig übrigen Nichtsnutze.

  7. FDP
    ————-

    wenn ich die ganzen angeblichen Fortschritte lese die da ausgesagt werden, frage ich mich in welchem Land die tollen Politiker von der FDP eigentlich Leben….
    Die haben sie doch nicht alle.
    FDP braucht kein Mensch…………….

  8. Kein ein bisschen von der Versenkung aufgestiegen mit der Nase ueber Wasser schon wieder groessenwahnsinnig und machtbesessen…. CDU Marionetten….

  9. Gerne wird den Griechen nachgesagt, dass ihre Situation mit Faulheit und/oder Korruption zu tun hätte.
    Sicherlich ist diese Aussage nicht ganz falsch. Die Griechen haben in der Regel weniger gearbeitet als der Deutsche, der "Herztabletten einnimmt und weiterarbeitet". Und ja, eine gewisse Korruption ist nicht von der Hand zu weisen. Aber sind dieses die Gründe, warum Griechenland und andere Staaten derartig hinterher hinken?
    Nein. Das Problem Griechenlands ist darin begründet, dass deren Produktion im Gegensatz zu den Produkten der Industriestaaten, eine höhere Oxidation aufweisen. Schlussendlich kann man Industriegüter auch Jahre später noch verkaufen, während das Glas mit Oliven irgendwann einmal vergammelt ist (einfach gesprochen). Die unterschiedliche Zusammensetzung dieser Warenkörbe führt dazu, dass die Geldmengen unterschiedlich mit Waren unterlegt sind. Eine Abfederung durch einen Wechselkurs, aufgrund trennender Währungen findet durch den Euro nicht mehr statt. Dabei wissen alte Ökonomen doch um diese Problematik, wurde in Deutschland doch der Länderfinanzausgleich geschaffen, um dieser binnenländischen Problematik zu begegnen. Denn auch Deutschland mit der DM hatte hier schon Probleme mit regionalen unterschiedlichen Warenkörben. Dieses ist nun einmal die Natur der Sache. Vielen ist dieser Prozess gar nicht bekannt, haben die meisten doch gar keine Vorstellung was Geld eigentlich ist und wie dieses in Wechselwirkung zu den Waren steht. Viele sehen nur das Geld und verstehen nicht, dass diese numerisch aufgeprägte oder aufgedruckte Zahl auf den Geldmünzen und Geldscheinen doch gar nichts aussagt. Dabei reden wir doch laufend von Geldscheinen, also dem Schein von Geld. Nur Waren haben einen realen Wert.
    Zahlungen an Griechland und andere Länder, im Rahmen eines europäischen Länderfinanzausgleich, sind mit der Beibehaltung des Euros eine ökonomische Gewissheit. Im Gegensatz zum deutschen binnländischen Finanzausgleiches, wird dieser auf europäischer Ebene aber nur als Kredit vergeben. Dabei ist es aber nicht die Schuld der Griechen, dass ihre Warenkorb so ist wie er ist. Schlussendlich haben die griechischen Produkte ihre Berechtigung. Ich will jedenfalls nicht auf griechische Oliven verzichten.

    • Harald Kaufmann am

      Lieber DINGO,

      Man sollt arbeiten um zu leben und nicht leben für die Arbeit.

      Die Mentalität der Mittelmeervölker ist eine ganz andere als die der Nordeuropäer insbesondere der Deutschen. Die verstehen es besser als die Deutschen auch zu leben.

      Ich für meinen Teil zog immer die erste Version vor, ich arbeitete um zu leben.

      Meine Lebensqualität war daher immer sehr gut und nicht vergleichbar mit jenen Menschen, die sogar auf dem Lokus vom Firmenbos durch Handyanrufe belästigt werden.

      Und noch etwas, wenn ich als Arbeitnehmer ernsthaft erkrankt bin, so holte ich mir den gelben Schein vom Arzt und schleppte meine Krankheit nicht vor mir her, wie es die meisten Menschen hier zu Lande tun.

      Da muss man schon einen richtigen Appel in der Birne haben.

      Übrigens, früher habe ich mit sehr vielen Griechen gearbeitet und hatte niemals den Eindruck, dass sie faul gewesen wären. Ihr Urteil über Griechen werte ich daher als ein Vorurteil.

    • Florian Geyer am

      Daß Gierchenland einmal Schiffbauer Nr 1 weltweit war ist bekannt?
      Haben sie verzockt!
      War ja auch nicht weiter nötig am Ball zu bleiben, denn das Geld kam ja aus der BRD via Brüssel.

  10. "Die Tilgung von Bankschulden ist der höchste Wert in neoliberaler Politik – weshalb sie auf den Müll gehört." ~~~ Auf den Punkt gebracht, danke!

    Wenn Herr Wissing aber meint, er könne mit einer Übertragung der Agenda 2010 dafür sorgen, dass nun die EU insgesamt mehr Waren in die Nicht-EU exportieren kann als von dort zu importieren, dann hat er nicht erkannt, welche Rolle die EU und die gemeinsame Währung beim Deutschen "Erfolgsmodell" gespielt hat: Das würden sich China und die USA bestimmt nicht auf Dauer gefallen lassen und mit Schutzmaßnahmen reagieren (Abwertung der eigenen Währung gegenüber dem Euro, Schutzzölle, etc.).
    Aber vielleicht geht es den Neoliberalen ja einfach nur darum, die Arbeiterschaft insgesamt zu schwächen und deren politisches Gewicht komplett zu zerstören, d.h. Ausschalten der Arbeitnehmer als politischer Faktor.

    • Vor einigen Jahren hatten die Isländer das gleiche Problem! Dann hat man in Island gesagt, warum sollen nachfolgende Generationen den unverschämten Zinsforderungen der Banken nachkommen? Man hat die Banken enteignet und die "Bankster" weggesperrt! Wenn ich mich richtig erinnere, haben England und andere Staaten dagegen protestiert, aber das war es dann!
      Wenn es so geblieben ist, dann ist Island heute noch schuldenfrei.

  11. Graf von Stauffenberg am

    Macron und auch einige deutsche Politiker (auch von der FDP) glauben an die "Vereinigten Staaten von Europa" nach dem Vorbild der Vereinigten Staaten von Amerika. Dazu sollte man sich die Entstehungsgeschichte der USA genauer ansehen. Die war nämlich sehr blutig. Beim Amerikanischen Bürgerkrieg wurden im damals sehr dünn besiedelten Amerika etwa 500.000 Separatisten abgeschlachtet. Dadurch erreichten die Yankees die Mehrheit. Übertragen auf das viel inhomogenere und größere Europa mit seinen vielen Sprachen und Kulturen würde das bedeuten, dass man theoretisch etwa 200.000.000 Einheitsgegner vertreiben (aber wohin?) oder vernichten müsste.

    Deshalb behaupte ich: Die Vereinigten Staaten von Europa zu fordern, ist menschenverachtender als alle Weltkriege zusammen!

    • Jakob Wahr am

      Genau darauf wird es aber früher oder später hinauslaufen. Wer sich in den letzten Tagen nochmal die vielen Berichte über Helmut Kohl angeschaut hat, der müsste verstanden haben, dass es kein zurück mehr gibt. Helmut Kohl hat einen sehr hohen Preis für die deutsche Wiedervereinnahmung gezahlt, er hat den Alliierten zugesagt, deutsches Hoheitsrecht an die europäische Union abzutreten und hat dies auch vollzogen. Ohne diese Verscherbelung Deutschlands hätten die Alliierten niemals ihre Zustimmung gegeben (wäre auch besser so gewesen).
      Ein Zurück würde also bedeuten, Deutschland wieder zu trennen (was ich befürworten würde) oder einen dritten Weltkrieg auszulösen, welcher einzig und allein aus der Angst vor einem, in den Augen unserer Bezwinger, wieder zu stark gewordenen Deutschlands entstehen würde.
      Ein unabhängiges Deutschland, losgelöst aus dem Zwang der EU wäre in den Augen der Briten, der Franzosen und der Amis eine zu große Bedrohung.

  12. Wenn Macron-Plastique oder gar f.d.p.-Wissing meinen,
    die Franzosen ließen sich z. B. mit den Segnungen von Hartz4
    beglücken, haben sie sich schon ziemlich geschnitten.
    DIE es wissen nämlich, sich zu wehren:
    sicher eher milde mit heftigem Jauchespritzen
    direkt auf die Verantwortlichen
    oder gnaden- und endlosen Autobahn-Blockaden
    aber auch mit Guillotine-Erfahrung

  13. Graf von Stauffenberg am

    Der Euro-Raum ist ein 19-Personen-Tandem, auf dem ein paar gut trainierte Sportler sitzen (Deutschland, Österreich, Luxemburg, NL) einige Freizeitsportler und ein paar altersschwache Rentner (Griechenland, Italien, Portugal). Das funktioniert nicht: Die Sportler schimpfen über die lahmen Bremser und die Greise stehen vor dem Herzinfarkt. Die Lösung ist ein buntes Europa bezüglich der Währungen, also Landeswährungen mit individuellen Inflationsraten. Das kann jeder Ökonom bestätigen. Die Einheitswährung ist definitiv gescheitert. Jedes Festhalten verzögert und vergrößert den finanziellen Kollaps.

    Theoretisch hat der FDP-Politiker Recht: wäre der Euro-Raum bezüglich seiner Wirtschaftskraft homogen, so wäre eine Agenda überfällig, um die rapide wachsenden Schulden zu stoppen.

  14. Alles was Deutschland produziert, mus auch jemand kaufen und weil Deutschland Nettoexporteur ist, sind es logischerweise Diejenigen, die sich für das Handelsbilanzdefizit am höchsten zu verschulden bereits sind. Das sind u. a. die Griechen.
    Die Agenta 2010 war, solange der Schuldenberg nicht abgetragen ist, also gar kein Reformprogramm zugunsten Deutschlands. Die Deutschen hatten davon jedenfalls nichts, denn sie haben seitdem nur mehr für Andere als sich selbst gearbeitet. Vielmehr war es ein Bereicherungstrick der Schuldner, denn die lebten dadurch über ihre Verhältnisse und niemand macht Schulden zum eigenen Nachteil. Mit der Agenda 2010 haben Deutschlands Politiker die Deutschen lediglich an die Schuldner versklavt, so wie Despoten sich gegenseitig ihre Soldaten zuschieben, um sie zur Wahrung ihrer Herrlichkeit nicht selbst verheizen zu müssen, Leiharbeit auf höchster Ebene.
    Von einer europaweiten Agenda würden daher auch nur wieder die Schulner und Menschenhändler profitieren. Weil aber die Arbeitsneurotiker lieber Anderen Zucker in den Arsch blasen, als es sich selbst einzurichten, wird sie wohl nicht zu vermeiden sein.

  15. Björn Klein am

    Keiner der etablierten Politiker traut sich die Wurzel des Übels, das Schuldgeldsystem, anzusprechen. Leider wird das in der AfD auch nur sehr zaghaft angegangen.

  16. Herbert Weiss am

    Ich kann mich noch gut an die Warnungen erinnern, den kranken Mann an der Ägäis an der Währungsunion zu beteiligen. Ich kann mich aber nicht erinnern, dass irgendjemand in den Folgejahren Griechenland – oder genauer formuliert – seine abwechselnd unter ND- und Pasok-Label amtierenden Regierungen zu ernsthaften Reformen und zu einer Konsolidierung des Haushalts aufgefordert hätte. Bis es krachte. Und dann hieß es: "Die Griechen haben uns getäuscht!" Nein. die EU-Partner wollten sich täuschen lassen. Eben auch, um ihre eigene Lotterwirtschaft ungestört fortführen zu können. Wahlgeschenke auf Pump, um das Stimmvieh bei Laune zu halten.

    Wer noch einigermaßen rechnen kann, muss zu dem Schluss kommen, dass Griechenland diese enorme Schuldenlast niemals aus eigener Kraft bewältigen kann. Das Land wird vielmehr weiter im Elend versinken und zu einem Stück Dritte Welt unter der Fahne der EU werden. Massenentlassungen bei Polizei, Bildungs- und Gesundheitswesen können diesen Vorgang nur noch beschleunigen. Das staatliche Tafelsilber wird an die Schnäppchenjäger verscherbelt.

    Das Konzept der Sozialen Marktwirtschaft wurde einst entwickelt, um dem kommunistischen Umbruch in Osteuropa eine bessere Alternative entgegensetzen zu können. Nach dem Zusammenbruch der lästigen Konkurrenz jenseits des Eisernen Vorhanges meinte man, dies nicht mehr zu benötigen. Und der wohltuenden Macht des freien, ungehemmten Marktes freien Lauf lassen zu können.

  17. Die FDP profitiert von enttäuschten bürgerlichen Wählern, die nicht mehr CDU wählen wollen. Diese Klientel würde vermutlich AfD wählen, wenn gewisse Persönlichkeiten nicht mit schöner Regelmäßigkeit auf dem Markplatz "dummes Zeug" erzählen würden.

    • Florian Geyer am

      die sollen ruhig weiter FDP und Erika wählen, denn das "Dumme Zeug" bewahrheitet sich täglich neu.
      Wir brauchen keine CSU 2.0

  18. Gut analysiert. Linksalternative wie z. B. Prof. Dr. Mausfeld hält über die Tiefenindoktrination des Neoliberalismus in Gänze anschauliche Vorträge und der Linksetablierte Ökonöm Heiner Flaßbeck mahnt seit Jahren, dass diese neoliberale Kaputtsparpolitik die Arbeitnehmern und Rentnern immer mehr die Einnahmebasis zerstört, genau zu den fatalen Ergebnissen führt wie z. B. in Griechenland.

    Aus der katastropahlen Austeritätspolitik des konservativen Reichskanzlers Brüning wurde nichts gelernt.
    Unions und FDP-Politiker haben das neoliberale Mantra so verinnerlicht, dass sie nicht mehr logisch denken
    können/wollen und der wohlstandsverblödete Deutsche will anscheinend genau dieses Mantra verwirklicht
    sehen. Im Chaos der Merkel-Republik wundert das wenig. Der Wahnsinn hat Methode, vor allem seit September 2015 in Deutschland und der EU.

    FDP-Wissing ist gewiss kein Volksvertreter mit seiner idiotischen und pathologischen Ignoranz.
    Er ist ein typischer Vertreter der neoliberalen Sekte die auf Wachtumswahn und Profit auf Teufel komm raus setzt, ohne Rücksicht auf Verluste (in Umwelt und Sozialsystem) und die jeglichem gesunden Menschenverstand widerspricht. Eine abscheuliche Politikerspezies.

    Für sogenannte etablierte Journalisten die ihr Hirn und ihre Herz längst ausgeschaltet haben, läuft das hier alles unter "Verschwörerszene".

  19. SPD = Sie plündern Deutschland
    FDP = Für die Plünderer
    CDU = Club der Unsozialen

    Haut alle ab…

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