In einem neuen FAZ-Format erklärt Österreichs Autorin Stefanie Sargnagel die FPÖ-Politiker zur Kreuzung zwischen Mensch und Schwein. Außerdem verwechselt sie die Zeit mit rechtskonservativen Publikationen. Eine Botschaft aus der Blase.

    Stefanie Sargnagel (32, eigentlich: Sprengnagel) ist eine österreichische Schriftstellerin. Und wie die meisten Autoren und Künstler dieses Landes hat sie ein Problem mit ihrer Heimat. Vor allem jetzt, wo dort eine „rechte Regierung“ herrscht. Okay, die muss Frau Sargnagel nicht mögen, Aversion ist ein demokratisches Recht. Allerdings führt diese Apathie bei ihr direkt in den Rassismus.

    Und dem bietet das Frankfurter Allgemeine Quarterly, das neue Magazin der F.A.Z., doch gerne ein Forum. Unter der Überschrift „In Österreich regieren die Rechten – und die Künstlerinnen wehren sich“ darf Frau Sargnagel im neulinken Stil gegen ihre Landsleute wüten:

    „Österreich war immer schon ein außergewöhnlich chauvinistisches Bauerndorf, die meisten Männer in meiner Familie wählen FPÖ, in den politischen Machtpositionen sitzen, seit ich denken kann, untersetzte, stämmige Hinterwäldler, eine Mischung aus Bayer, Slawe und Schwein.“ Hatespeech pur.

    Dass die Autorin die bayerische Bevölkerung kollektiv abwertet, dürfte in der allgemeinen Selbsthass-Kultur kaum auffallen. Die Hinzufügung der Slawen erinnert Geschichtskundige an den Nationalsozialismus, für den sie als „Untermenschen“ galten. Als wäre das nicht Rassismus genug, werden beide Menschengruppen auch noch mit Schweinen gekreuzt. Fertig ist der „Tiermensch”.

    Und weshalb diese Entmenschlichung? Weil sie konservative Politik betreiben. Deshalb dürfen sie nicht mehr als Artgenossen durchgehen. Freilich hat die Autorin mit diesen „Untermenschen” wenig Kontakt. Vorsicht, Widerlegungsgefahr. Stattdessen zieht Frau Sargnagel die Echo-Kammer vor: „Mein Alltag spielte sich immer in einer widerständigen Subkultur ab, auch wenn ich schon lange vor ,Filterblasen’-Diskussionen die Homogenität linker Szenen auf Dauer langweilig fand. Mein Umfeld ist schwul, lesbisch, arbeitslos, depressiv, exzentrisch, tagträumerisch und feministisch. Viele funktionieren nicht richtig und beziehen Mindestsicherung.“

    Und weiß Frau Sargnagel auch, wer die Mindestabsicherung für ihre Freunde regelt beziehungsweise bezahlt? Richtig, auch die bayerisch-slawischen „Schweinemenschen“.

    Daraus folgt aber: So schlimm und intolerant können diese grunzenden Humanoiden und deren Politik doch nicht sein, wenn sie Mitbürger, die einen konträren Lebensstil zelebrieren, dennoch – durch staatliche Absicherung – finanzieren. Oder haben diese Halb-Schweine je versucht, das Recht auf Mindestabsicherung für Frau Sargnagels Freunde abzuschaffen?

    COMPACT-Magazin im Juni 2018

    Frau Sargnagel jedenfalls glaubt sich von Rechtskonservativen und ihren Medien gejagt. Nicht nur wegen einer Fake-Meldung, die ihr reichlich Hass einbrachte. Nein, sogar ihr Körper werde „von Rechtskonservativen und Bürgerlichen als widerständiges Handeln interpretiert”. Von wem genau? Antwort: „Etablierte Feuilletons wie die Zeit schrieben darüber, wie außergewöhnlich es wäre, dass ich als Buchautorin mich trauen würde, einen Körper jenseits der Norm (ich habe Kleidergröße 42) über die deutschsprachigen Bühnen zu schleppen.“

    Pardon, aber die Zeit ist alles andere als „rechtskonservativ“. Die ist neulinks, so wie Sie. Und deren Bemerkung über Sie ist ebenso diskriminierend wie die Bezeichnung von Konservativen als Tiermenschen.

     

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