Europas Weg aus der Krise? – Joschka Fischer und George Soros haben eine Idee

24

Die ergrauten Eminenzen der One-World-Ideologie betätigen sich auf ihre alten Tage als menschliche Warnsirenen. Wie die mythologische Kassandra drohen sie alle Nase lang mit dem Untergang der EU. Was sie damit bezwecken wollen, ist klar: Endlich alle Widerstände gegen die Auflösung der Nationalstaaten brechen und das EU-Großreich durchboxen. Vor allem Deutschland müsse endlich seine Vorbehalte aufgeben.

Zwei sehr interessante Termine waren diese Woche rot in meinem Kalender markiert. Der eine: Ein Vortrag des Multimilliardärs George Soros vor der Denkfabrik European Council on Foreign Relations (ECFR). Der andere: Eine Rede des ehemaligen Grünen-Außenministers Joseph Martin „Joschka“ Fischer im Anhörungssaal „W“ vor Abgeordneten des Bundestages und erlauchter Polit-Prominenz in Berlin. Inhaltlich sind sich beide Referate extrem ähnlich. Ob das Zufall ist?

Die Welt kommentierte Fischers Einlassungen gestern unter dem Titel „Erste Hilfe nach dem Kometeneinschlag“ – man liebt es eben dramatisch. Die Kernbotschaft: „Joschka Fischer warnt vor dem Ende Europas“. In seiner „Funktion als Weltorakel“ habe Fischer der Regierung in Berlin die „Leviten“ gelesen und Überlebenswichtiges zu vermelden gehabt. „Ihr müsst Europa retten!“, so der Befehl. Doch vor was, vor wem?

„Ein Komet namens Donald Trump“ sei unlängst auf der Erde „eingeschlagen“, verklickert Fischer. Das nun angerichtete Chaos – welches? – behagt ihm gar nicht. Außerdem wäre da noch der Aufstieg Chinas als neuer Weltmacht – auch so eine Katastrophe für „Europas Unabhängigkeit und Selbstbestimmung“, wie er meint. Seine Antwort: Die EU müsse sich in die Lage versetzen, „zu einer Instanz zu werden, die über Europa entscheidet“. Nebulös? Nein, gar nicht. Ausbuchstabiert heißt das: EU-Zentralregierung.

Globalist Fischer: Antideutscher Prototyp

Die künstliche Drohkulisse dient der Umsetzung dieses globalistischen Etappenziels. Fürchtet Euch, raunt Fischer, fürchtet Euch vor Trump und China! Buhhuuuhuhuuhhu… Der Trick ist alt: Innere Machtkonsolidierung durch Verweis auf äußere Feinde. Um seine düsteren Thesen zu untermauern, erklärt Fischer weiter, dass Europa sogar beim „technologischen Wandel (…) auf dem Gebiet der Zukunftstechnologien“ droht, abgehängt zu werden. Ach wirklich? Wie belegt Fischer diese These? Gar nicht. Naja…

Und natürlich dürfe sich Deutschland auch keinen „Illusionen“ hingeben, was die eigene, nationale Sicherheit betrifft: „Die Sicherheit und Verteidigung Deutschlands wird nicht mehr durch die USA gewährleistet.“ Big Daddy Onkel Sam hat uns also alleine gelassen, so Fischer. Das sei geradezu traumatisch, da „wir nie wirklich selbst verantwortlich für unsere Sicherheit“ waren. Nennen Sie mich naiv, aber soweit ich mich persönlich zurück erinnern kann, hat Deutschland nie eine USA als großen Bruder und Beschützer gebraucht – eher umgekehrt: Wenn uns jemand militärisch besetzt hält, uns geheimdienstlich aushorcht (NSA-Affäre), uns Atombomben-Lagerung befiehlt, uns als Truppenverschiebebahnhof benutzt, dann sind das die USA. Sicherheit und Schutz von den USA zu erwarten, ist ziemlich ärmlich, vor allem weil die heute drohenden Gefahren allesamt eine Folge von jahrzehntelanger, verfehlter US-Kriegspolitik sind. Dieses Stockholm-Syndrom zu Big Bully USA ist abzulehnen. Zu denken, dass die USA Deutschland jemals aus reiner Freundschaft „bewacht“ haben, widerspricht allem, was die Geschichtsschreibung (besonders uns Deutsche) lehrt. Die USA wollen uns nicht mehr „beschützen“? Gut. Dann halt nicht.

Das neue COMPACT-Magazin zeigt den Menschen, wie wichtig unsere Heimat ist.

Für Fischer ist diese neue Haltung der USA allerdings der Startschuss für eine Militarisierung Europas. Wir sollen uns jetzt fragen, „wie viel man bereit sei einzusetzen, damit Europa als politische Macht ernst genommen wird“. Wie wäre es damit, zunächst einmal dafür zu sorgen, dass die Bundeswehr wieder ernst genommen wird und ihre Kernaufgaben erfüllen kann? Landesverteidigung!
Um keinerlei Zweifel an der totalen und radikalen Pflicht Deutschlands zur Westbindung zu lassen, erklärt Fischer noch: „eine Annäherung an Russland“ oder ein „Rückfall in den Nationalismus“ sei keine Option: „Uns bleibt nur Europa“. Was für ein billiges Geraune. Fischers Ausführungen sehen Sie hier nochmal als Video.

Plädoyer eines Multikulti-Lobbyisten

Was der Oberglobalist und Multikulti-Ideologe George Soros zum Thema EU zu sagen hat, bewegt sich auf derselben Tonlage. (Hier geht’s zu seiner Rede) Fast könnte man denken, die beiden hätten den gleichen Redenschreiber. Die Europäische Union „muss drastische Maßnahmen ergreifen, sonst ist sie verloren“, krächzt der Mann. Tief traurig sei er, dass das Projekt nun zu scheitern drohe. Und das, obwohl diese EU doch so eine tolle, demokratische Errungenschaft sei. Immerhin sei sie von „einer kleinen Gruppe von Visionären unter der Leitung von Jean Monnet“ (einem französischen Industriellen) errichtet worden. Ups! Das klingt ziemlich nach Elitenverschwörung. Hätte Soros vielleicht besser nicht erwähnt…

Aber sei’s drum: Seine Begeisterung für das EU-Globalistenprojekt ist halt manchmal etwas überschwänglich. Er nennt die EU die „Verkörperung der Idee einer offenen Gesellschaft“, ohne dabei zu erwähnen, dass die EU bereits so „offen“ ist, dass sie viele für nicht mehr ganz dicht halten. Je weiter der Plan der Vereinigten Staaten von Europa und der erzwungenen Verbuntung gedeiht, umso totalitärer wird das System: Nationale Souveränität war immer der Feind und wird nun Stück für Stück dekonstruiert. Soros beweist es selbst, wenn er – kein Witz!!! – eine Initiative („Best for Britain“) finanziert, die den Brexit rückgängig machen will. Ja, ernsthaft. Was ist das anderes als absolute Verachtung für den Souverän – das britische Volk? Der Brexit sei für ihn ein „enorm zerstörerischer Prozess“, bei dem es „nur Verlierer“ gebe…

Darüber hinaus betätigt sich Soros auch gerne als Märchenonkel. Seine Aufgabe lautet bei den seltenen öffentlichen Auftritten offenbar, der Nachwelt seine (völlig schiefe) Weltsicht aufzuzwängen. Beispiel: „Das europäische Programm zur Haushaltskonsolidierung hat zur Eurokrise geführt und die Eurozone in eine Gemeinschaft von Gläubigern und Schuldnern verwandelt.“ Das hat Soros wirklich gesagt. 1. Die Eurokrise wurde durch die kranken Spekulationsspielchen des Finanzsystems ursächlich ausgelöst, konnten aber 2. nur deshalb eine derart verheerende Wirkung entfalten, weil durch den Euro plötzlich alle möglichen Staaten auf Gedeih und Verderb durch die Gemeinschaftswährung verbunden waren. Das Problem war also nicht die Konsolidierung beziehungsweise die später als Heilmittel eingesetzte Sparpolitik, sondern die Fehlkonstruktion des Euro selbst. Soros tut so, als wisse er das nicht. Sehr glaubwürdig.

Zugegeben: In der Rede des heimlichen Drahtziehers der internationalen Asylindustrie sind auch einige sehr unterhaltsame Stellen zu finden. So behauptet er zum Beispiel, dass die „Flüchtlingskrise“ von „skrupellosen Politikern für ihre Zwecke missbraucht“ worden ist. Da hat er Recht! Aber eben von solchen Politikern (und Aktivisten) wie ihm, die die „Krise“ als große Chance zur Multikulturalisierung Europas benutzen wollten – und eben NICHT von solchen Politikern wie der AfD (die Soros namentlich erwähnt!), die dem Widerstand leisten.

Über den Autor

Marc Dassen

Marc Dassen wurde 1989 in Aachen geboren und hat Anfang 2015 sein Studium der Geschichte und Philosophie mit dem Bachelor-Grad abgeschlossen. Seither arbeitet er als Journalist für COMPACT-Magazin.

 

Bitte beachten Sie unsere Kommentarregeln.

Empfehlen Sie diesen Artikel