Euroausstieg, nur mit wem, wann und wie?

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Bernd Lucke ist kompetent, war 2004 immerhin Berater der Weltbank und wirkt mitnichten wie ein radikaler Spinner. Gestern Abend vertrat der Sprecher der Alternative für Deutschland (AfD) gegen einen merkwürdig aggressiven Markus Lanz wieder einmal wortgewandt seine Positionen. Die Strategie von Lucke ist es, mit einem besonnenen geldpolitischen Kurs und der Idee eines Stufenplanes den Deutschen die Angst vor einer zu radikalen Kehrtwendung zu nehmen. «Vier bis fünf Jahre», so Lucke, könne allein der geordnete Rückzug auf eine kleinere Eurozone dauern und auch eine DM-Mark am Ende des Prozesses sei «kein Tabu».

Komplexere Themen wie die Notwendigkeit der Rückbesinnung auf einen Goldstandard, die Idee der freien Währungswahl oder eine herbere Kritik an den Machenschaften der Notenbanken spart der gelernte Volkswirtschaftler bisher eher aus. Ob Lucke oder seine Partei mit dieser Taktik Erfolg haben, ist unsicher.

Nachdem der Partei zu Beginn ihrer Kampagne ein Potential von bis zu 25 Prozent zugebilligt wurde, verbreiten ihre Gegner jetzt lieber genüsslich eine ernüchternd klingende Zahl: Nur zwei bis drei Prozent, heißt es nun, würden die Partei auch real bei den Bundestagswahlen wählen. Will die AfD also echte Chancen haben, muss sie noch stärker mobilisieren und idealerweise auch mit bekannten Gesichtern werben.

In diese Richtung geht eine interessante Debatte in den sozialen Medien. Die AfD versucht dabei, bekannte «Eurorebellen» wie den FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler zum Parteiwechsel zu motivieren. Schäffler gilt als kompetenter Kritiker der bisherigen Rettungspolitik und fordert zudem immer wieder die Liberalisierung des Geldmarktes.

Der MdB hat nun aus dem Umfeld der neuen Partei sowie auf Twitter und Facebook einschlägige Einladungen erhalten. Auf dem Facebook-Account des Abgeordneten findet man den etwas süffisant klingenden Eintrag eines AfD-Anhängers: «Seit nunmehr 70 Jahren kämpfen Libertäre unter Hinweis auf Mises für eine freiere Wirtschafts- und damit Gesellschaftsordnung. Herausgekommen ist Brüssel.»

Kurzum, so das Argument, Schäffler sei der richtige Mann in der falschen Partei. Tatsächlich vertritt der «Eurorebell» in der FDP nur eine kleine Minderheit und die Aussichten auf einen Politikwechsel der FDP in Sachen Euro gehen gegen Null. Tatsächlich könnte er auch einige programmatische Schwächen der Alternative für Deutschland bei der Formulierung von Alternativen ausbügeln. Es gibt nur ein Problem: Frank Schäffler will nicht.

Seine Gründe: Der Liberale hält die AfD nicht nur in Sachen Bürgerrechte für eine konservative Partei. In Sachen Geldpolitik hofft er nach wie vor auf die Stärkung des «Liberalen Aufbruches» in der FDP selbst. Auf Facebook zieht er dann auch die substantielle Linie in der inhaltlichen Formulierung von Alternativen. Während die neue Partei nicht am Geldmonopol des Staates rütteln will, sieht der FDP-Politiker genau hier das Problem. «Ich will», so Schäffler, «statt des staatlichen Geldmonopols eine liberale Geldordnung mit konkurrierenden Privatwährungen».

Diese und andere Themen werden auf der COMPACT Geldwerkstatt kontrovers diskutiert. Hier geht es zur Anmeldung.

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