„Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt“, lautet ein gar nicht witziges „Bonmot“ Jean-Claude Junckers, Präsident der Europäischen Kommission. Zwar noch nicht beschlossen, aber angeregt haben jetzt die Anwärter auf seinen Thron eine Reduzierung beziehungsweise ein Verbot von Kurzstreckenflügen. Auch das wird kommen. Denn Aufstände wird es nicht geben. Schon gar nicht vom deutschen Michel.

    Sollte man im Zuge des Klimaschutzes das Fliegen einschränken? Im letzten deutschen Fernsehduell von ZDF und ORF vor der Europawahl sprach sich der Niederländer Frans Timmermans, Vizepräsident der EU-Kommission und Spitzenkandidat der Sozialdemokraten (SPE/SPD), für eine Abschaffung und ein gänzliches Verbot aus. Sein Konkurrent Manfred Weber, Vizechef der CSU und Spitzenkandidat für die Europäische Volkspartei (EVP), geht vorerst vorsichtiger vor, um seine Wählerschaft nicht zu verprellen. Er will eine deutliche Reduzierung von Kurzstreckenflügen in Europa. Na, das macht doch „Lust auf Zukunft“, so Webers Credo, der überdies die EU demokratischer gestalten will. Eine weitere Gängelung und Einschränkung der Freiheit der Bürger ist das perfekte Mittel dazu. Auch Lufthansa, Ryanair, Air France, EasyJet oder Austrian Airlines dürften vor Freude in die Luft gehupft sein.

    Beide indes plädierten für die Bahn als Alternative zu Flugreisen. Da hat Deutschland eindeutig die Nase vorn: Schlangestehen und stundenlanges Warten auf die klimaanlagenfreien Waggons (wenn sie denn einlaufen) ist schließlich weniger der Inkompetenz der DB geschuldet als deren Großzügigkeit, Gelegenheit zu bieten zum mutigen interkulturellen Austausch zwischen denen, „die schon länger hier leben“, und den Neubürgern, die ihrer Begeisterung für ihr sorgenfreies Leben hierzulande gern auch mal mit dem Messerchen oder dem Beilchen Ausdruck verleihen.

    Manfred Weber will Präsident der EU-Kommission werden – mit Deutschland hat er aber denkbar wenig am Hut. Lesen Sie das Porträt in der neuen Ausgabe von Compact.

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    Ob der Vorstoß der beiden Spitzenkandidaten, den Bürgern weitere Bürden aufzuerlegen und sie zu bevormunden, ihnen potenzielle Kreuzchenmacher an der Wahlurne bescheren wird, bleibt abzuwarten. Der Tscheche Jan Zahradil, Spitzenkandidat der Europäischen Konservativen und Reformer (EKR), sah die Auswahl der beiden so: „Angebot zwischen Cola light und Cola Zero“…

    11 Kommentare

    1. Mal ,sehen, wie oft die EU-Whl wiederholt werden muß, bis das Ergebnis passt oder passend gemacht werden kann. Ist diese Wahl überhaupt versichert ? Die BT-Wahlen seit 1956 waren es nicht .

    2. Alles Kabbes. Warten muß man am Flughafen, bis man endlich im Flieger ist, viel länger,bis der endlich abfliegt u.U.noch mehr.Dazu die entwürdigende Behandlung die man an den Kontrollen über sich ergehen lassen muß. Fliegen kann mir innerhalb Deutschlands gestohlen bleiben. Genauso die "Freiheit des Bürgers", alles zu tun und zu sagen,was ihm gerade so durch seinen dummen Kopf geht.

    3. Auch ich finde eine Reduzierung der Kurstrecken gut. Das der Nahverkehr seid Jahren nicht das hergibt was er soll, ist tragisch. Aber wir können doch nicht immer dem Autofahrer alles an Kosten aufbrummen und der Vielflieger kommt davon. Auch die Lärmbelästigung durch ständig mehrwerdenden Flugverkehr ist auf Dauer nicht glücklich für die Anwohner.
      Ein Link den ich leider zu keinem anderen Artikel posten möchte, wieso eigentlich kein Thema bei compact?
      einreise-per-flugzeug-regierung-erklaert-fluechtlingszahlen-zur-geheimsache

    4. Fliegen sollte man den Vögeln überlassen! Bei Dädalus und Ikarus ist das auch schon so gewesen und sagt uns: Laßt es sein! Fliegen bläst ein Vielfaches von Schadstoffen in höhere Luftschichten und sogar kriegerische Akte wären glimpflicher, wenn keiner Fluggeräte erfunden hätte! (Ohne die gäbs auch keine Bomben!)
      Nur weil jemand zum Warten nicht bereit ist, die Umwelt massiv zu belasten, ist nicht einzusehen. Und daß die Tugend Geduld für viele Mitbürger zum Problem geworden ist, hat viele Gründe.
      Probleme im Bahnverkehr lassen sich ganz eifach beheben: Klimaanlagen braucht keiner, sie sind ungesund, aber die Fenster müssen sich öffnen lassen, wie es über 100 jahre lang in alles Waggons der Fall war. Für sozial Schwache sollte man die 3. und 4. Wagenklasse wieder einführen. Es sollte grundsätzlich mehrere Schaffner im Zug geben, die kassieren auch bei Bedarf das Fahrgeld und dürfen – auch auf der Strecke – aufsässige Fahrgäste und /oder Schwarzfahrer aus dem Zug werfen! Mal zum nächsten Ort laufen macht nüchtern und erzieht besser als jede Geldstrafe!

      • Hans Adler an

        Nicht alles so ganz von der Hand zu weisen, aber wir sollten dann auch für die Chinesen die T-shirts nähen, uns die Schuhe wieder selbst besohlen, eine in Klassen unterteilte Gesellschaftsordnung einführen und, wenn und wem möglich, wieder ein Schwein hinter dem Haus halten und gelegentlich vor dem Ernten im eigenen Garten noch auf den Salat, die Möhrchen und Radieschen kacken. Willkommen in einer längst vergangenen Zukunft.

    5. Kaiser Wernher von Bösefeldt an

      Eine deutliche Einschränkung der absoluten Kurzstreckenflüge ist sinnvoll

    6. HERBERT WEISS an

      Hatte schon mal die Verspätung des Grünen-EU-Abgeordneten Michael Cramer bei einer Podiumsdiskussion zum Thema "Verkehr"angeführt. Vogel im Flugzeug-Triebwerk, Umkehr nach Brüssel, Anreise nach Berlin mit dem nächsten. Berechtigte Frage, warum er denn nicht mit der Bahn gekommen sei. Habe er auch schon probiert und beim Ankommen in Hannover noch die Rücklichter des in Richtung Berlin entschwindenden ICE gesehen.

      Ein weiterer Punkt sind die horrenden Preisunterschiede. Oder die Aussicht, in einer rollenden Sauna zu sitzen.

      Die Fliegerei sollte eigentlich dem vier- und fünfstelligen Kilometerbereich vorbehalten bleiben. Statt auf Verbieteritis zu setzen, täten diese Clowns gut daran, die wahren Ursachen des Problems anzupacken. Wir brauchen eine Bürger- und keine Börsenbahn!

    7. Wie sollen denn meine Pendler zur Baustelle kommen, wenn die Strecke HAM-XFW dichtgemacht wird, häh?

      Seit die Leute alle den Film "Warum die Grete P. unterging" gesehen haben, will doch niemand mehr die Barkasse nehmen!

      • heidi heidegger an

        Finkenwerder nach Hamburg sind irgendwie 20 km und also gerade mal 4 Std. *marschmarsch*, also bitte! Ich würde ja mein *Irokesen-Shuttle (Bell UH-1 Iroquois)* anbieten, aber doch nicht für soo viel Loide, höma!

        — Herodot schrieb etwa 2000 Jahre später: "Und es waren immer zehnmal zehntausend Menschen bei der Arbeit… —

    8. Traurig, daß Maas von sich und seiner eigenen Gedankenwelt offenbar selbst so überzeugt ist, daß er es nicht einmal mehr merkt, wenn die Leute ihn auf den Arm nehmen. Das zeigt auch der pathetische Tweet, den er zu dem Foto verfaßt hat: „Die Europafahne ist für mich das Banner der freien Welt. Die EU sollte auch den Anspruch haben, bei Freiheit, Demokratie, Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit an der Spitze zu stehen. Wo ich auch hinreise: Wir werden für unser europäisches Modell auf der ganzen Welt beneidet.“

      Ganz bestimmt! Die ganze Welt beneidet uns. Sicherlich auch um die gestiegene Zahl der Messerattacken, die vielen Sexualstraftaten durch „Flüchtlinge“ und darum, daß wir solche Schwerkriminellen nicht so einfach abschieben können. Die Menschen auf der ganzen Welt beneiden uns auch um unsere Sozialleistungen. Viele sogar so sehr, daß sie mitunter weite Wege auf sich nehmen, um selbst in deren Genuß zu kommen. Vor allem beneidet uns die Welt aber um den Außenminister Heiko Maas. Das sagen zumindest die „Freunde“ von Heiko Maas.

      • DerGallier an

        Und der Zerstörungswahn von ganzen Branchen ( Atomkraftwerke, Kohlekraftwerke, Autoindustrie, Flugverkehr usw.) geht fröhlich weiter.
        Die Schlange der Arbeitslosen wird in Zukunft länger werden.