Essener Tafel-Chef bleibt cool: „Würde Merkel das so sagen, wie es ist.“

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Weil immer mehr Ausländer kamen, versorgt die Essener Tafel nur noch Menschen mit deutschem Pass. Dem Verantwortlichen wird die Hölle heiß gemacht. Doch er hält Stand.

„Wir schaffen das nicht!“ heißt es an der Tafel Essen seit Neuestem. COMPACT hatte über die Entscheidung, Ausländer dort nicht länger zu versorgen, berichtet. Jetzt schlägt Tafel-Chef Jörg Sartor ein harter Wind ins Gesicht.

„Für die Berliner Tafel gibt es keine Bedürftigen erster oder zweiter Klasse“, sagte die Vorsitzende der Berliner Tafel, Sabine Werth. „Maßnahmen wie ein Aufnahmestopp sind Wasser auf die Mühlen der Rechtspopulisten“, jammerte der Landesgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverband in NRW, Christian Woltering. Pro Asyl Essen geißelte die Maßnahme als diskriminierend. „Die Trennung nach deutschem oder nicht-deutschem Pass ist sehr, sehr ungünstig“, sagte Inka Jatta, Mitglied der Geschäftsführung laut WAZ. Und die Bundesregierung ließ „ganz allgemein“ ausrichten, „dass Deutschland ein Land der Mitmenschlichkeit ist und in diesem Land jedem, der bedürftig ist, geholfen werden sollte“. Dann rette sich, wer kann!

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Auch die Propaganda-Truppe der Flüchtlings­industrie und der Grünen bellte los. Satire? Hoffentlich!

Sartor hält der Kritik Stand. „Die können mich mal gern haben“, sagt er im Interview mit t-online.de über Reaktionen des Bundesverbands der Tafeln. „Ich soll das zurücknehmen, wegen der Sponsoren und so.“ Dabei handele es sich bei dem Aus für Ausländer um einen „Vorstandsbeschluss aus dem Dezember, nachdem wir lange Monate drüber geredet haben. Wir praktizieren das seit dem 10. Januar, und es gab seither nicht eine negative Geschichte. Aber auf einmal spielt die ganze Welt verrückt.“

Ihm zufolge, praktizierten viele Tafeln längst einen Ausgabestopp für Flüchtilanten. „Ich behaupte, es gehen mehr so vor, nur sind wir die ersten, die das so auf ihre Internetseite gestellt haben. Wir hätten das Ganze auch heimlich machen können.“

Heimlichtuerei käme für ihn aber nicht in Frage. Er wolle „nicht so agieren wie andere Gutmenschen, die nach außen hin das so verkaufen und in Wirklichkeit anders denken“. Er sei „Realist, das ist der Unterschied. Ich streichele die Sache nicht gesund. Und von mir aus kann die Angela mich anrufen. Ich würde der das so sagen, wie es ist.“

Es folgt ein Realitätscheck an alle Berufsempörten: „Wir sind nicht für die Grundversorgung zuständig, das ist eine staatliche Aufgabe. Wir sind eine Zusatzversorgung.“

COMPACT wünscht Jörg Sartor jetzt erst recht alles Gute und starke Nerven!

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Über den Autor

Jürgen Elsässer

Jürgen Elsässer, Jahrgang 1957, arbeitete seit Mitte der neunziger Jahre vorwiegend für linke Medien wie Junge Welt, Konkret, Freitag, Neues Deutschland. Nachdem dort das Meinungsklima immer restriktiver wurde, ging er unabhängige Wege. Heute ist er Chefredakteur von COMPACT-Magazin. Alle Onlineartikel des Autors

 

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