Es gibt sie noch, die Sternstunden in deutschen Parlamenten: Heute wandte sich Michael Kretschmer (CDU) in seiner Regierungserklärung im Sächsischen Landtag vehement gegen die gängigen „Hetzjagd“-Darstellungen zu Chemnitz – und widersprach damit seiner eigenen Parteichefin und Kanzlerin Angela Merkel. Außerdem übte er Medienkritik.

    Kretschmer sagte in seiner Rede wörtlich: „Es gab keinen Mob, keine Hetzjagd und keine Pogrome.“ Deutlicher geht es nicht! Es habe zwar bei den Demonstrationen in Chemnitz Personen gegeben, die „ausfällig“ geworden seien, aber das sei nicht die Mehrheit, sondern nur eine kleine Minderheit gewesen. Zudem widersprach der sächsische Ministerpräsident weiteren Falschmeldungen, die im Internet und in den sozialen Netzwerken kursieren. „Es ist nicht in Ordnung, dass diejenigen, die weit weg sind, ein besonders hartes und pauschales Urteil über die Stadt Chemnitz treffen“, so Kretschmer in Richtung der Medien.

    Das waren genau die richtigen Worte zur richtigen Zeit. Und am richtigen Platz! Denn dieser Widerspruch gehört nicht in Interviews oder Presseerklärungen, sondern auf die parlamentarische Bühne. Hut ab! Man mag Kretschmer sonst politisch kritisieren, doch hier hat er „Cojones“ gezeigt – und im Gegensatz zu seinen Amtskollegen und Parteifreunden Mut bewiesen.

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    Vor allem aber hat er sich damit offen gegen die Kanzlerin und ihr Sprachrohr Steffen Seibert gestellt, die die Medien-Ente von der „Hetzjagd“ ungeprüft kolportiert hatten. Am 27. August erklärte Seibert: „Was gestern in Chemnitz zu sehen war und stellenweise auf Video festgehalten wurde (…), das hat in unserem Rechtsstaat keinen Platz. Solche Zusammenrottungen, Hetzjagden auf Menschen anderen Aussehens und anderer Herkunft, (…) das nehmen wir nicht hin.“ Danach trat auch Merkel vor die Kameras und verkündete im Brustton der Überzeugung: „Wir haben Videoaufnahmen darüber, dass es Hetzjagden gab.“

    Dieser Darstellung trat schon früh der Chefredakteur der in Chemnitz ansässigen Lokalzeitung „Freie Presse“, Torsten Kleditzsch, entgegen – und bewies damit ebenfalls Mut, wie man ihn Vertretern seiner Zunft gar nicht mehr zugetraut hätte. Kleditzsch schrieb: „Am Anfang wurden sehr viele Erzählungen weitergeschrieben, das heißt, auch in einer übertriebenen Art und Weise.“ Sein Blatt habe viele Journalisten vor Ort gehabt, die nur von ganz wenigen Angriffen berichteten. „Das waren aber sehr vereinzelte Fälle aus dieser Demonstration heraus und das hatte mit einer Hetzjagd im wörtlichen Sinne nichts zu tun“, betonte der Journalist. Auch die Polizeidirektion Chemnitz und Wolfgang Klein, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Sachsen, widersprachen dem Narrativ: „Nach allem uns vorliegenden Material hat es in Chemnitz keine Hetzjagd gegeben.“

    Michael Kretschmer hat die „Hetzjagd“-Story nun hochoffiziell per Regierungserklärung ins Reich der Märchen verwiesen. Die Frage ist: Wann entschuldigen sich Merkel und Seibert bei den Chemnitzer Bürgern dafür, dass sie diese Lüge ungeprüft verbreitet und damit nicht nur dem Ansehen der Stadt, sondern ganz Sachsens schweren Schaden zugefügt haben?

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