Erfolg der deutschen Minderheit bei Kommunalwahlen in Dänemark

3

Entweder schwiegen deutsche Medien über Dänemarks Kommunalwahlen oder sie logen sich das Ergebnis schön. Aber manches wissen sie auch einfach nicht: Dass in Dänemark beispielsweise „Links“ etwas ganz anderes bedeutet als hierzulande. Eine Klarstellung.

Viel zu feiern hat das frühere SED Zentralorgan „Neues Deutschland“ (ND) in den letzten Jahren nicht gehabt: AfD im Bundestag, Norwegische Mitte-Rechts Regierung wiedergewählt, PiS in Polen, Orban in Ungarn, Le Pen in Frankreich nur knapp gescheitert, Trump schlägt Clinton, Berlusconi wieder da, und, und, und. Da meldete das heutige Multi-Kulti Linksorgan so zu sagen erleichtert am 23. November 2017: „Dänemark rückt lokal nach links. Bei Kommunalwahlen schneiden linke Parteien gut ab“.

Na Gott sei Dank, wird sich Petra Pau gedacht haben. Nun wird in Dänemark alles anders. Aber die Schlagzeile ist ungefähr genau so viel wert wie Angelika Unterlaufs Parolen in der Aktuellen Kamera über die Übererfüllung der Produktionspläne im real existierenden Sozialismus in der nicht mehr existierenden DDR.

In Dänemark ist „links“ nicht gleich links. Dort sitzen zahllose Klein- und Kleinstparteien im Parlament. Nur drei große Parteien bestimmen die Richtung. Die Nationalliberale Venstre Partei stellt den Ministerpräsidenten. Venstre hat wenig mit unserer deutschen FDP zu tun. Sie schaut eher wie eine FDP aus, in der Jürgen Möllemann und Alexander von Stahl das Sagen hätten.

COMPACT 12/2017

Die Dänische Volkspartei entspricht einer AfD, die ihr politikunfähiges Personal ausgesondert hat und dann sind da noch die Sozialdemokraten. Die sind dort aber „vernünftiger“ als unsere SPD – und wie man sieht, auch wählbarer. Vielleicht sollte Martin Schulz mal Mette Frederiksen anrufen und sich erklären lassen, wie man mit sozialer Politik für das Volk Wahlen gewinnen kann.

Die Sozialdemokraten näherten sich im letzten Jahr – unter dem Gezeter ihrer bisherigen linksextremen Verbündeten – bei der Ausländerpolitik der Regierung an. Beobachter erwarten bei den kommenden Parlamentswahlen möglicherweise ein rot-blaues Bündnis. Übertrage auf deutsche Zustände: Thilo Sarrazin als Bundeskanzler, Alexander Gauland als Vizekanzler und Außenminister.

Diese Verhältnisse muß man kennen, um bewerten zu können, welche „endgültigen Wahrheiten“ das „ND“ ihren Lesern auftischt. Bei den Kommunalwahlen im nordischen Königreich haben nämlich die „vernünftigen“ Sozialdemokraten gewonnen. Ihre bisherigen Bündnispartner, die linken und linkextremen „Brüder und Freunde“ hingegen nicht.

COMPACT: Fakten gegen Fake News – jeden Monat frisch! Alle Infos hier…

Aus deutscher Sicht ist jedoch etwas ganz anderes interessant. In Nordschleswig gibt es seit der Abtretung dieses Landesteiles im Zuge des Versailler Vertrages von Deutschland an Dänemark eine deutsche Minderheit, so wie es eine dänische Minderheit in Flensburg und Umgebung gibt. Die Schleswigschen Partei (SP), und ihres Spitzenkandidat Stephan Kleinschmidt in Sonderburg konnten erheblich an Stimmen zulegen.

Kleinschmidt, der mit seinem jugendlichen Image warb, und auch Rap Musik zur Werbung einsetzt, hatte im Wahlkampf erklärt, Bürgermeister von Sonderburg werden zu wollen. Das rief ewig gestrige Geister auf den Plan, die in dem Blatt „Jydske Vestkysten“ per Inserat mit üblen Vorurteilen gegen Kleinschmidt pöbelten. Der schien davon eher profitiert zu haben. Der international bekannte Konzern Danfoss unterstützte Kleinschmidt.

Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Mit einem Stimmenanteil von 13,4% wurde SP in Sonderburg drittstärkste Kraft – vor der Dänischen Volkspartei (DF). Die deutsche Zeitung im dänischen Nordschleswig, der Nordschleswiger titelte: Wahlen 2017 – Sonderburg „Ein fantastisches Ergebnis“. (Ein kleiner Hinweis für Dänemark-Urlauber: In Nordschleswig brauchen Sie nicht die BILD Zeitung kaufen, um etwas Deutschsprachiges zu lesen – der Nordschleswiger kann dort überall gekauft werden).

Sein Vorhaben, Bürgermeister zu werden, musste Kleinschmidt erst einmal aufgeben. Zwar gewann SP zwei von insgesamt 31 Mandaten hinzu und sitzt nun mit vier anderen im Stadtrat, aber die Sozialdemokraten verbesserten sich von 12 auf 15 Mandate. Immerhin ist Kleinschmidt jetzt stellvertretender Bürgermeister von Sonderburg.

Auch die Ausgrenzeritis ist in Dänemark eher unbekannt. Der alte und neue Bürgermeister Erik Lauritzen von den Sozialdemokraten lud alle im Stadtparlament vertretenden Parteien ein, sich an der Verwaltung der Stadt verantwortlich zu beteiligen. Und alle Eingeladenen kamen dem Wusch selbstverständlich nach. Ein künftig noch partnerschaftlicheres Verhalten wurde verabredet: Vorschläge sollen im Vorfeld in den entsprechenden Ausschüssen erörtert werden, statt sie, wie oft passiert, kurzfristig im Stadtrat einzubringen.

Über diese Dinge erfuhren die Leser des „ND“ nichts – ganz so wie schon vor 1989, als man dort auch „zwischen den Zeilen“ des Zentralorgans lesen musste, um richtige Nachrichten zu bekommen. Im Übrigen fand das bemerkenswerte Ergebnis in den meisten deutschen Blättern kaum Erwähnung.

Ehrlicher Journalismus in Zeiten der Lüge: COMPACT-Magazin – jeden Monat frisch! Alle Infos hier…

Über den Autor

3 Kommentare

  1. Nun ja. SPD ist ja auch nicht mehr SPD.
    Eine SPD zu Zeiten Schmidts, war eine ganz andere. Früher war die SPD noch eine Arbeiterpartei und wenigsten durch Teile dieser Klientel auch in den Parlamenten vertreten.
    Schaut man heute in die Parlamente und schaut sich die Vita, nicht nur bei SPD Abgeordneten an, so stellt man fest, dass wir dort neben Studienabbrechern, viele Sozialpädagogen sitzen haben. Nach einem Arbeiter im eigentlichen Sinne, muss man da lange suchen (Überraschender Weise scheint ausgerechnet die FDP mit vielen Arbeitern in den Parlamenten aufwarten zu können). Dieses mag auch daran liegen, dass gewisse Kreise auch die Zeit haben, sich mit der Politik aktiv zu beschäfftigen. Ich sage nur Stichwort: Heimarbeitsplatz. Wir wissen das Sozialpädagogen ihr Geld dafür bekommen "klug zu schnacken". Zudem gehen die dortigen Meinungen über die richtige Lehre weit auseinander. Da kann ein jeder eigentlich seine persönliche Ansicht als Wissenschaft verkaufen, wozu ein Studium im Vorfeld eigentlich obsolet wird. Bei einem richtigen Studium, wie z.B. Elektrotechnik oder Medizin, muss man im Gegensatz wirklich etwas lernen.

  2. In DK haben die Spezialdemokraten Kreide gefressen. Das bedeutet nicht, dass die nicht bei Gelegenheit wieder ihre wahre Fratze zeigen.

  3. DerSchnitter_Maxx am

    Hier im futschen Buntlande, kann nicht sein, was nicht sein darf. Des weiteren, müssen sich die Deutschen, wahrscheinlich ebenfalls oder allenfalls so lange gedulden … bis sie zur "Minderheit" generiert werden/wurden/sind … um dann vielleicht dementsprechend, in irgendeiner Art u. Weise, einen Erfolg verzeichnen dürfen zu können … Nee ne !? Das Problem dabei wäre nur, zum Unterschied der angeblichen Minderheiten hier, welche ja … verhäschelt und vergoldet werden und sind, würden die Deutschen nicht als Minderheit bevorzugt verhäschelt und vergoldet werden … sondern würden, eher sehr wahrscheinlich, als minderwertige … (ewige Nazis oder) was auch immer … angesehen und behandelt werden – oder nich ? Tja, so würde es wohl aussehen oder ausgehen … also, noch eine fröhliche Umvolkung – "Wir" wollen doch auch endlich … zur (minderwertigen) Minderheit werden und gehören …

Bitte beachten Sie unsere Kommentarregeln.

Empfehlen Sie diesen Artikel