Ganz Deutschland ist empört über die Audienz von Mesut Özil und Ilkay Gündogan bei Sultan Erdogan! Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass 80 Prozent die beiden Spieler nicht mehr im Nationaltrikot sehen wollen. Dazu gibt es jetzt auch eine Online-Petition. Doch gerade von Özil ist schon seit Langem bekannt, dass sein Herz nicht schwarz-rot-gold schlägt.

    Özil war einst ein Liebling der Mainstream-Medien gewesen. Noch 2012 hatte der damalige Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) den Spieler gegen angeblich nationalistische Parolen der deutschen Fans in Schutz genommen. Friedrich, inzwischen Vizepräsident des Deutschen Bundestags, twitterte nun, es befremde ihn, dass sich Özil „vor den Wahlkampfkarren eines ausländischen Politikers spannen“ lasse, „der sich vor Kurzem noch abfällig über Deutschland geäußert hat“.

    Befremdlich ist das durchaus. Allerdings auch nicht wirklich überraschend, wenn man sich anschaut, womit Mesut Özil bislang aufgefallen ist:

    • 2008 trat seine damalige Freundin, eine Schwester von Sarah O’Connor, zum Islam über. Das ist schon seltsam. Wäre es wahre Liebe gewesen, hätte er ja auch zu ihrer Religion übertreten können, oder nicht? Genützt hat es ihr jedenfalls nichts; er hat sie 2010 trotzdem verlassen. Heute ist Özil mit der ehemaligen Miss Türkei, Amine Gülse (25) liiert.
    • 2011 kassierte er eine Rote Karte, nachdem er sich mit Gegenspieler David Villa (FC Barcelona) lautstark gestritten hatte. Nach Presseberichten soll dieser angeblich den Islam beleidigt haben. Kann man sich vorstellen, dass ein christlicher Spieler dermaßen unsportlich ausrasten würde, wenn es um Religion geht? Die FIFA würde sich in diesem Fall vermutlich einschalten und drastische Strafen aussprechen. Doch bei der „Religion des Friedens“ üben die Sittenwächter immer fleißig Toleranz.
    • 2016 besuchte er das von wahhabitischen Steinzeit-Islamisten beherrschte Saudi-Arabien und ließ sich bei der Pilgerfahrt in Mekka fotografieren. Stolz verbreitete er das Foto – und hoffte wohl auf viele Nachahmer. Dabei sollte einem Fußballstar wie Özil bekannt sein, dass so ein Auftritt auch das dortige Regime unterstützt. Sogar den meisten linken Gutmenschen ist klar, wie gefährlich dieser Staat ist. Als die Taz den Autor Bernhard Lewis interviewte, sagte dieser über Saudi-Arabien: „Stellen Sie sich vor, der Ku-Klux-Klan hätte die Kontrolle erlangt über den Bundesstaat Texas. Und sie hätten die gesamten Einnahmen aus dem Ölgeschäft zur Verfügung, um weltweit ein Netzwerk von Schulen und Colleges zu etablieren, um ihre Interpretation des Christentums zu verbreiten. Dann hätte man ungefähr eine Vorstellung von dem, was in der islamischen Welt passiert ist.“
    • Özil weigert sich bis heute beharrlich, die Nationalhymne zu singen. Gegenüber der Bild-Zeitung erklärte er dazu: „Zum einen konzentriere ich mich in diesem Moment schon auf das Spiel. Und dann bete ich während der Hymne. Ich bete für Glück und Gesundheit, für meine Mitspieler und mich.“ Koranverse statt „Einigkeit und Recht und Freiheit“. Das passt ins Bild!

    All diese Dinge haben den Mainstream jedoch bisher nie wirklich gestört. Doch jetzt ist Özil bei vielen unten durch, weil er gemeinsam mit Erdogan posierte. Die Frage ist nur, was die Medien daran eigentlich genau stört? Gewiss, Erdogan alles andere als ein Demokrat, aber das hat die Politiker der etablierten Parteien bisher auch nicht abgehalten, ihn zu besuchen und sich mit ihm ablichten zu lassen sowie Flüchtlingsdeals mit dem Mann zu vereinbaren.

    Ja, Erdogan treibt die Islamisierung voran, aber seit wann stört das unsere tonangebenden Medien? Der Grund für die Empörung über Erdogan muss also ein anderer sein. Möglicherweise hassen sie ihn, weil er – bei allem, was man ihm sonst vorwerfen kann – immerhin national denkt und die Türkei für ihn an erster Stelle steht. Und vielleicht gehen sie jetzt auch gegen Özil und Gündogan vor, weil sie sich mit „ihrem“ Präsidenten gezeigt haben und klar offenbarten, dass auch für sie die Türkei an erster Stelle steht. Sie denken also türkisch-national – und das ärgert den Mainstream, der den Nationalstaaten für überholt erklärt. Dass Leute wie Özil und Gündogan keine Deutschen sein wollen, störte die Medien freilich nicht, aber jetzt stellten diese fest, dass ihre einstigen Lieblinge eben doch ein Vaterland besitzen.

    Übrigens teilte Gündogan gestern Abend den Grund für das Foto mit Erdogan mit: „Bei aller berechtigten Kritik haben wir uns aus Respekt vor dem Amt des Präsidenten und unseren türkischen Wurzeln – auch als deutsche Staatsbürger – für die Geste der Höflichkeit entschieden. Es war nicht unsere Absicht, mit diesem Bild ein politisches Statement abzugeben, geschweige denn Wahlkampf zu machen. Als deutsche Nationalspieler bekennen wir uns zu den Werten des DFB und sind uns unserer Verantwortung bewusst. Fußball ist unser Leben und nicht die Politik.“

    Die Werte des DFB? Was die wohl sind…?

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    Dass die beiden Erdogan-treuen Mittelfeldspieler weiter für die Nationalmannschaft spielen dürfen, zeigt der vorläufige WM-Kader für Russland, den Bundestrainer Jogi Löw gestern in Dortmund vorstellte. Dabei findet die große Mehrheit der Deutschen, dass das Ansehen der deutschen Elf durch das Verhalten von Özil und Gündogan beschädigt worden ist. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der Welt antworteten zwei Drittel (66,2 Prozent) der Deutschen auf die Frage „Haben Özil und Gündogan durch das Treffen mit dem türkischen Präsident Erdogan dem Ansehen der deutschen Nationalmannschaft geschadet?“ mit „Ja, auf jeden Fall“. Weitere 16,7 Prozent antworteten mit „Eher ja“. 82,9 Prozent der Deutschen meinen also, dass die Audienz beim Sultan vom Bosporus einen Ansehensverlust der DFB-Mannschaft zur Folge hat.

    Noch eindeutiger ist das Ergebnis einer Civey-Umfrage für den Focus. Auf die Frage „Sollten Gündogan und Özil nach ihrem Treffen mit Präsident Erdogan weiter für die deutsche Nationalmannschaft spielen?“ antworteten 58 Prozent mit „Nein, auf keinen Fall“ und 22 Prozent mit „Eher nein“. Inzwischen gibt es sogar eine eine Petition gegen Gündogans und Özils WM-Teilnahme im deutschen Trikot, die bereits von über 50.000 Menschen unterzeichnet wurde. Die Meinungslage in Deutschland ist also eindeutig – wann reagiert der DFB?

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