Er ist schon wieder da? – Bitte nicht!… Laut einem zweifelhaften CIA-Dokument entkam Hitler nach Südamerika

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RT publizierte jetzt CIA-Dokumente, die über Hitlers angebliche Flucht nach Südamerika berichten. Außerdem erschien kürzlich der erste Band einer neuen Hitler-Biographie, die den GröFaZ als Serienkiller beschreibt. Und so weiter. Der furchtbare Hitler-Kult nimmt kein Ende.

Bitte schafft diesen brüllenden Dummbratzen endlich weg! Ich mein das ernst. Ich kann diese Visage mit Seitenscheitel und Chaplin-Bart einfach nicht länger ertragen.

Ja, er war die größte Katastrophe unserer Geschichte. Er hat auf die Probleme seiner Zeit in schlimmstmöglicher Weise reagiert: Mit Sündenbock-Projektion und  Massenmord. Aber er starb vor 75 Jahren. Viel zu spät, aber immerhin tot. Und mit ihm ging eine Epoche zugrunde, an die er und sein Morden gebunden waren. Das wäre, drei Generationen nach dem NS, eine Riesenchance: Wir können, wir dürfen neu beginnen.

Leider traf das Gegenteil ein: Adolf Hitler scheint lebendiger denn je. Er wurde aus dem geschichtlichen Zusammenhang, in dem allein er möglich war, gerissen und zum mythischen Bösen an-sich erhoben. Zeitlos, ewig, immer da. Wenn die Populärkultur einen Bösewicht braucht, greift man zu Adolf. Er ist der moderne Teufel. Aber leider gibt es keinen Gott mehr, der ihn im Zaum hält.

So ist der Böse allgegenwärtig. Überall. Die Nazi-Vergleiche werden immer bizarrer. Selbst bei Ernst Thälmann finden einige bescheuerten Antifa-Publizisten rückwirkend Symptome des Bösen. Daraus folgt: Soviele Nazis wie heute gab’s noch nie, auch nicht zwischen 33-45. Dass solch inflationären Gleichsetzungen auch eine Verharmlosung des realen Nazi-Terrors darstellen, scheint niemanden zu stören.

Leider aber ist der Teufel nicht nur furchterregend, sondern auch faszinierend. Und davon profitieren wiederum die Medien. Der Spiegel hat dieses Geschäft mit der Doppelmoral besonders gut drauf. Adolf sells. Zweimal im Jahr aufs Cover und die ABM-Stelle ist gesichert. Wie viele Inquisitoren, Nazi-Jäger, Journalisten verlören ihre Jobs, wenn sich endlich rumspräche: Hitler ist tot. Mausetot. Auch sein brauner Geist.

Stattdessen legt Volker Pilgrim (75), Patriachatskritiker der 1970er Jahre, dieses Jahr den ersten Band seiner Hitler-Biographie vor. Der enthält bereits 900 Seiten. Zwei weitere Bände folgen noch. Seine Ausgangsthese: Hitler war ein Sadist, der bei Action- und Gewalt-Szenen im Kino masturbierte. Frühe Triebentladung eines typischen Serienkillers… Ach, echt? Okay, mit dieser Erklärung könnte man immerhin ein Lanze für Gewaltfilme brechen: Wäre die damalige Zensur nicht so streng gewesen, hätte sich Hitler bei splatterigen Warzenegger-Filmen regelmäßig einen runtergeholt, wäre er der Welt vielleicht erspart geblieben.

Phillip Citroen (links) un der angebliche GröFaZ

Wenigstens bezweifelt Pilgrim nicht, dass Hitler sich am 30. April 1945 tatsächlich seine dämmrige Lampe ausgeblasen hat. Genau das aber unternimmt ein CIA-Bericht, den RT jetzt geleaked hat. Schon Stalin hatte kurz nach Kriegsende spekuliert, der GröFaZ sei vielleicht gar nicht tot, sondern habe sich nach Südamerika abgesetzt. Die CIA ging diesen Vermutungen nach und suchte ihn in Venezuela.

Dort traf der Informant auf den ehemaligen SS-Sturmbannführer Phillip Citroen, der seinen GröFaZ tatsächlich in Kolumbien getroffen haben wollte.

In einer weiteren Aussage verriet Citroen das Versteck des Ex-Führers: Die „Residencias Coloniales“ in Tunja (Hauptstadt des kolumbianischen Departements Boyacá). Die sei damals ohnehin mit Nazis überfüllt gewesen. Und Hitlers Deckname? Jetzt kommts: „Adolf Schüttelmayer“. Vielleicht in Anspielung auf die Schüttelanfälle seiner Parkinsonerkrankung und gleichzeitige Hommage an seinen früheren Nachnamen „Schicklgruber“?

Ein Selfie, dass Citroen mit ihm angefertigt hatte, zeigt, dass er sogar als Untergetauchter sich keineswegs von Scheitel und Schnäuzer trennen wollte. Außerdem wirkte der GöFaZ für seinen schlechten Gesundheitszustand – bereits 1945 war er ein  Wrack – auf dem Bild noch zu vital.

Alles Fake oder was? Wahrscheinlich. Aber eins bleibt in jedem Fall beruhigend: Selbst wenn er 1945 nicht in Berlin gestorben war – heute ist er in jedem Fall tot. Auch wenn mediale Geisterbeschwörer ihn wahrscheinlich noch oft ausbuddeln werden.

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